Sonntag, 27. August 2017

[Rezension] Laura Labas - Ewigkeitsgefüge

Verlag: Drachenmond
Reihe: /
Seiten: 310
Kauf Verlag: Taschenbuch 
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

In Arden Creek ist nichts so, wie es scheint. Wer des Nachts durch die Straßen wandert, findet sich schon bald in der tödlichen Umarmung eines Mordenox´ wieder. Eine Kreatur, die mit ledrigen schwarzen Flügeln vom Himmel hinabstürzt und ihre Zähne in das zarte Fleisch ihrer Opfer senkt.
Lydia Prescott gehört zu einem Clan, der um diese Gefahr weiß. Als Somna ist sie dazu in der Lage, die Wandlung von Menschen zu Mordenox zu verhindern. Obwohl ihre Gabe so wichtig ist, ist sie noch nicht bereit, sie einzusetzen.
Dann aber wird ihr Clan beinahe vollständig ausgelöscht und sie muss lernen, sich selbst zu vertrauen. Gejagt von ihrem Feind und hin- und hergerissen zwischen den verschiedenen Mächten in der Stadt, kämpft sie darum, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihre Bestimmung zu erfüllen.


Meine Meinung

Geschichte

Die Autorin Laura Labas versucht eine neue Welt in der unseren zu erschaffen. Prinzipiell ist alles, wie wir es kennen, nur das diese Welt drei Organisationen beiwohnen, die miteinander verbunden sind und miteinander die Dämonen dieser Welt bekämpfen.
Hierbei gefiel mir die Grundidee ganz gut, die jedoch nicht überraschend neu war: Es gibt Menschen, die die Opfer der Monster aufspüren und diejenigen, die die Monster bekämpfen. Diese verwandeln sich nur bei Nacht, abgesehen von einer speziellen Spezies.
Nachdem man Protagonistin Lydia bei alltäglichen Tätigkeiten beiwohnt, fängt ziemlich schnell die Spannung an. In dem Buch wird kein unnötiger Atem verschwendet und es kommt gleich zur Sache.Vielleicht ein wenig zu viel auf einmal, denn die Protagonistin Lydia wird von einer schlimmen Situation in die nächste befördert, ohne wirklich in einer zu Verweilen.
Zwischen diesem ersten und letzten Drittel baut sich langsam eine Geschichte auf. Ziemlich schnell erkennt man, worauf die Autorin hinaus möchte und sehr schnell lies sich auch der Ausgang der Geschichte erahnen. Wer steckt hinter den verschiedenen Personen? Wer hat Gute und wer hat Böse Absichten? Faktoren, die mich im Idealfall am Ende überraschen und nicht vorhersehbar sein sollten.
Trotz dieser Kritikpunkte gefiel mir das Buch gut und ich habe auf den Wow-Moment des Finales gewartet... der dann leider auf der Strecke blieb. Nebst dem Faktor, dass sich meine Vermutungen bestätigt haben, kam schlicht und ergreifend keine Spannung auf. Alles war gehetzt. Im einen Moment ist sie in größter Not, im anderen wohlbehalten. Im einen Moment sind zig Monster vor Ort und alle kämpfen um ihr Überleben, im anderen löst die Protagonistin das Problem innerhalb kürzester Zeit, ohne unterbrochen zu werden. Obwohl sie von allen Seiten attackiert werden.

Charaktere

Während der 300 Seiten war es mir kaum möglich eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Denn alle Gefühle, die mir als Leser hoch kamen, wurden durch verschiedene Situationen zu nichte gemacht.
Protector Ace war mir vom ersten Moment an suspekt und auch, wenn ich nicht an dem Guten in ihm zweifelte, so mochte ich seine Art und Weise nicht. Diese war - wie bei fast allen Charakteren - recht unbedeutend. Man bekommt relativ wenig von den Charaktereigenschaften mit.
Das Einzige was mir auffiel war, dass beide Männer in der Geschichte hin und wieder Minderwertigkeitskomplexe bekamen und dann Probleme auftauchten, die mich genervt haben.
Auch Lydia war nicht hilfreich. Sie war unausgebildet und hat während des Buches auch keine Ausbildung vollzogen. Nach Beendigung des Buches bin ich mir unsicher, was sie überhaupt geleistet hat. Sie hat weder Dinge logisch kombiniert, noch wirklich gekämpft und sich lieber unüberlegt in Schwierigkeiten gebracht.

Schreibstil & Sichtweise

Von Beginn an kam mir die Szenerie sehr düster vor. Die Namensgebung, die Beschreibung des Umfeldes, die Monster, sie alle sorgten für eine gedrückte Stimmung, während es ganzen Buches. Trotzdem war der Schreibstil sehr leicht und locker zu lesen. Ich fand mich in einem flüssigen Lesetempo, das jedoch nicht die äußerste Spannung aus mir herauskitzeln konnte.
Geschrieben ist das Buch aus der Ich-Perspektive von Lydia.

Cover & Titel

Das Cover ist wirklich ein Schmuckstück. In der Mitte sieht man den Kreis, der wichtig für das Ewigkeitsgefüge ist und eine wichtige Rolle in dem Buch einnimmt. Auch die Kerzen sind nicht nur zur Deko abgebildet. Die Flammen bilden einen mystischen Kontrast zu dem eiskalten Blau.
Was das Ewigkeitsgefüge ist, wird bereits im Prolog geklärt. Danach findet es großteils keine Erwähnung mehr, bis es zum Finale kommt. Passend, kreativ und einzigartig.

Zitat

"Für ihn gab es nur noch zwei Möglichkeiten. Du hast für ihn entschieden, weil er zu schwach war, es selbst zu tun. Gib dir nicht die Schuld für deine eigene Stärke."
- Seite 90

Fazit

Ein Buch, welches großteils eine düstere Stimmung vermittelte und von Moment zu Moment sprang. das Ende war ziemlich schnell vorhersehbar. Dennoch konnte mich die erste Hälfte gut unterhalten, bis das Finale einiges eingebüßt hat.


Samstag, 26. August 2017

[Rezension] Anika Lorenz - In der Liebe ein Mensch

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Heart against Soul, Band 6 von 6
Seiten: 307
Kauf Verlag: eBook
Kauf Amazon: eBook

Inhalt 

Emmas größter Wunsch scheint endlich in Erfüllung zu gehen. Sie und Nate kommen sich wieder näher und Emma genießt die Zweisamkeit mit ihm in vollen Zügen. Der Wolf ihres Herzens ist wie ausgewechselt: stark, überschwänglich gut gelaunt und voller Selbstvertrauen. Aber Emma muss bald erkennen, dass zum neuen Nate auch Seiten gehören, die alles andere als sympathisch sind. Ihr wird bewusst, dass sie ihn noch viel besser kennenlernen muss, um ihn wirklich verstehen zu können. Doch Emmas Aufgabe lässt das nicht zu, denn plötzlich häufen sich die Nachrichten von monströsen Tieren, die Menschen angreifen. Bestien, die nur Gestaltwandler sein können…

Meine Meinung

Geschichte

Lange hat mich diese Reihe begleitet und nun habe ich endlich den finalen Band gelesen. Kurz nach Erscheinung habe ich es angefangen, doch nach 40% erstmal beiseite gelegt, da es mich nur mäßig packen konnte. Nun konnte ich es beenden und meine Meinung ist zwiegespalten.
Die Geschichte an sich war wirklich gut. Abwechslungsreich, spannende und auswegslos erscheinende Situationen, rücksichtslos. Ich liebe es, wenn ein Autor die Charaktere nicht zimperlich anfasst. Es tut im Herzen weh, wenn ihnen etwas zustößt, aber es lässt die Welt realistischer erscheinen. Und dem war auch hier so.
Gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass die Szenen immer kürzer wurden. Das Finale spielte an verschiedenen Orten, hintereinander und so war die Protagonistin Emma immer in Bewegung. Das machte die ganze Situation kurzlebig. Man kam in keiner Situation so richtig an, da sie sich immer wieder änderte. Möglich wäre dies definitiv durch mehr Seiten geworden, damit der Leser mehr Zeit zum Einleben gehabt hätte.

Charaktere

Mit den Charakteren hatte ich so meine Schwierigkeiten.
Die Protagonistin Emma wird statt immer weiser immer naiver. Sie redet mit ihrem Gefangenen, als wäre es ihr bester Freund, flüstert Freunden leise zu, wenn sie etwas nicht böse meint, aber autoritär wirken muss. Durch ihre Partnerschaftsgefühle sprüht sie dann zwischendurch noch voller Erregung. Ich dachte, ich habe einen Teenie vor mir, der noch nicht den ernst der Lage verstanden hat.
Auch Nate wurde mir komplett genommen. Während der Bücher wurde er mir immer unsympathischer, was auch an dem Vergleich zu Liam lag. Vor allem durch die Geschichte, konnte man nicht anders, als ihn nicht zu mögen, was auch PARTweise bestimmt gewollt war. Doch leider brachen bei mir jegliche positiven Gefühlsregungen zu ihm ein.
Allgemein wirkten nur wenige Charaktere erwachsen auf mich und das waren meistens die, die nicht im Vordergrund standen.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist wohl leider genau der eine Faktor, der mich komplett aus der Bahn geworfen hat. Mag die Geschichte auch noch so spannend gewesen sein, ich stolperte immer wieder über Satzkonstruktionen und Wortwahlen. Die Situationen wirkten teilweise überzogen, unnatürlich, inszeniert. In den ersten Büchern der Reihe war dieser Schreibstil noch sehr ausgereift und gefiel mir wirklich gut.
Geschrieben wurde das Buch aus der Ich-Perspektive von Emma.

Cover & Titel

Statt eines Tieres mit Emma sieht man auf dem finalen Band diesmal Nate und Emma. Es ist schön gestaltet und passt auch inhaltlich sehr gut. Einen Ticken zu gut. Es spoilert die Geschichte.
Zusammen mit dem Titel ist der Spoiler perfekt. Zum Glück basiert nicht die ganze Geschichte darauf. Letzten Endes zählt die Liebe jeglicher Art und das finde ich sehr schön.

Zitat

"Ihr Menschen seid komisch, obwohl ihr alles habt, seid ihr immer noch unzufrieden." 
- Position 2384

Fazit

Eine wirklich einfallsreiche und packende Geschichte, die mich leider wegen des Schreibstils nicht erreichen konnte.



Donnerstag, 24. August 2017

[Rezension] Jennifer Wellen - Lost in Pain, Zurück zu dir

Verlag: digital publisher
Reihe: /
Seiten: 336
Kauf Verlag: Kindle 
Kauf Amazon: Kindle - Taschenbuch

Inhalt 

Als Catlin O'Donnely Post mit einem Hinweis auf den Verbleib ihrer leiblichen Mutter erhält, will sie sofort dorthin. Die Frage ist nur wie? Weder hat sie ein Auto noch einen Führerschein und leidet zudem an Klaustrophobie. Somit bleibt ihr nur eines übrig - ihren einzigen Freund aus ihrer Vergangenheit im Waisenhaus um Hilfe zu fragen.
Doch der Trip quer durch die USA wird für sie und Nick zu einer Flucht ins Ungewisse. Nick drangt auf Antworten, warum Catlin damals aus dem Waisenhaus geflohen ist. Zudem werden sie von einem alten Bekannten von Catlin verfolgt, der etwas Wertvolles wiederhaben möchte, was Catlin ihm gestohlen hat. Denn sie ist nicht umsonst was sie heute ist - eine einsame, unstete Beischlafdiebin. Meile für Meile nähern die beiden sich somit der Wahrheit. Der Wahrheit, die ihr beider Leben verändern wird ...

Meine Meinung

Geschichte

Am Anfang war ich begeistert. Der Einstieg viel leicht, war vielversprechend. Das ganze Buch über begleiten einen die Ängste, Phobien und das Trauma der Protagonistin. Es fing an, als eine Geschichte, die so anders sein sollte, als alle bisherigen die ich kenne.
Doch dann entpuppte sich der Roman doch noch als altbekannt. Die Geschichte des Waisenkindes geht aus, wie in den meisten Fällen und die Protagonistin turtelt um ihren Schwarm herum, so wie er um sie, beide wissen was sie wollen, aber beide blocken ab. Sowas empfinde ich oft einfach nur als anstrengend.
Zudem wurden die Kapitel oft abgeschnitten, wenn es gerade interessant wurde. Ich hätte gerne mehr über einige Situationen erfahren, durfte aber nicht.
Dennoch war das Buch gespickt mit viel Spannung. Durch die Verfolgung nimmt es ein ganz neues Level an. Man bang um die Protagonistin, die nichts weiß, aber man als Leser schon. Das macht es immer wieder spannend.
Dazu kommt die süße, liebevolle Tiergeschichte, die mit eingebunden wurde und perfekt in die Geschehnisse gepasst hat.

Charaktere

Die Protagonistin Catlin wirkt am Anfang eher etwas distanziert, reserviert. Mit der Zeit lernt man ihr wahres Ich kennen. Zu jeder Person ist sie anders und mir gefiel, wie ihre Fassaden deutlich wurden.
Schön fand ich vor allem ihre Beziehung zu ihrem alten Freund Nick. Durch verschiedene Perspektiven erlebt man, wie er sie wahrnimmt und das hebt sich nochmal von meiner Meinung als Leser ab.
Insgesamt gefielen mir die Charaktere sehr gut. Sie waren bunt gemischt, brachten Humor, Spannung und schöne Momente. Zudem waren die Entwicklungen alles gut erkennbar.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil verändert sich je nach Perspektive, Situation und Zeit. So wird aus der Sicht des "alten Bekannten" ein etwas rauerer Schreibstil benutzt, der sehr gut gepasst hat, mir aber ab der Mitte des Buches etwas zu viel wurde.
Nick ist der liebe, kleine Junge mit einem großen Herz, das erkennt man, wenn man aus seiner Sicht liest und vor allem Catlins Ängste sind sehr mitfühlend beschrieben.
Geschrieben ist das Buch in der dritten Person aus den Sichten von Catlin, Nick und dem "Unbekannten".

Cover & Titel

Das Cover gefällt mir sehr. Mein Fokus liegt sofort auf der Straße mit der schönen Sonne. Die Straße steht für einen langen Weg, den jeder gehen muss und natürlich auch für inhaltliche Geschehnisse. Oben sieht man Nick und Catlin. Catlin wird immer als pure Schönheit im Buch beschrieben und mich freut es, dass sie so natürlich auf dem Cover wirkt. Sie wirkt friedlich, in sich gekehrt und strahlt eine persönliche Schönheit aus. Und Nick ist sowieso ein Schnuckel.

Zitat

"Catlin wurde schlecht. Sie hatte das Gefühl, das Dach des Busses würde immer näher kommen und sie erdrücken. Abrupt stand sie auf und griff japsend zu ihrer Tasche. Keine Sekunde länger hielt sie es hier drin mehr aus." 

Fazit

Ein Buch, welches die erste Hälfte sehr vielversprechend war. Tiefgründige Gefühle, interessante Geschichte. Doch gegen Ende wurde alles ein wenig zu klischeehaft. Der Ausging ihrer Identitätssuche, die Liebesgeschichte. Das nahm mir zu sehr die Fahrt.


Montag, 21. August 2017

[Rezension] Erin Hunter - Warrior Cats, Sonnenaufgang (Staffel 3, Band 6)

Verlag: Beltz & Gelberg
Reihe: Warrior Cats, Staffel 3, Band 6
Seiten: 342
Kauf Amazon: eBook - Gebunden - Taschenbuch - Audio CD
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Inhalt 

Die Wahrheit über die Herkunft von Häherfeder, Distelblatt und Löwenglut hat schreckliche Folgen: Nicht nur die drei Geschwister ringen mit ihrem neuen Wissen, der ganze DonnerClan ist erschüttert. Während der Wald in der Blattleere erstarrt, wenden sich Clan-Gefährten plötzlich voller Misstrauen gegeneinander. Die Geschwister sind verzweifelt: Kann sich die Prophezeiung von der Macht der drei überhaupt noch erfüllen oder ist dies das Ende ihres Clans?





Meine Meinung

Geschichte

Nach einer halben Ewigkeit habe ich nun endlich das Finale der dritten Warrior Cats Staffel gelesen. Zunächst fiel es mir schwer, wieder in die Geschichte hinein zu kommen, denn nach einer so großen Pause sind die Namen und Geschehnisse etwas neblig.
Dennoch war ich trotz einigen Erinnerungslücken schnell wieder in der Geschichte drin und fieberte endlich der Auflösung um die "Macht der Drei" nach. Doch die kam nicht.
Eine spannende Szene nach der nächsten wurde dem Leser geboten. Kämpfe, Geheimnisse, Zerwürfnisse. Die Geschichte wurde definitiv vorangetrieben. Doch leider fehlte mir das Finale... nichts nur des Buches, sondern der ganzen Staffel. Diese ist nun vorbei, doch um die Macht der Drei weiß man noch immer kaum mehr. Wofür sind die drei Katzen bestimmt? Wohin führt ihr Weg? Normalerweise leiten die ersten fünf Bücher einer Staffel das Finale ein, doch hier leitet eine komplette Staffel eine andere ein.

Charaktere

Noch immer geht es um dieselben drei Katzen. Häherfeder, Distelblatt und Löwenglut. Während der sechs Bände erlebt man ihre Entwicklung vom Kätzchen, zur ausgewachsenen Katze. Vor allem in diesem Band merkt man, wie sie endlich begreifen, welche Ziele sie verfolgen möchten, wer sie sind. Wie immer gab es Katzen, die man sofort ins Herz schließt, unfreundliche Katzen und Katzen, von denen man überhaupt nichts mitbekommt. Die Mischung ist perfekt und auch die ältesten Katzen sind wieder dabei, die durch ihren Pessimismus immer ein wenig frische und Humor in das Buch bringen.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist lebendig, mitreißend, spannend. Die Gefühle konnten gut vermittelt werden und die Kampfszenen ließen einen ohne Atem zurück. Sprachlich sehr gelungene Szenen diesmal.
Geschrieben ist das Buch, wie die komplette Staffel, in der dritten Person aus der Sicht der drei Katzen Häherfeder, Distelblatt und Löwenglut.

Cover & Titel

Das Cover bildet wie immer einen Kopf einer Katze ab, die eine große Rolle spielt, sowie eine entscheidende Szene im Buch. Da nicht viel passiert, ist dieses diesmal nicht allzu aussagekräftig. Dennoch passt es zum Inhalt.
Der Titel erschließt sich mir weniger. Eigentlich geht in diesem Buch alles bergab und es würde eher Sonnenuntergang heißen. Dennoch steht für fast jede Katze und auch dem Clan ein Neuanfang bevor, somit wäre der Sonnenaufgang passend.

Zitat


" >>Gestalte deine eigene Zukunft, Häherfeder<<, unterbrach ihn die Geisterkatze. >>Erwarte nicht, dass sie dir zu Pfoten gelegt wird wie ein Stück Frischbeute.<<" '
- Seite 97


Fazit

Ein wirklich spannender und abwechslungsreicher finaler Band der Staffel. Leider habe ich mehr Action und mehr Aufklärung um die "Macht der Drei" erwartet.



Mittwoch, 16. August 2017

[Freizeit] Nachts in der Buchhandlung

Huhu ihr Lieben! :)


Fragt ihr euch auch manchmal, wie Menschen in der damaligen Zeit ohne unseren ganzen Schnickschnack lebten? Wie tauscht man zum Beispiel seine viel zu große Büchersucht mit anderen Menschen aus ? Woher die Anregungen, das Lesefieber und schlaflose Nächte, weil man genau DAS richtige Buch empfohlen bekommen hat ?
Was soll ich sagen... Die Menschen gingen wohl auf die Straße, um sich ganz altmodisch mit anderen auszutauschen. Und genau so ging es mir vergangenen Monat. Ich trat einen gewagten Schritt vor die
Tür, atmete dieses komische Zeugs namens Luft ein und ging schnellen Schrittes ... nein Halt, das wäre zuviel des Gutes... ich nahm also das Auto und fuhr in die benachbarte Stadt.
Dort - in Pulheim - fand im Februar diesen Jahres zum ersten Mal "Nachts in der Buchhandlung" statt. Nachdem leider ein Termin ausgefallen ist, stand mein "erstes Mal" bevor. Ich parkte mein Auto bequem vor der Tür und klopfte erwartungsvoll an die Tür. Dort wurde ich super lieb empfangen. Ich war ein paar Minuten zu früh dran und die Verkäuferin wollte eigentlich noch etwas erledigen. Ich bot ihr also an, noch ein paar Minuten zu warten, wurde aber freundlich reingewunken. Kurz darauf wurden mir ein paar Salzstangen und ein leckerer Sekt angeboten. Mmh, lecker. Aber ich war ja nicht dort, um mein nicht vorhandenen kulinarischen Wissen auszupacken, sondern der Bücher halber.
In kürzester Zeit füllte sich die kleine Buchhandlung, doch nicht zu sehr. Es gab zwei Räume, einer ausgestattet mit einem bequemen Lesesessel, so hatte jeder genügend Platz. Nach und nach kam ich mit Jedem mal ins Gespräch, stöberte mich durch die Bücher und fand einige Schätze. Leider waren viele dort zu Zweit, sodass die Personen sich ein wenig abgeschottet haben, da sie sich schon kannten.
Letzten Endes konnte ich in einige tolle Bücher und auch Genres reinschnuppern und kam nicht drum herum, mir ein Buch zu kaufen, zudem ich wohl nicht gegriffen hätte, ohne vorher mal in aller Ruhe reinschnuppern zu können: "Bella Germania" von Daniel Speck. Vermutlich hätte ich, wie immer, etwas aus der Fantasy-Abteilung gegriffen.
Der Tag hat mir viel Freude bereitet und ich möchte gerne wieder dorthin. Wer in der Nähe von Köln wohnt, sollte dringend mal vorbeischauen! Soweit ich weiß, soll es einen neuen Termin Ende Herbst/Anfang Winter geben. An alle anderen: Sprecht doch mal mit euren Buchhandlungen, ob sie Lust auf so etwas hätten! Ich fand die Idee großartig und habe mich gefreut, dass ich dabei sein konnte. Ich finde es schade, dass bislang nur wenige Leute in diesen Genuss kommen können, also nehmt euch ein Buch, legt es vor euren Lieblingsverkäufer auf den Tisch und schwört auf das heilige Buch in eurem Bücherregal, dass ihr so etwas auch mal erleben wollt! :)

Würdet ihr euch über so eine Aktion in eurer Nähe freuen oder findet ihr auch tagsüber genug Ruhe, um in Buchhandlungen zu stöbern und reinzulesen?



Samstag, 5. August 2017

[Rezension] Antonia Michaelis - Die Worte der weißen Königin

Verlag: Oetinger
Reihe: /
Seiten: 272
Kauf Verlag: Kindle - Taschenbuch
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Inhalt

Niemanden beneidet Lion mehr als die Seeadler, wenn er sie beobachtet, wie sie hoch am Himmel kreisen, frei und glücklich. Bei ihm zu Hause, in dem Dorf an der Ostsee, gibt es nicht viel, auf das man neidisch sein könnte. Immer häufiger verwandelt sein Vater sich im Alkoholrausch in den gewalttätigen schwarzen König. Als Lion es nicht mehr aushält, flüchtet er in den Wald zu den Adlern. Doch das Leben dort ist hart, und immer wieder denkt Lion an die weiße Königin, die alte Frau, die ihm einst sowunderbar vorgelesen hat. Durch sie hat er den Zauber der Worte, ihre Wärme und Kraft entdeckt.


Meine Meinung

Geschichte

Zunächst wusste ich nicht, was mich erwartet. Der Titel klingt nach einer Fantasy-Geschichte, doch der Klappentext sagt etwas anderes aus.
Letzten Endes durfte ich eine tiefgründige, sehr an den Nerven zerrende Geschichte erleben. Der Inhalt des Buches sagt soviel aus. Hoffnung in der Schwärze, Freundschaft in der Hoffnungslosigkeit, Vertrauen in der Bodenlosigkeit.
Bewegend fand ich vor allem, in die Welt von Lion einzutauchen. Einem kleinen Jungen. Ich habe immer das Problem, das Kinder eines jungen Alters immer mehr können, als für das Alter gewöhnlich ist. Doch bei Lion wirkte alles realistisch und vor allem verlor ich nie sein Alter aus den Augen. Kindliche Fantasien, Wünsche und Ängste flossen in die Geschichte. Der kleine Lion, auf der Suche nach Worten. Bewegenden Worten einer Frau, die seine Kindheit prägte.
Gegen Ende möchte ich von keinem Höhepunkt reden, denn das ganze Buch war ein einziger, mitreißender Höhepunkt. Lions Schicksal scheint immer auswegloser. Die Wahrheit zu kennen erdrückt den Leser eher, als etwas vorweg zu nehmen. Das Ende war berührend, schön, doch leider oftmals kein Realismus. Dennoch kann ich es jedem empfehlen.

Charaktere

Die ganze Geschichte verfolgt man den kleinen Lion auf seiner Reise. Sein Geist ist stark, in seinem Alter muss er schon viel erleben. Normalerweise ist es der charakterliche Aspekt der auffällt in einem Buch, doch hier ist es der mentale. Tief in die Seele zu blicken war eine neue Erfahrung.
Jeder der Charaktere hatte Magie an sich hängen. Helle oder Dunkle. Jeder hatte eine einzigartigen Rolle in der Geschichte.

Schreibstil & Sichtweise

Geschrieben ist das Buch in einem harmonischen, tief berührenden Stil. Die Autorin spielt mit Worten, so wie es die weiße Königin tut. Sie sind magisch, berührend, einzigartig.
Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive von Lion.

Cover & Titel

Das Cover transportiert die Magie der Worte im Inneren des Buches. Dieser glänzende Schimmer auf der Wasseroberfläche, obwohl dieser von Dunkelheit umhüllt ist. Die Wellen die schlagen, vermutlich ausgelöst von einem einzigen Stein. Situationen, ausgelöst durch eine einzige Szene. Auf der Rückseite sieht man Lions Seeadler, der mir vorne etwas gefehlt hat, aber er ist dort.
Auch der Titel ist gut gewählt. Sofort wird man in Lions Welt mitgenommen. Die ersten Worte, die man aus seiner fantasievollen Welt erfährt.

Zitat



" >>Jetzt bist du völlig übergeschnappt<<, sagte Olin. Ich sah ihre Füße aus einem Apfelbaum hängen.<< 

>>Ja, jetzt bin ich wohl völlig übergeschnappt<<, sagte ich. >>Ist das nicht wunderbar?<<"

- Seite 174

Fazit

Eine tief berührende Geschichte, die mich sofort fesseln konnte und mich mit dem harmonischen Wortklang sofort in eine andere Welt führte. Nach Beendigung brauchte ich erstmal eine Pause für die Seele. Das Buch ist absolut empfehlenswert. Lest es!



Donnerstag, 3. August 2017

[Rezension] Chris Aslan - Alabaster

Verlag: scm
Reihe: /
Seiten: 240
Kauf Verlag: eBook - Taschenbuch
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

Als Maryams Vater einem sterbendem Leprakranken beisteht, schenkt ihm dieser einen Alabasterkrug mit unbezahlbar kostbarem Duftöl. Ein Vermögen für die Familie, die am Rande der Dorfgesellschaft lebt.
Doch der Krug bringt Unheil: Der Vater steckt sich mit Lepra an und muss das Dorf verlassen, Maryam und ihre Geschwister werden zu Aussätzigen. Doch dann erscheint Hoffnung: Gerüchte fliegen durchs Dorf über einen Wunderdoktor, der durchs Land
zieht. Es kommt zu einer Begegnung, die Maryams Leben und das ihrer Geschwister für immer auf den Kopf stellt. Die ergreifende Geschichte einer starken Frau, die sich nicht mit ihrem Schicksal
abfindet



Meine Meinung

Geschichte

Vorweg ist zu sagen, dass diese Geschichte auf einer biblischen Geschichte basiert und auch viel mit Glauben zu tun hat. Ich persönlich bin neutral auf diesem Gebiet und wollte mich von der Geschichte überraschen lassen, ohne Vorurteile.
So viel mir der Anfang auch sehr leicht. Zunächst schwankt die Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangenheit der Protagonistin. Die Kapitelanfänge sind jeweils aus der Gegenwart, doch vergas ich das oft, da der Zeitenwechsel nicht deutlich erkennbar war.
Die Lebensweisen und vor allem Glaubensmuster von damals - und teilweise noch heute - konnten mich immer wieder erstaunen. Zu lesen, was alles als unrein gilt und das die Leute tatsächlich danach leben, ist für meine deutschen Verhältnisse erstaunenswert.
Die Kapitel sind vielfältig und obwohl das Leben in dem Dorf sehr simpel ist, erlebt man immer wieder Abenteuer durch erschreckende Wahrheiten. Durch Schicksale, die oftmals gar nicht so selten vorkommen. Dadurch konnte das Buch mich fesseln und ich las es mit wenigen Pausen aus.
Als dann der Wunderdoktor gegen Ende eingebunden wurde, erhielt die Geschichte ihren letzten Schliff. Der Glauben rückte enorm in den Vordergrund, doch auch die Geschehnisse spitzten sich zu und brachten mir viel Lesefreude.
Einzig und allein die Emotionen der Protagonistin gegenüber des Vaters haben mir letzten Endes etwas gefehlt.

Charaktere

Alleine in der Familie der Protagonistin Maryam gab es viele unterschiedliche Charaktere. Jede Kleinigkeit beeinflusste die Leute damals, da ihr Glauben groß war. Während des Buches merkt man erst richtig, wie sehr der Glaube die Leute beeinflussen, zueinander und voneinander weg führen kann. Ich fand die Persönlichkeiten richtig gut dargestellt und liebte Maryam für ihre Stärke. Doch auch die Nebenfiguren zeigten Stärke, die nicht unterging.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil war sehr flüssig zu lesen und unerwartet mitreißend. Obwohl viel alltägliche Dinge geschehen, kam ich nicht von dem Buch los, da sie so realistisch beschrieben wurden, so mitfühlend, dass die Emotionen in mir hoch kamen oder der Schock mich einnahm.
Geschrieben ist das Buch aus Maryams Sicht in der Ich-Perspektive.

Cover & Titel

Das Cover ist eine einzige Augenweide, ich liebe es. Es ist einfach komplett anders, als die Cover, die man alle so kennt. Der Schatten der Person, umwunden von einer Pflanze, die golden schimmert, als wäre sie aus der Flüssigkeit, die in dem Gefäß ruht, was die Person hält. Das Cover strahlt eine Ruhe und Schönheit aus.
Der Titel bringt den Inhalt auf den Punkt, um den es geht. Ein kleines Gefäß, ein kleines Objekt, welches einen so großen Stein ins Rollen bringt.

Zitat

"Natürlich gebe ich dir keine Schuld daran, mein Kind. Schau, Männer sind wie Händler, sie kaufen die Regeln auf, als hätten sie alles Geld der Welt, und dann müssen die Frauen als Kamele herhalten und die Lasten für sie schleppen." 
- Seiten 77

Fazit

Eine wirklich mitreißende Geschichte, die das Leben der damaligen Zeit, mit einem strengen Glauben, gut darstellt. Viele atemraubende Szenarios, tolle Charaktere. Wer jedoch dem Glauben abgeneigt ist, der sollte sich bewusst sein, dass dieser eine große Rolle spielt.




Dienstag, 1. August 2017

[Rezension] Edwidge Danticat - Kein anderes Meer

Verlag: Aufbau Taschenbuch
Reihe: /
Seiten: 256
Kauf Verlag: Taschenbuch
Kauf Amazon: Kindle - Gebunden - Taschenbuch

Inhalt 

Claire verschwindet an ihrem siebten Geburtstag spurlos am Strand von Ville Rose auf Haiti. Ahnt sie, dass ihr Vater Nozias sie heute fortgeben will? Nach dem Tod von Claires Mutter kümmerte er sich allein um seine Tochter, doch dem armen Fischer fällt es immer schwerer, für ihren Unterhalt aufzukommen. Deshalb hofft er, dass Claire bei der reichen Tuchhändlerin Gaëlle ein besseres Leben hab wird. Aber Claire versucht mit aller Macht, sich dieser Trennung zu widersetzen und nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand.




Meine Meinung

Geschichte

Kein anderes Meer, aber viele verschiedene Geschichten warten auf einen. Im Schicksal verbunden.
Entgegen des Klappentextes dachte ich, dass die Geschichte sich um die kleine Claire handelt, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt. Doch die Geschichte dreht sich eher um sie herum. Ein jedes Kapitel erzählt von einem prägenden Ereignis in dem Leben der erzählenden Person. In dieser Szene spielte ein anderer Mensch eine wichtige Rolle, der dann im nächsten Kapitel behandelt wird. So zieht sich die Geschichte durch das ganze Buch, bis am Ende noch einmal von Claire berichtet wurde. Eigentlich hat es aber nichts mehr mit ihr zu tun.
Die einzelnen Geschichten sind spannend zu lesen und mich haben sie alle gefesselt. Sie sind einfallsreich und nicht alltäglich und zeigt, dass jeder Mensch seine Geheimnisse mit sich rumträgt und wie unterschiedlich die Menschen über gleiche Ereignisse denken.
Das Ende widmete sich dann wieder Claire und man erfuhr, was aus ihr geworden ist. Das hat für mich auch zwangsläufig zur Geschichte gehört.

Charaktere

Die Geschichte besteht aus vielen Charakteren, die alle von Grund auf unterschiedlich sind. Ich konnte gut nachvollziehen, warum die Personen so gehandelt haben und wie sie so geworden sind. Dennoch konnte man nur schwer eine Beziehung aufbauen, da sie wieder so schnell verschwanden.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil war recht angenehm und teilweise sehr poetisch, trotzdem konnte er mich nicht in eine andere Welt befördern und so las ich eine Geschichte, die zwar schön, aber nicht mitreißend war.
Geschrieben wurde das Buch in der dritten Person, in jedem Kapitel eine andere.

Cover & Titel

Das Cover liebe ich sehr. Es ist so exotisch und passt zum Handlungsort. Trotzdem habe ich im Buch wenig von der Kulisse mitbekommen, da diese wenig detailliert beschrieben wurde.
Den Titel finde ich halbwegs passend, er ist wenig selbsterklärend. Ich interpretiere ihn so, dass es für keine Person in der Geschichte ein anderes Meer - einen anderen Weg - gibt.

Zitat 

"Der Name war so heiter, wie er klag. Es war ein Name, den man voller Liebe aussprach, den man seiner Liebsten in der Nacht vor der Geburt des gemeinsamen Kindes ins Ohr flüsterte. [...] Es war ein Name, wie man in Gedichten oder Liebesbriefen oder Liedern fand. Es war ein Name der Liebe, nicht der Rache. Es war ein Name, den man voller Hoffnung rufen konnte. Es war ein Name, der die Macht besaß, die Sonne aufgehen zu lassen."
- Seite 130

Fazit

Eine Geschichte, die viel zu bieten hat. Sie ist tiefgründig und lässt einen viele Facetten des Lebens anblicken. Doch leider hatte es nicht mehr der erwarteten Geschichte zu tun und sie ging somit stark unter. Der Bezug zu Personen viel durch ständigen Perspektivenwechsel schwer.