Mittwoch, 29. März 2017

[Rezension] Matthias Teut - Erellgorh, Geheime Wege

Verlag: Selfpublish über DichtFest
Reihe: Erellgorh, Band 2 von 3
Seiten: 410
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt 

Dunkle Zeiten für die Völker Jukahbajahns: Grausame Schatten jagen nach den magischen Bruchstücken und Gellwicks ziehen mordend und plündernd durch die Länder.

Als Atharu, Selana und Pitu sich begegnen, überschlagen sich die Ereignisse. In der Elbenstadt Erellgorh glauben sie endlich, das Ausmaß der Bedrohung zu verstehen. Doch sie ahnen nicht, wie hoch der Preis wirklich ist, den sie zahlen müssen. Und nicht nur die Elben sind für eine Überraschung gut.



Meine Meinung

Geschichte

Wo ist dieser Autor nur all die Jahre gewesen? Ich bin glücklich und begeistert seinen Büchern über den Weg gelaufen zu sein, denn ich bin von Anfang bis Ende begeistert.
Die Geschichte ist in jedem Punkt durchdacht. Man hat eine Karte, an der man sich orientieren kann und sogar eine eigene Sprache entwarf der Autor eigens für seine Trilogie.
Auf der Suche nach schlummernden Kräften, dem wahren Guten und einem Amulett müssen die drei Hauptcharaktere etlichen Abenteuern entgegen sehen. Das schöne daran: Alle sind miteinander verstrickt. Als Leser kennt man alle Erzählstränge, doch die Charaktere sind im Buch oft getrennt und sind nicht auf dem neusten Stand. Man fiebert mit ihnen mit, möchte ihnen aus ihrer Unwissenheit heraus helfen. Denn er Autor lässt geschickt immer wieder einfließen, dass sie nicht alles wissen.
Das schöne ist, dass selbst aus Nebencharakteren bedeutsame Helden werden. Und noch schöner... grausamer ist, dass Teut zu den Autoren gehört, bei denen man nicht von vorne rein davon ausgehen kann, dass es ein Happy End geben wird. Man rechnet einfach mit allem und somit vergeht die Spannung nie.
Durch das Chaos, dass in der Buchwelt herrscht, gerät alles durcheinander. Völker reagieren und betreten Gebiete, in denen sie nie vorher waren. Glück für den Leser, denn somit lernt man viel mehr Wesen und Völker kennen, die Teut mit seinen Charakteren gar nicht alle hätte besuchen kommen können.
Verschiedene Wesen gibt es viele in diesem Buch. Einige kennt man schon, doch lässt der Autor seine eigene Vorstellung der Wesen einfließen und so werden sie zu etwas Einzigartigem. Doch auch unbekannte Wesen und Pflanzen finden ihren Platz. Tolle und mystische Neuschöpfungen, die neugierig machen.

Charaktere
Das schöne an dem Buch finde ich, dass die Charaktere noch so unterschiedlich sein können und eigentlich überhaupt nicht dem Charakter nah, den man ihm richtigen Leben mögen würde, man liebt sie einfach. Jedenfalls, wenn man den Charakter mögen soll. Die richtige Mischung fließt und der Autor hat einen fest in der Hand. Wen man mögen und vertrauen soll, den mag man und andersrum. Geschickt lässt er Zweifel an den vermeintlich Guten aufkommen und macht somit neugierig auf die Abenteuer des finalen Bandes.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist sehr ausgereift. Wie in guten High-Fantasy-Büchern erlebt man einen Genuss der Wörter. Zum einen ist dort die alte Sprache Illjait, die der Autor eigens für sein Buch erfunden hat, zum anderen detaillierter Beschreibungen neu erfundener Pflanzen und Wesen. Seine Sprache wechselt von Charakter zu Charakter. Je nachdem, welche perfekt zugeschnitten für den jeweils Sprechenden ist. Sie nimmt einen mit in eine andere Welt, fesselt einen an die Seiten.
Schon im ersten Band gab es einen Fakt, der mich in jedem Kapitel neu begeistert hat: Der Abschlussatz eines jeden Kapitel beinhaltet etwas geheimnisvolles, welches einen sofort zum weiterlesen verleitet. Das Kapitel scheint noch so ruhig zu verlaufen, der letzte Satz schlägt immer aufs Lesergemüt.
Geschrieben wurde das Buch aus den Sichtweisen von Selana, Atharu und Pitu. Prolog sowie Epilog aus Semjes (Zwerg) Sicht. Schon im ersten Band fand ich es schön, dass der Autor eine Reihenfolge in den Perspektivwechseln hat und nicht wahllos von einem zum anderen wechselt, wie es gerade von der Spannung her passt.

Cover & Titel 

Auch das Cover ist ein Augenschmaus für jeden Fantasy-Liebhaber. Kein Mensch, kein Gesicht. Einfach die schwarze Festung, wie sie empor ragt, verdichtet von unheilvoller Düsternis. Und davor der gute alte Semje mit seinem Dokabullen, wie er unwissend und abenteuerlich in die Gefahr zieht. Geheim und düster wirkt es, wie auch der Titel es sagt.
"Geheime Wege". So lautet der Untertitel des zweiten Bandes. Jeder Charakter muss diese gehen, um unentdeckt zu bleiben. Es öffnen sich neue Möglichkeiten und bis zuletzt bleibt einem der wirklich Grund des Namen verborgen. Über das Buch hinweg eröffnen sich bereits geheime Wege, doch einer der bedeutensten wird uns erst gen Ende offenbart.

Zitat


"Wenn der Widerwille nur groß genug war, war es egal, wie viel oder wenig Grund zur Hoffnung blieb."

Seite 253


Fazit

Ein Muss für alle Fantasy-Liebhaber! Bereits beim ersten Band der Reihe wagte ich es, mich soweit aus dem Fenster zu lehnen, um ihn mit Fantasy-Legenden zu vergleichen und diese Meinung möchte ich nicht zurücknehmen. Meiner Meinung nach, muss man dieses Buch gelesen haben. Toll recherchiert, durchdacht, entwickelt, geschrieben!


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