Montag, 30. Januar 2017

[Rezension] Nina MacKay - Rotkäppchen und der Hipster-Wolf

Verlag: Drachenmond
Reihe: Märchen, Band 1 von 3
Seiten: 380
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt 

Im Märchenwald ist die Hölle los. Alle Happy Ends wurden gestohlen! Cinderella, Schneewittchen und Co. beschließen, ihre verschwundenen Prinzen zu retten, wozu sogleich eine Verhöre-und-Töte -Liste der Verdächtigen erstellt wird:
1.Wölfe töten
2.Hexen töten
3.böse Stiefmütter töten (wobei das oft mit Punkt 2 einhergeht)
4.böse Feen töten

Nur Red findet die Idee äußerst schwachsinnig. Doch dann taucht ein gutaussehender Hipster auf, der mehr über die verschwundenen Prinzen zu wissen scheint. Schnell stellt sich heraus, dass Everton eigentlich ein Werwolf ist und auf der Liste der durch die Prinzessinnen bedrohten Arten steht. Red bleiben plötzlich nur sieben Tage, um die Prinzen zu finden, bevor sie Ever ausliefern muss. Doch warum will gerade er eigentlich die Happy Ends zurückbringen? Benutzt er Red nur für seine eigenen Zwecke? Sicher ist jedoch: In Reds Leben nimmt ab sofort die Zahl der Hipsterwitze wahnwitzige Ausmaße an, sehr zum Leidwesen von Ever ...

Meine Meinung

Geschichte

Grob betrachtet ist die Geschichte definitiv ein Muss! Es ist interessant sich vorzustellen, wie die Welt der Märchen eine eigene ist und vergleichbar mit unseren Kontinenten. Jede hat ihre eigene Vegetation und durch die Märchenstories sind sie alle einem Land passend zugeordnet. Alle Märchen in eine Geschichte zu packen bedarf schon vielen Gedanken und Können.
Doch mit der Umsetzung haperte es gewaltig. Sowohl die Charaktere, als auch ihre Handlungen, waren absolut unglaubwürdig. Der Nase nach stirbt jemand aus Zufall und ich wartet eigentlich nur darauf, dass irgendwie ein Fluch umgeht. Denn bitte: Alles Zufälle?! Zudem kommt noch, dass man doch nicht einfach die bekanntesten Märchenfiguren töten kann. Stirbt das Märchen dann ? Genau das hat mir auch das Ende vermiest. Es war so spannend und flüssig lesbar, bis wieder ein unnötiger Tod hinein geworfen wurde.
Die ganze Geschichte über ging es darum, die Prinzen zu finden und darauf läuft das Buch natürlich auch hinaus. Doch währenddessen bilden sich noch zig andere Handlungsstränge und tausende von Fragen werfen sich auf, die aber alle nicht mehr beantwortet werden. Wenn die Autorin gerade mal eine Lösung pro Buch bietet und dafür zehn mehr Fragen aufwirft, könnte die Reihe ewig gehen.
Sehr positiv fand ich allerdings die Auflösung der Rätsels. Nach einiger Zeit kommt man bereits drauf, wer hinter den Entführungen steckt, doch die Auflösung der Situation fesselte mich bis zur letzten Seite.

Charaktere

Ein Thema, was ich am liebsten überspringen würde: Grässlich!
Man hat das Gefühl, dass der Wortschatz eines jeden Bewohners nur noch aus Flüchen und Beleidigungen bestehen. Es wird immer begründet, dass die Prinzessinen und Prinzen faul geworden sind und dumm, weil sie nichts zu tun haben, doch zu den Märchen definitiv kein Vergleich mehr. So macht es auch einfach keinen Spaß zu lesen, denn auch die Witze bestehen großteils aus Beleidigungen. Die Bösen bleiben in gewisser Weise Böse und die Guten werden allesamt asozial und nervig. Tolle Grundlage. Man kann sie definitiv individuell nennen, doch vielleicht wurde der Vogel glatt abgeschossen.

Schreibstil & Sichtweise

Hier gibt es wieder Pluspunkte zu verteilen, denn einen so abwechslungsreichen Schreibstil liest man selten. Mehrmals pro Seite liest man Anspielungen, Neologismen und Umdichtungen, die mich mehrmals zum lachen verführen konnten. Hut ab!
Allerdings sticht die negative Seite hier extrem ins Auge. So fallen natürlich auch oft Beleidigungen und Wörter wie zum Beispiel "Deppenzepter" sind nicht mehr aus dem Buch rauszudenken, obwohl sie nach zweimaligem Erwähnen den Witz verloren haben.
Die Geschichte ist abwechselnd aus den Sichten von Rotkäppchen und der Prinzessinen-Gang geschrieben. Dabei hat man bei der Gang eine allesumfassende Erzählperspektive und bei Rotkäppchen die Ich-Sichtweise.

Cover & Titel

Das Cover ist sehr düster gestaltet, was an dem Bösen liegen kann, was überall rumläuft. In der Mitte sieht man einen Spiegel, der wohl auf Schneewittchens Spieglein hindeuten soll und philosophisch gesehen vielleicht auf das Gegenteil im Menschen. Den Spiegel. Im Spiegelbild sieht man Rotkäppchen mit einem Selfiestick sitzen, der häufig Gebrauch im Buch findet. Alles wirkt sehr trist auf mich, einzig und allein der Titel bringt etwas Farbe.
Mit dem Titel konnte man nicht viel falsch machen. Rotkäppchen trifft auf den Hipster-Wolf und erlebt ein Abenteuer mit ihm.

Zitat

" >Sind wir nicht alle ein bisschen verrückt hier?<, ruft mir die Grinsekatze mit Lady-GagaGedächtnisfrisur hinterher. "Jaja", murmele ich. "Aber irgendwer sprengt immer den Highscore.< "
- Position 4603

Fazit

Eine wirklich tolle Geschichte mit super Gedankengängen und einem wahnsinnigen Schreibstil, den man selten so liest. Ich würde es jedem empfehlen, der mir über den Weg läuft. Doch leider machen die Figuren und ihre fäkale Aussprache alles kaputt. Der Spaß schwindet und man ist nach einer Weile nur noch genervt.





Kommentare:

  1. Huhu liebe Lydia!

    Schade, dass dich das Buch aufgrund seiner Sprache nicht so überzeugen konnte. Ich danke dir aber auch für diese ehrliche Meinung, denn ich hatte das BUch auf der Wunschliste, von diesem Aspekt allerdings noch nicht gehört. Jetzt werde ich wohl erstmal in die Leseprobe schnuppern um zu sehen, ob ich mich mit dem Stil anfreunden kann oder nicht.

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom ♥♥♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das wäre bestimmt hilfreich. Fällt leider erst nach einer Weile auf bzw fängt nicht sofort an zu nerven.

      Löschen