Samstag, 23. September 2017

[Rezension] Britta Strauß - Sturmherz

Verlag: Drachenmond
Reihe: Einzelband
Seiten: 352
Kauf Verlag: Taschenbuch
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

Maris Sehnsucht nach dem Meer wächst von Tag zu Tag. Immer wieder träumt sie sich in eine Welt voller Wunder und Freiheit, bis sie in einer eisigen Winternacht erkennt, welche Geheimnisse der Ozean tatsächlich verbirgt. Man sagt, es gäbe Seehunde, die ihre Tiergestalt ablegen und zu Menschen werden. Man sagt, sie seien ebenso kaltherzig wie verführerisch. Nur ein Märchen für kalte Winterabende? Während Mari die Wahrheit hinter einer uralten Legende aufdeckt, entspinnt sich eine Liebesgeschichte, wie sie magischer nicht sein könnte. Doch die Gier eines gnadenlosen Feindes droht alles zu zerstören.

Meine Meinung

Geschichte

Selkies. Erstmal war ich verwirrt. Noch nie zuvor hatte ich von diesen Wesen gehört, obwohl ich fast ausnahmslos im Fantasy-Bereich lese. Der erste positive Faktor. Eine Geschichte, die nicht wie die anderen ist. Die mit einer neuen Idee aufwarten kann und noch dazu alte Mythen aufgreift.
Am Anfang war ich mir noch unsicher, wohin die Geschichte führen soll. Doch Seite um Seite wurde dies klarer. Das ganze Buch war eine einzige Herausforderung meiner Nerven. Ein Schicksal nach dem nächsten. Spannung, Seite über Seite. Ich konnte das Buch gar nicht mehr beiseite legen.
Vollkommen in den Bann wurde ich auch von der Liebesgeschichte gezogen. Normalerweise bin ich jeder Liebe abgeneigt, die von heute auf morgen zu wachsen schien. Doch hier war es komischerweise okay. Nein, geradezu perfekt. Ich verlor mich im Sog der Zuneigung, liebte die Charaktere mit jeder Seite mehr. Ich wollte sie gar nicht mehr gehen lassen.
Überrascht hat mich auch das Gefühl, was über dem Buch lag. Ich fühlte mich beim lesen etwas melancholisch, etwas bedrückt. Irgendetwas drückte auf meine Brust und ließ mich die Geschichte mitleben. Ich war mittendrin.
Das Ende besteht aus einer Art Doppelfinale. Es passieren zwei große Szenen, die beide unglaublich viel Spannung ließen. Obwohl Szenen teilweise gar nicht überraschend kamen und vorhersehbar waren, war ich dennoch geschockt, fieberte und bangte mit den Charakteren.
Die zweite Hälfte des Finales hatte mich dann mit seinen Fangzähnen geschnappt. War ich am Anfang noch dabei meine Tränen zurück zu blinzeln, so konnte ich am Ende die ein oder andere nicht mehr halten. Ich habe die Autorin verflucht, für das Gefühlswirrwarr, welches sie angerichtet hat, doch gleichzeitig war das Ende perfekt für mich.

Charaktere

Die Geschichte besticht mit starken Charakteren, die ich mit jeder Seite mehr lieben konnte.
Die Protagonistin Mari wirkt am Anfang schüchtern und unerfahren. Doch sie hat ein gutes Herz und weiß ihre positiven Gedanken nur nicht zu ordnen. Mit der Zeit durchlebt sie eine Entwicklung, die mir sehr gefiel. Sie änderte sich nicht von der schüchternen, zur komplett starken Figur, sondern endete in einer perfekten Mischung aus beidem. Sie gewann Selbstvertrauen.
Auch Louan gefiel mir sehr gut. Den Scharm, den er auf Mari ausübte, konnte er auch auf mich wirken. Ich fühlte, wenn er seine Kräfte einsetzte und fühlte seinen inneren Schmerz und auch Begierde.
Auch Nebencharaktere wachsen einem hier schnell ans Herz. Die Autorin weiß genau, was sie schreiben muss, um für jeden das passende Gefühl herzuzaubern.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil war magisch. Mit jeder Seite wurde ich mehr verzaubert und konnte mich gar nicht mehr lösen. Ich wurde in den Bann der Wörter genommen, lebte sie, fühlte sie. Sie lösten Emotionen in mir aus. Die Worte waren immer perfekt gewählt, ließen mich nie straucheln und nahmen mich mit in die Welt der Selkies.
Geschrieben wurde das Buch aus verschiedenen Sichten. Einmal aus den Sichten von Louan und Mari aus der Ich-Perspektive. Und dann aus den Sichten der Forscher in der dritten Person.

Cover & Titel

Das Cover fängt den magischen Hauch der See, der Selkiemythen ein. Man sieht den Vollmond, der eine wichtige Rolle spielt und das Meer, wie es sich vom Mond getrieben bewegt. Im Vordergrund ist Mari, mit einem entschlossenen Blick. Trotz Mensch auf dem Cover, mag ich es. Auch passt es inhaltlich gut zum Buch.
Als Sturmherz könnten die vielen Gefühle und die Abenteuer gemeint sein, die das Buch "aufwühlen", als wäre es in einem Sturm. Ganz nach dem Motto "Die Ruhe vor dem Sturm."

Zitat


" >>Ein vernünftiges Geschöpf <<, befand er irritiert, >>braucht keine Gesetze. Es weiß von Natur aus, was gut und was schlecht ist.<< 
- Position 3446 

Fazit

Dieses Buch konnte mich in allen Facetten überzeugen. Es hat einen spannenden Plot, tolle Charaktere und die Worte spielten mit meinen Gefühlen. Definitiv nun mein Drachenmond-Liebling, der mich dazu motiviert, gleich alle Bücher der Autorin zu kaufen.


Hier noch der Trailer der Website, den meiner Meinung nach richtig gut gelungen ist. Alleine der Trailer verkörpert schon, wie mystisch das Buch ist! 


Donnerstag, 14. September 2017

[Rezension] Alia Cruz - Isle of Gods, Die Kinder von Atlantis

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Isle of Gods, Band 1
Seiten: 290
Kauf Verlag: eBook
Kauf Amazon: eBook

Inhalt 

Um sich selbst vor dem Aussterben zu bewahren, entsandten die griechischen Götter einst fünf direkte Nachkommen auf die versunkene Insel Atlantis. Dort sollten sie bis zu ihrem Erwachsenenalter ein behütetes Leben führen, um sich nach dem Eintreten ihrer göttlichen Fähigkeiten mit den Stärksten der Insel zu paaren und Kinder zu gebären. So lautet die Legende, die Isabel ein Leben lang begleitet hat. Sie ist eine der fünf Auserwählten, nun fast volljährig und immer noch ohne göttliche Eigenschaften. Sie lebt in Luxus und Überfluss, während die anderen Jugendlichen der Insel in Arenakämpfen ums Überleben und um die Hand eines der Götterkinder ringen. Darunter auch der momentane Champion Quinn, der nichts von der Legende hält…


Meine Meinung

Geschichte

Götter und Atlantis. Machtvolle Wesen auf einer sagenumwobenen, mystischen Insel. Darum geht es in dem Buch "Isle of God." Doch so machtvoll sind diese Götter gar nicht. Der Glaube an sie schwindet mit jedem Tag mehr und ein Notfallplan muss geschmiedet werden. Somit stranden die Kinder von Atlantis auf der Insel und sind von nun an hart umkämpft.
Am Anfang konnte ich mich sehr für die Idee begeistern. Zu Beginn merkt man, dass es in dem Buch um alle Gottheiten geht. Das diese nicht alle aufgezählt werden können ist logisch, doch ich fand es erfrischend, dass nicht immer nur die griechischen Helden im Vordergrund stehen. Mir gefiel der Einstieg, man las von den Göttern, sowie den Kindern.
Doch dann folgten einige Kapitel, in denen ich mit mir selbst kämpfen musste, überhaupt weiter zu lesen. Die Kinder von Atlantis sind Nachkommen der Götter und entfalten deswegen zum achtzehnten Geburtstag besondere Fähigkeiten. Allerdings weiß keiner so genau, wann diese geboren sind. Zur Insel wurden sie geschickt in einem Alter von bis zu zwei Jahren. Komischerweise bekommen die Kinder aber alle ihre Fähigkeiten in einem Zeitraum von zwei, drei Tagen. Allen voran die Protagonistin, die schon nach wenigen Seiten ihre Kräfte entfaltete und sie nach noch weniger Seiten schon meisterte. Ich möchte gar nicht davon anfangen, dass sie innerhalb dieser wenigen Seiten sich auch unsterblich verliebt hat.
Zu schnell. Alles viel zu schnell.
Trotzdem gab ich mir einen Ruck, sah über diesen Logikfehler hinweg, der auch nie aufgeklärt wurde und las weiter. Zum Glück! Nachdem ich die schwächliche Anfangsphase überwunden habe, ging es bergauf. Die Situationen wurden endlich ausgeweitet, näher erläutert. Szenen wurden spannender, es gab mehr Action und auch Intrigen.
Vor allem das Finale war ganz nach meinem Geschmack. Mehrere kleine Szenen in einer großen. Kämpfe, unerwartete - aber nicht überraschende - Wendungen und ein relativ abgeschlossener erster Band, der zwar auf einen zweiten hinweist, doch ohne schlimmen Cliffhanger.
Dennoch muss ich sagen, dass die meisten Szenen im Buch vorhersehbar waren. Selbst die Geschehnisse um das große Finale konnten mich nicht überraschen oder mir einen Schock-Moment geben. Eher ein Nick-Moment, wenn sich meine Vermutungen bestätigten.

Charaktere

Auf der einen Seite haben wir die Götter, die im Olymp noch wirken, wie man sie aus anderen Geschichten und Mythologien kennt. Sie sind recht selbst fixiert und wollen ihre Macht um keinen Preis von sich geben. Auch die Wortwahl gefiel mir zu dem Zeitpunkt noch.
Dann haben wir die Götterkinder und Quinn. Eigentlich konnte ich mich kaum in die Götterkinder hineinzuversetzen. Im Buch wird beschrieben, welche Entwicklung diese während des Buches durchlaufen, doch davon merken konnte ich nicht viel. Das lag wohl daran, dass ich einfach nicht genug Zeit hatte, um auch die Geschwister der Protagonistin Isabel kennen zu lernen.
Isabel an sich schien mir ein Mauerblümchen zu sein. Sie bietet selten Kontra und wenn sie es tut, lenkt sie schnell ein. Ihre Denkweise wirkte ein wenig kindlich.
Quinn hingegen schien etwas erwachsener. Seine Gedanken sind abgehärtet von seiner herben Vergangenheit. Doch trotzdem steckt ein weicher Kern in ihnen.
Womit ich mich überhaupt nicht anfreunden konnte waren "Die Ältesten." Normalerweise stelle ich mir unter den "Ältesten" Menschen vor, die eine Menge Lebenserfahrung hinter sich haben, weise Entscheidungen treffen und eher andere Leute täuschen, anstatt selbst getäuscht zu werden. Doch in diesem Buch sind die Ältesten, gelinde gesagt, dumm. Sie fallen schnell auf Tricks rein und plappern ihre Gedanken laut aus, wie kleine Teenager.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil gefiel mir soweit sehr gut. Wären die Geschehnisse ein nicht so negativer Punkt, hätte mir das Buch durch den Schreibstil viele schöne Stunden bescheren können. Teilweise konnte er mich dennoch packen.
Geschrieben wurde das Buch in erster Linie aus der Sicht von der Göttertochter Isabel in der dritten Person. Doch teilweise gab es auch Kapitel aus der Sicht der Götter selbst.

Cover & Titel

Das Cover ist eine Augenweide, ich liebe es. Es wirkt einfach so exotisch und hat richtig schöne Farben. Alles wirkt, wie ein Traumurlaub auf einer Insel. Meiner Meinung nach passend zu Atlantis. Auch die Coverperson finde ich passend zu Isabel gewählt.
Der Obertitel "Isle of Gods" trifft es allgemein sehr gut und spoilert auch nicht. Ebenso gut gewählt ist der Untertitel "Die Kinder von Atlantis." Obwohl er nicht spezifisch auf einen Aspekt im Buch eingeht und sich von vorne herein erschließen lässt, trifft er dennoch den Kern.

Zitat

"Nur weil du etwas nicht willst, heißt es nicht, dass es nicht geschehen wird."
- Position 442

Fazit

Ein Buch, welches mir durch die Idee und den Schreibstil viel Freude bereiten konnte. Dennoch hatte ich starke Schwierigkeiten durch die Schnelllebigkeit und die Vorhersehbarkeit des Buches. Definitiv werde ich noch nach dem nächsten Band greifen.


Sonntag, 10. September 2017

[Aktion] dmlc-Sonntag: Mein Lieblingsbuch aus dem Drachenmond Verlag



Huhu ihr Lieben! :)

Von der Drachenmond-Challenge aus, wird nun jeden Sonntag eine Frage gestellt, die ich beantworten kann.
Letzte Woche war die Frage, was mich überhaupt zum Bloggen gebracht hat. Wer darüber erfahren möchte, kann gerne auf meiner Facebook-Seite vorbei schauen!

Heutige Frage

"Was ist dein liebstes Buch aus dem Drachenmond Verlag und was ist der Grund?" 


Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr kritisch bin und Ideenvielfalt zu schätzen weiß. Mein Problem mit diesem Verlag ist, dass einfach unglaublich viel Potenzial herrscht, aber oft nicht genutzt wird. So bin ich im Gegensatz zu vielen anderen kein Fan der Reihe "Dreizehnte Fee" und finde auch "Rotkäppchen und der Hipster-Wolf" überhaupt nicht witzig.

Allerdings bin ich bei einem Buch total Mainstream: "Die Mondprinzessin."
Ich habe zwar noch nicht allzu viele Drachen gelesen, aber dieses Buch hat mich wirklich am Meisten bislang überzeugen können. Es hat einfach Spannung, ein tolles Setting, eine interessante Geschichte und ein realistisches Ende.


Hier noch ein paar andere Bücher aus dem Verlag, die ich empfehlen kann



Was sind eure liebste Drachen? 



Freitag, 1. September 2017

[Rezension] Sarah Ricchizzi - Einmal im Jahr für immer

Verlag: Selfpublish
Reihe: /
Seiten: 344
Kauf: eBook

Inhalt 

Was bedeutet eigentlich Leben?
Math ist tot.
Und Amelie Red fragt sich, weshalb sie noch weiterleben soll.
Wozu den Schein wahren, wenn der Tod so schwer auf ihr lastet?

In ihrer Trauer um ihren verstorbenen Ehemann, vergisst Amelie Red, wer sie einst gewesen ist und verliert sich in ihrer eigenen Gedankenwelt. Dann klopft ein Clown unerwartet an ihre Badezimmertür und sprengt ihr Leben mit Abenteuern, die sie nicht erleben will. Ein Clown lässt sich allerdings nicht so einfach ignorieren, schon gar nicht, wenn im eigenen Treppenhaus ein Regenbogen erscheint, eine Hüpfburg im Wohnzimmer thront und sie das Haus nicht mehr durch die Haustür, sondern durch ein Fenster betreten muss.


Meine Meinung

Geschichte

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
Wie macht man weiter, nachdem der liebste Mensch nicht mehr am leben ist? Die Protagonistin Amelie Red weiß es nicht. Doch wer es weiß, ist der Clown, der plötzlich in ihrem Haus steht. Ohne Ankündigung.
Ein Thema, welches schwer auf der Brust liegt, gepaart mit Witz und Humor durch den Clown. Ein Buch, welches mit mir gespielt hat, wie mit einem Flummi. Auf und ab. Trauer und Freude.
Bereits am Anfang wird man mit der Härte und Emotionalität des Buches konfrontiert. Dabei ist alles so realitätsnah beschrieben, dass mein Herz nicht aufhören wollte, die Geschichte zu inhalieren. Meine Neugier war geweckt. Wohin möchte das Buch mich führen?
Daraufhin muss man einige Seiten lang stark bleiben. Durch emotionale Beschreibungen wird man, zusammen mit Amelie Red, in ein Loch aus Emotionen gezogen. Solange, bis der Clown auftaucht. Hier beginnt der auswegslose Kreis der Emotions-Achterbahn. Man möchte aussteigen, doch man kann es nicht. Man wird mitgerissen von der wilden Fahrt. Den untrüglich witzigen und einzigartigen Einfällen des Clowns.
Stück für Stück entwickelt sich Protagonistin Amelie und selten habe ich eine Veränderung eines Protagonisten so stark mitfühlen können. Es ist keine von-jetzt-auf-gleich-Veränderung, sondern verläuft über einen realistischen Zeitraum.
Fehlen dürfen natürlich nicht die Geheimnisse und Höhepunkte eines Buches. Dieser kam bei mir schon kurz nach der Hälfte. Und obwohl ich das Gefühl hatte, das Finale gelesen zu haben, so konnte ich nicht aufhören. So wollte ich unbedingt noch das Ende wissen. Und die Autorin fand immer wieder neue Informationen, die aufgedeckt werden wollten, neue Streiche des Clowns, die jeder mal gerne in der Realität nachmachen wollen würde.
Als ich dann dachte, dem Ende nahe zu sein, sprengt die Autorin mit einer Art Epilog meine Gefühlsgrenze. Innerhalb weniger Seiten zerriss sie mein Innerstes und ließ mich fassungslos zurück. Ich weine selten bei einem Buch, doch nun muss ich mich outen: Ich habe es getan. Das Ende hat mich komplett emotional aufgewühlt.
Doch mit Beendigung des Buches, fand ich keine Ruhe. Der Inhalt klang noch lange in mir nach. Es regte an, nachzudenken. Was ist passiert? Wie sieht es im richtigen Leben aus? Wie geht es Leuten wie Amelie und wie kann man ihnen helfen? Wie geht man mit Schmerzen um? Was bringt uns dazu zu leben?

Charaktere

In erster Linie liest man von Amelie und dem Clown.
Amelie's Emotionen sind das ganze Buch über präsent. Ihr Schmerz gerät nie in Vergessenheit und dieser Realismus lässt alle Emotionen nochmal lebendiger erscheinen. Mit Hilfe des Clowns entwickelt sie sich. Dabei gefiel mir sehr gut, wie langsam diese Entwicklung von statten ging. Oftmals liest man von einer 180 Grad Wendung, doch im richtigen Leben ist dem nicht so. Man entwickelt sich langsam. Mit den Situationen, die gerade passieren. Zudem gefiel mir Amelie's Art zurückzuschlagen. Der Clown provoziert sie oft, doch Amelie lässt sich nicht klein kriegen.
Der Clown war ein Charakter, den man auf lange Zeit noch vermissen wird. Er hat eine lockere, fröhliche Art, doch gleichzeitig hat man das Gefühl, dass er Amelie und einem selbst bis auf den Grund der Seele blicken kann. Ihn hat das Leben gezeichnet und genau das macht ihn so fröhlich. Er hat immer die passenden Worte und Aktionen gefunden

Schreibstil & Sichtweise

Selten nimmt mich ein Schreibstil emotional so mit. Selten lese ich ein Buch, welches so unzensiert, knallhart wahr ist. Dem Schreibstil ist eine Menge zu verdanken. Hier wurden Gedanken und Gefühle perfekt formuliert, die für viele schwer in Worte zu fassen sind. So perfekt, dass mir des Öfteren Tränen in die Augen stiegen und ich letzten Endes eingerollt, weinend auf dem Bett lag.
Geschrieben wurde das Buch aus der Perspektive eines auktorialen Erzählers. In erster Linie werden Amelie's Gedanken und Gefühle beschrieben, doch zwischendurch wird kurz zu dem Clown abgeschweift.

Cover & Titel

Das Cover ist schlicht und doch sehr auffällig. Die blaue Farbe findet sowohl im Buch, als auch in der Bedeutung einen Platz. Blau ist die Farbe des Meeres, der mit vielen Tränen assoziiert werden kann. Die Farbe Blau entspannt und wirkt beruhigend. Den inneren Frieden finden. Sie kann die Unendlichkeit und auch Unsterblichkeit ausdrücken.
Auch den Titel finde ich schön gewählt. Zwar findet er im Buch nur bedingt anklang, war aber dann in wenigen Situationen und im Gesamtwerk sehr wichtig.

Zitat

"Ihr war nicht bewusst gewesen, wie träge ich das Fundament ihres Lebens aufgebaut hatte, wenn ein paar Worte dazu bereit wären, es zu zerstören." 
- Position 2103

Fazit

Ein Buch, welches einen Wort für Wort immer mehr einnimmt und emotional komplett aufwühlt. Es ist tiefgründig, spricht ein weit verbreitetes Thema an und nimmt einen mit auf eine Reise der Selbstfindung. Absolut empfehlenswert. Tränen-Effekt garantiert!


Sonntag, 27. August 2017

[Rezension] Laura Labas - Ewigkeitsgefüge

Verlag: Drachenmond
Reihe: /
Seiten: 310
Kauf Verlag: Taschenbuch 
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

In Arden Creek ist nichts so, wie es scheint. Wer des Nachts durch die Straßen wandert, findet sich schon bald in der tödlichen Umarmung eines Mordenox´ wieder. Eine Kreatur, die mit ledrigen schwarzen Flügeln vom Himmel hinabstürzt und ihre Zähne in das zarte Fleisch ihrer Opfer senkt.
Lydia Prescott gehört zu einem Clan, der um diese Gefahr weiß. Als Somna ist sie dazu in der Lage, die Wandlung von Menschen zu Mordenox zu verhindern. Obwohl ihre Gabe so wichtig ist, ist sie noch nicht bereit, sie einzusetzen.
Dann aber wird ihr Clan beinahe vollständig ausgelöscht und sie muss lernen, sich selbst zu vertrauen. Gejagt von ihrem Feind und hin- und hergerissen zwischen den verschiedenen Mächten in der Stadt, kämpft sie darum, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihre Bestimmung zu erfüllen.


Meine Meinung

Geschichte

Die Autorin Laura Labas versucht eine neue Welt in der unseren zu erschaffen. Prinzipiell ist alles, wie wir es kennen, nur das diese Welt drei Organisationen beiwohnen, die miteinander verbunden sind und miteinander die Dämonen dieser Welt bekämpfen.
Hierbei gefiel mir die Grundidee ganz gut, die jedoch nicht überraschend neu war: Es gibt Menschen, die die Opfer der Monster aufspüren und diejenigen, die die Monster bekämpfen. Diese verwandeln sich nur bei Nacht, abgesehen von einer speziellen Spezies.
Nachdem man Protagonistin Lydia bei alltäglichen Tätigkeiten beiwohnt, fängt ziemlich schnell die Spannung an. In dem Buch wird kein unnötiger Atem verschwendet und es kommt gleich zur Sache.Vielleicht ein wenig zu viel auf einmal, denn die Protagonistin Lydia wird von einer schlimmen Situation in die nächste befördert, ohne wirklich in einer zu Verweilen.
Zwischen diesem ersten und letzten Drittel baut sich langsam eine Geschichte auf. Ziemlich schnell erkennt man, worauf die Autorin hinaus möchte und sehr schnell lies sich auch der Ausgang der Geschichte erahnen. Wer steckt hinter den verschiedenen Personen? Wer hat Gute und wer hat Böse Absichten? Faktoren, die mich im Idealfall am Ende überraschen und nicht vorhersehbar sein sollten.
Trotz dieser Kritikpunkte gefiel mir das Buch gut und ich habe auf den Wow-Moment des Finales gewartet... der dann leider auf der Strecke blieb. Nebst dem Faktor, dass sich meine Vermutungen bestätigt haben, kam schlicht und ergreifend keine Spannung auf. Alles war gehetzt. Im einen Moment ist sie in größter Not, im anderen wohlbehalten. Im einen Moment sind zig Monster vor Ort und alle kämpfen um ihr Überleben, im anderen löst die Protagonistin das Problem innerhalb kürzester Zeit, ohne unterbrochen zu werden. Obwohl sie von allen Seiten attackiert werden.

Charaktere

Während der 300 Seiten war es mir kaum möglich eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Denn alle Gefühle, die mir als Leser hoch kamen, wurden durch verschiedene Situationen zu nichte gemacht.
Protector Ace war mir vom ersten Moment an suspekt und auch, wenn ich nicht an dem Guten in ihm zweifelte, so mochte ich seine Art und Weise nicht. Diese war - wie bei fast allen Charakteren - recht unbedeutend. Man bekommt relativ wenig von den Charaktereigenschaften mit.
Das Einzige was mir auffiel war, dass beide Männer in der Geschichte hin und wieder Minderwertigkeitskomplexe bekamen und dann Probleme auftauchten, die mich genervt haben.
Auch Lydia war nicht hilfreich. Sie war unausgebildet und hat während des Buches auch keine Ausbildung vollzogen. Nach Beendigung des Buches bin ich mir unsicher, was sie überhaupt geleistet hat. Sie hat weder Dinge logisch kombiniert, noch wirklich gekämpft und sich lieber unüberlegt in Schwierigkeiten gebracht.

Schreibstil & Sichtweise

Von Beginn an kam mir die Szenerie sehr düster vor. Die Namensgebung, die Beschreibung des Umfeldes, die Monster, sie alle sorgten für eine gedrückte Stimmung, während es ganzen Buches. Trotzdem war der Schreibstil sehr leicht und locker zu lesen. Ich fand mich in einem flüssigen Lesetempo, das jedoch nicht die äußerste Spannung aus mir herauskitzeln konnte.
Geschrieben ist das Buch aus der Ich-Perspektive von Lydia.

Cover & Titel

Das Cover ist wirklich ein Schmuckstück. In der Mitte sieht man den Kreis, der wichtig für das Ewigkeitsgefüge ist und eine wichtige Rolle in dem Buch einnimmt. Auch die Kerzen sind nicht nur zur Deko abgebildet. Die Flammen bilden einen mystischen Kontrast zu dem eiskalten Blau.
Was das Ewigkeitsgefüge ist, wird bereits im Prolog geklärt. Danach findet es großteils keine Erwähnung mehr, bis es zum Finale kommt. Passend, kreativ und einzigartig.

Zitat

"Für ihn gab es nur noch zwei Möglichkeiten. Du hast für ihn entschieden, weil er zu schwach war, es selbst zu tun. Gib dir nicht die Schuld für deine eigene Stärke."
- Seite 90

Fazit

Ein Buch, welches großteils eine düstere Stimmung vermittelte und von Moment zu Moment sprang. das Ende war ziemlich schnell vorhersehbar. Dennoch konnte mich die erste Hälfte gut unterhalten, bis das Finale einiges eingebüßt hat.


Samstag, 26. August 2017

[Rezension] Anika Lorenz - In der Liebe ein Mensch

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Heart against Soul, Band 6 von 6
Seiten: 307
Kauf Verlag: eBook
Kauf Amazon: eBook

Inhalt 

Emmas größter Wunsch scheint endlich in Erfüllung zu gehen. Sie und Nate kommen sich wieder näher und Emma genießt die Zweisamkeit mit ihm in vollen Zügen. Der Wolf ihres Herzens ist wie ausgewechselt: stark, überschwänglich gut gelaunt und voller Selbstvertrauen. Aber Emma muss bald erkennen, dass zum neuen Nate auch Seiten gehören, die alles andere als sympathisch sind. Ihr wird bewusst, dass sie ihn noch viel besser kennenlernen muss, um ihn wirklich verstehen zu können. Doch Emmas Aufgabe lässt das nicht zu, denn plötzlich häufen sich die Nachrichten von monströsen Tieren, die Menschen angreifen. Bestien, die nur Gestaltwandler sein können…

Meine Meinung

Geschichte

Lange hat mich diese Reihe begleitet und nun habe ich endlich den finalen Band gelesen. Kurz nach Erscheinung habe ich es angefangen, doch nach 40% erstmal beiseite gelegt, da es mich nur mäßig packen konnte. Nun konnte ich es beenden und meine Meinung ist zwiegespalten.
Die Geschichte an sich war wirklich gut. Abwechslungsreich, spannende und auswegslos erscheinende Situationen, rücksichtslos. Ich liebe es, wenn ein Autor die Charaktere nicht zimperlich anfasst. Es tut im Herzen weh, wenn ihnen etwas zustößt, aber es lässt die Welt realistischer erscheinen. Und dem war auch hier so.
Gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass die Szenen immer kürzer wurden. Das Finale spielte an verschiedenen Orten, hintereinander und so war die Protagonistin Emma immer in Bewegung. Das machte die ganze Situation kurzlebig. Man kam in keiner Situation so richtig an, da sie sich immer wieder änderte. Möglich wäre dies definitiv durch mehr Seiten geworden, damit der Leser mehr Zeit zum Einleben gehabt hätte.

Charaktere

Mit den Charakteren hatte ich so meine Schwierigkeiten.
Die Protagonistin Emma wird statt immer weiser immer naiver. Sie redet mit ihrem Gefangenen, als wäre es ihr bester Freund, flüstert Freunden leise zu, wenn sie etwas nicht böse meint, aber autoritär wirken muss. Durch ihre Partnerschaftsgefühle sprüht sie dann zwischendurch noch voller Erregung. Ich dachte, ich habe einen Teenie vor mir, der noch nicht den ernst der Lage verstanden hat.
Auch Nate wurde mir komplett genommen. Während der Bücher wurde er mir immer unsympathischer, was auch an dem Vergleich zu Liam lag. Vor allem durch die Geschichte, konnte man nicht anders, als ihn nicht zu mögen, was auch PARTweise bestimmt gewollt war. Doch leider brachen bei mir jegliche positiven Gefühlsregungen zu ihm ein.
Allgemein wirkten nur wenige Charaktere erwachsen auf mich und das waren meistens die, die nicht im Vordergrund standen.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist wohl leider genau der eine Faktor, der mich komplett aus der Bahn geworfen hat. Mag die Geschichte auch noch so spannend gewesen sein, ich stolperte immer wieder über Satzkonstruktionen und Wortwahlen. Die Situationen wirkten teilweise überzogen, unnatürlich, inszeniert. In den ersten Büchern der Reihe war dieser Schreibstil noch sehr ausgereift und gefiel mir wirklich gut.
Geschrieben wurde das Buch aus der Ich-Perspektive von Emma.

Cover & Titel

Statt eines Tieres mit Emma sieht man auf dem finalen Band diesmal Nate und Emma. Es ist schön gestaltet und passt auch inhaltlich sehr gut. Einen Ticken zu gut. Es spoilert die Geschichte.
Zusammen mit dem Titel ist der Spoiler perfekt. Zum Glück basiert nicht die ganze Geschichte darauf. Letzten Endes zählt die Liebe jeglicher Art und das finde ich sehr schön.

Zitat

"Ihr Menschen seid komisch, obwohl ihr alles habt, seid ihr immer noch unzufrieden." 
- Position 2384

Fazit

Eine wirklich einfallsreiche und packende Geschichte, die mich leider wegen des Schreibstils nicht erreichen konnte.



Donnerstag, 24. August 2017

[Rezension] Jennifer Wellen - Lost in Pain, Zurück zu dir

Verlag: digital publisher
Reihe: /
Seiten: 336
Kauf Verlag: Kindle 
Kauf Amazon: Kindle - Taschenbuch

Inhalt 

Als Catlin O'Donnely Post mit einem Hinweis auf den Verbleib ihrer leiblichen Mutter erhält, will sie sofort dorthin. Die Frage ist nur wie? Weder hat sie ein Auto noch einen Führerschein und leidet zudem an Klaustrophobie. Somit bleibt ihr nur eines übrig - ihren einzigen Freund aus ihrer Vergangenheit im Waisenhaus um Hilfe zu fragen.
Doch der Trip quer durch die USA wird für sie und Nick zu einer Flucht ins Ungewisse. Nick drangt auf Antworten, warum Catlin damals aus dem Waisenhaus geflohen ist. Zudem werden sie von einem alten Bekannten von Catlin verfolgt, der etwas Wertvolles wiederhaben möchte, was Catlin ihm gestohlen hat. Denn sie ist nicht umsonst was sie heute ist - eine einsame, unstete Beischlafdiebin. Meile für Meile nähern die beiden sich somit der Wahrheit. Der Wahrheit, die ihr beider Leben verändern wird ...

Meine Meinung

Geschichte

Am Anfang war ich begeistert. Der Einstieg viel leicht, war vielversprechend. Das ganze Buch über begleiten einen die Ängste, Phobien und das Trauma der Protagonistin. Es fing an, als eine Geschichte, die so anders sein sollte, als alle bisherigen die ich kenne.
Doch dann entpuppte sich der Roman doch noch als altbekannt. Die Geschichte des Waisenkindes geht aus, wie in den meisten Fällen und die Protagonistin turtelt um ihren Schwarm herum, so wie er um sie, beide wissen was sie wollen, aber beide blocken ab. Sowas empfinde ich oft einfach nur als anstrengend.
Zudem wurden die Kapitel oft abgeschnitten, wenn es gerade interessant wurde. Ich hätte gerne mehr über einige Situationen erfahren, durfte aber nicht.
Dennoch war das Buch gespickt mit viel Spannung. Durch die Verfolgung nimmt es ein ganz neues Level an. Man bang um die Protagonistin, die nichts weiß, aber man als Leser schon. Das macht es immer wieder spannend.
Dazu kommt die süße, liebevolle Tiergeschichte, die mit eingebunden wurde und perfekt in die Geschehnisse gepasst hat.

Charaktere

Die Protagonistin Catlin wirkt am Anfang eher etwas distanziert, reserviert. Mit der Zeit lernt man ihr wahres Ich kennen. Zu jeder Person ist sie anders und mir gefiel, wie ihre Fassaden deutlich wurden.
Schön fand ich vor allem ihre Beziehung zu ihrem alten Freund Nick. Durch verschiedene Perspektiven erlebt man, wie er sie wahrnimmt und das hebt sich nochmal von meiner Meinung als Leser ab.
Insgesamt gefielen mir die Charaktere sehr gut. Sie waren bunt gemischt, brachten Humor, Spannung und schöne Momente. Zudem waren die Entwicklungen alles gut erkennbar.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil verändert sich je nach Perspektive, Situation und Zeit. So wird aus der Sicht des "alten Bekannten" ein etwas rauerer Schreibstil benutzt, der sehr gut gepasst hat, mir aber ab der Mitte des Buches etwas zu viel wurde.
Nick ist der liebe, kleine Junge mit einem großen Herz, das erkennt man, wenn man aus seiner Sicht liest und vor allem Catlins Ängste sind sehr mitfühlend beschrieben.
Geschrieben ist das Buch in der dritten Person aus den Sichten von Catlin, Nick und dem "Unbekannten".

Cover & Titel

Das Cover gefällt mir sehr. Mein Fokus liegt sofort auf der Straße mit der schönen Sonne. Die Straße steht für einen langen Weg, den jeder gehen muss und natürlich auch für inhaltliche Geschehnisse. Oben sieht man Nick und Catlin. Catlin wird immer als pure Schönheit im Buch beschrieben und mich freut es, dass sie so natürlich auf dem Cover wirkt. Sie wirkt friedlich, in sich gekehrt und strahlt eine persönliche Schönheit aus. Und Nick ist sowieso ein Schnuckel.

Zitat

"Catlin wurde schlecht. Sie hatte das Gefühl, das Dach des Busses würde immer näher kommen und sie erdrücken. Abrupt stand sie auf und griff japsend zu ihrer Tasche. Keine Sekunde länger hielt sie es hier drin mehr aus." 

Fazit

Ein Buch, welches die erste Hälfte sehr vielversprechend war. Tiefgründige Gefühle, interessante Geschichte. Doch gegen Ende wurde alles ein wenig zu klischeehaft. Der Ausging ihrer Identitätssuche, die Liebesgeschichte. Das nahm mir zu sehr die Fahrt.


Montag, 21. August 2017

[Rezension] Erin Hunter - Warrior Cats, Sonnenaufgang (Staffel 3, Band 6)

Verlag: Beltz & Gelberg
Reihe: Warrior Cats, Staffel 3, Band 6
Seiten: 342
Kauf Amazon: eBook - Gebunden - Taschenbuch - Audio CD
Kauf Verlag: eBookGebunden - Taschenbuch - Audio CD

Inhalt 

Die Wahrheit über die Herkunft von Häherfeder, Distelblatt und Löwenglut hat schreckliche Folgen: Nicht nur die drei Geschwister ringen mit ihrem neuen Wissen, der ganze DonnerClan ist erschüttert. Während der Wald in der Blattleere erstarrt, wenden sich Clan-Gefährten plötzlich voller Misstrauen gegeneinander. Die Geschwister sind verzweifelt: Kann sich die Prophezeiung von der Macht der drei überhaupt noch erfüllen oder ist dies das Ende ihres Clans?





Meine Meinung

Geschichte

Nach einer halben Ewigkeit habe ich nun endlich das Finale der dritten Warrior Cats Staffel gelesen. Zunächst fiel es mir schwer, wieder in die Geschichte hinein zu kommen, denn nach einer so großen Pause sind die Namen und Geschehnisse etwas neblig.
Dennoch war ich trotz einigen Erinnerungslücken schnell wieder in der Geschichte drin und fieberte endlich der Auflösung um die "Macht der Drei" nach. Doch die kam nicht.
Eine spannende Szene nach der nächsten wurde dem Leser geboten. Kämpfe, Geheimnisse, Zerwürfnisse. Die Geschichte wurde definitiv vorangetrieben. Doch leider fehlte mir das Finale... nichts nur des Buches, sondern der ganzen Staffel. Diese ist nun vorbei, doch um die Macht der Drei weiß man noch immer kaum mehr. Wofür sind die drei Katzen bestimmt? Wohin führt ihr Weg? Normalerweise leiten die ersten fünf Bücher einer Staffel das Finale ein, doch hier leitet eine komplette Staffel eine andere ein.

Charaktere

Noch immer geht es um dieselben drei Katzen. Häherfeder, Distelblatt und Löwenglut. Während der sechs Bände erlebt man ihre Entwicklung vom Kätzchen, zur ausgewachsenen Katze. Vor allem in diesem Band merkt man, wie sie endlich begreifen, welche Ziele sie verfolgen möchten, wer sie sind. Wie immer gab es Katzen, die man sofort ins Herz schließt, unfreundliche Katzen und Katzen, von denen man überhaupt nichts mitbekommt. Die Mischung ist perfekt und auch die ältesten Katzen sind wieder dabei, die durch ihren Pessimismus immer ein wenig frische und Humor in das Buch bringen.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist lebendig, mitreißend, spannend. Die Gefühle konnten gut vermittelt werden und die Kampfszenen ließen einen ohne Atem zurück. Sprachlich sehr gelungene Szenen diesmal.
Geschrieben ist das Buch, wie die komplette Staffel, in der dritten Person aus der Sicht der drei Katzen Häherfeder, Distelblatt und Löwenglut.

Cover & Titel

Das Cover bildet wie immer einen Kopf einer Katze ab, die eine große Rolle spielt, sowie eine entscheidende Szene im Buch. Da nicht viel passiert, ist dieses diesmal nicht allzu aussagekräftig. Dennoch passt es zum Inhalt.
Der Titel erschließt sich mir weniger. Eigentlich geht in diesem Buch alles bergab und es würde eher Sonnenuntergang heißen. Dennoch steht für fast jede Katze und auch dem Clan ein Neuanfang bevor, somit wäre der Sonnenaufgang passend.

Zitat


" >>Gestalte deine eigene Zukunft, Häherfeder<<, unterbrach ihn die Geisterkatze. >>Erwarte nicht, dass sie dir zu Pfoten gelegt wird wie ein Stück Frischbeute.<<" '
- Seite 97


Fazit

Ein wirklich spannender und abwechslungsreicher finaler Band der Staffel. Leider habe ich mehr Action und mehr Aufklärung um die "Macht der Drei" erwartet.



Mittwoch, 16. August 2017

[Freizeit] Nachts in der Buchhandlung

Huhu ihr Lieben! :)


Fragt ihr euch auch manchmal, wie Menschen in der damaligen Zeit ohne unseren ganzen Schnickschnack lebten? Wie tauscht man zum Beispiel seine viel zu große Büchersucht mit anderen Menschen aus ? Woher die Anregungen, das Lesefieber und schlaflose Nächte, weil man genau DAS richtige Buch empfohlen bekommen hat ?
Was soll ich sagen... Die Menschen gingen wohl auf die Straße, um sich ganz altmodisch mit anderen auszutauschen. Und genau so ging es mir vergangenen Monat. Ich trat einen gewagten Schritt vor die
Tür, atmete dieses komische Zeugs namens Luft ein und ging schnellen Schrittes ... nein Halt, das wäre zuviel des Gutes... ich nahm also das Auto und fuhr in die benachbarte Stadt.
Dort - in Pulheim - fand im Februar diesen Jahres zum ersten Mal "Nachts in der Buchhandlung" statt. Nachdem leider ein Termin ausgefallen ist, stand mein "erstes Mal" bevor. Ich parkte mein Auto bequem vor der Tür und klopfte erwartungsvoll an die Tür. Dort wurde ich super lieb empfangen. Ich war ein paar Minuten zu früh dran und die Verkäuferin wollte eigentlich noch etwas erledigen. Ich bot ihr also an, noch ein paar Minuten zu warten, wurde aber freundlich reingewunken. Kurz darauf wurden mir ein paar Salzstangen und ein leckerer Sekt angeboten. Mmh, lecker. Aber ich war ja nicht dort, um mein nicht vorhandenen kulinarischen Wissen auszupacken, sondern der Bücher halber.
In kürzester Zeit füllte sich die kleine Buchhandlung, doch nicht zu sehr. Es gab zwei Räume, einer ausgestattet mit einem bequemen Lesesessel, so hatte jeder genügend Platz. Nach und nach kam ich mit Jedem mal ins Gespräch, stöberte mich durch die Bücher und fand einige Schätze. Leider waren viele dort zu Zweit, sodass die Personen sich ein wenig abgeschottet haben, da sie sich schon kannten.
Letzten Endes konnte ich in einige tolle Bücher und auch Genres reinschnuppern und kam nicht drum herum, mir ein Buch zu kaufen, zudem ich wohl nicht gegriffen hätte, ohne vorher mal in aller Ruhe reinschnuppern zu können: "Bella Germania" von Daniel Speck. Vermutlich hätte ich, wie immer, etwas aus der Fantasy-Abteilung gegriffen.
Der Tag hat mir viel Freude bereitet und ich möchte gerne wieder dorthin. Wer in der Nähe von Köln wohnt, sollte dringend mal vorbeischauen! Soweit ich weiß, soll es einen neuen Termin Ende Herbst/Anfang Winter geben. An alle anderen: Sprecht doch mal mit euren Buchhandlungen, ob sie Lust auf so etwas hätten! Ich fand die Idee großartig und habe mich gefreut, dass ich dabei sein konnte. Ich finde es schade, dass bislang nur wenige Leute in diesen Genuss kommen können, also nehmt euch ein Buch, legt es vor euren Lieblingsverkäufer auf den Tisch und schwört auf das heilige Buch in eurem Bücherregal, dass ihr so etwas auch mal erleben wollt! :)

Würdet ihr euch über so eine Aktion in eurer Nähe freuen oder findet ihr auch tagsüber genug Ruhe, um in Buchhandlungen zu stöbern und reinzulesen?



Samstag, 5. August 2017

[Rezension] Antonia Michaelis - Die Worte der weißen Königin

Verlag: Oetinger
Reihe: /
Seiten: 272
Kauf Verlag: Kindle - Taschenbuch
Kauf Amazon: Kindle - Taschenbuch - Gebunden nur gebraucht

Inhalt

Niemanden beneidet Lion mehr als die Seeadler, wenn er sie beobachtet, wie sie hoch am Himmel kreisen, frei und glücklich. Bei ihm zu Hause, in dem Dorf an der Ostsee, gibt es nicht viel, auf das man neidisch sein könnte. Immer häufiger verwandelt sein Vater sich im Alkoholrausch in den gewalttätigen schwarzen König. Als Lion es nicht mehr aushält, flüchtet er in den Wald zu den Adlern. Doch das Leben dort ist hart, und immer wieder denkt Lion an die weiße Königin, die alte Frau, die ihm einst sowunderbar vorgelesen hat. Durch sie hat er den Zauber der Worte, ihre Wärme und Kraft entdeckt.


Meine Meinung

Geschichte

Zunächst wusste ich nicht, was mich erwartet. Der Titel klingt nach einer Fantasy-Geschichte, doch der Klappentext sagt etwas anderes aus.
Letzten Endes durfte ich eine tiefgründige, sehr an den Nerven zerrende Geschichte erleben. Der Inhalt des Buches sagt soviel aus. Hoffnung in der Schwärze, Freundschaft in der Hoffnungslosigkeit, Vertrauen in der Bodenlosigkeit.
Bewegend fand ich vor allem, in die Welt von Lion einzutauchen. Einem kleinen Jungen. Ich habe immer das Problem, das Kinder eines jungen Alters immer mehr können, als für das Alter gewöhnlich ist. Doch bei Lion wirkte alles realistisch und vor allem verlor ich nie sein Alter aus den Augen. Kindliche Fantasien, Wünsche und Ängste flossen in die Geschichte. Der kleine Lion, auf der Suche nach Worten. Bewegenden Worten einer Frau, die seine Kindheit prägte.
Gegen Ende möchte ich von keinem Höhepunkt reden, denn das ganze Buch war ein einziger, mitreißender Höhepunkt. Lions Schicksal scheint immer auswegloser. Die Wahrheit zu kennen erdrückt den Leser eher, als etwas vorweg zu nehmen. Das Ende war berührend, schön, doch leider oftmals kein Realismus. Dennoch kann ich es jedem empfehlen.

Charaktere

Die ganze Geschichte verfolgt man den kleinen Lion auf seiner Reise. Sein Geist ist stark, in seinem Alter muss er schon viel erleben. Normalerweise ist es der charakterliche Aspekt der auffällt in einem Buch, doch hier ist es der mentale. Tief in die Seele zu blicken war eine neue Erfahrung.
Jeder der Charaktere hatte Magie an sich hängen. Helle oder Dunkle. Jeder hatte eine einzigartigen Rolle in der Geschichte.

Schreibstil & Sichtweise

Geschrieben ist das Buch in einem harmonischen, tief berührenden Stil. Die Autorin spielt mit Worten, so wie es die weiße Königin tut. Sie sind magisch, berührend, einzigartig.
Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive von Lion.

Cover & Titel

Das Cover transportiert die Magie der Worte im Inneren des Buches. Dieser glänzende Schimmer auf der Wasseroberfläche, obwohl dieser von Dunkelheit umhüllt ist. Die Wellen die schlagen, vermutlich ausgelöst von einem einzigen Stein. Situationen, ausgelöst durch eine einzige Szene. Auf der Rückseite sieht man Lions Seeadler, der mir vorne etwas gefehlt hat, aber er ist dort.
Auch der Titel ist gut gewählt. Sofort wird man in Lions Welt mitgenommen. Die ersten Worte, die man aus seiner fantasievollen Welt erfährt.

Zitat



" >>Jetzt bist du völlig übergeschnappt<<, sagte Olin. Ich sah ihre Füße aus einem Apfelbaum hängen.<< 

>>Ja, jetzt bin ich wohl völlig übergeschnappt<<, sagte ich. >>Ist das nicht wunderbar?<<"

- Seite 174

Fazit

Eine tief berührende Geschichte, die mich sofort fesseln konnte und mich mit dem harmonischen Wortklang sofort in eine andere Welt führte. Nach Beendigung brauchte ich erstmal eine Pause für die Seele. Das Buch ist absolut empfehlenswert. Lest es!



Donnerstag, 3. August 2017

[Rezension] Chris Aslan - Alabaster

Verlag: scm
Reihe: /
Seiten: 240
Kauf Verlag: eBook - Taschenbuch
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

Als Maryams Vater einem sterbendem Leprakranken beisteht, schenkt ihm dieser einen Alabasterkrug mit unbezahlbar kostbarem Duftöl. Ein Vermögen für die Familie, die am Rande der Dorfgesellschaft lebt.
Doch der Krug bringt Unheil: Der Vater steckt sich mit Lepra an und muss das Dorf verlassen, Maryam und ihre Geschwister werden zu Aussätzigen. Doch dann erscheint Hoffnung: Gerüchte fliegen durchs Dorf über einen Wunderdoktor, der durchs Land
zieht. Es kommt zu einer Begegnung, die Maryams Leben und das ihrer Geschwister für immer auf den Kopf stellt. Die ergreifende Geschichte einer starken Frau, die sich nicht mit ihrem Schicksal
abfindet



Meine Meinung

Geschichte

Vorweg ist zu sagen, dass diese Geschichte auf einer biblischen Geschichte basiert und auch viel mit Glauben zu tun hat. Ich persönlich bin neutral auf diesem Gebiet und wollte mich von der Geschichte überraschen lassen, ohne Vorurteile.
So viel mir der Anfang auch sehr leicht. Zunächst schwankt die Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangenheit der Protagonistin. Die Kapitelanfänge sind jeweils aus der Gegenwart, doch vergas ich das oft, da der Zeitenwechsel nicht deutlich erkennbar war.
Die Lebensweisen und vor allem Glaubensmuster von damals - und teilweise noch heute - konnten mich immer wieder erstaunen. Zu lesen, was alles als unrein gilt und das die Leute tatsächlich danach leben, ist für meine deutschen Verhältnisse erstaunenswert.
Die Kapitel sind vielfältig und obwohl das Leben in dem Dorf sehr simpel ist, erlebt man immer wieder Abenteuer durch erschreckende Wahrheiten. Durch Schicksale, die oftmals gar nicht so selten vorkommen. Dadurch konnte das Buch mich fesseln und ich las es mit wenigen Pausen aus.
Als dann der Wunderdoktor gegen Ende eingebunden wurde, erhielt die Geschichte ihren letzten Schliff. Der Glauben rückte enorm in den Vordergrund, doch auch die Geschehnisse spitzten sich zu und brachten mir viel Lesefreude.
Einzig und allein die Emotionen der Protagonistin gegenüber des Vaters haben mir letzten Endes etwas gefehlt.

Charaktere

Alleine in der Familie der Protagonistin Maryam gab es viele unterschiedliche Charaktere. Jede Kleinigkeit beeinflusste die Leute damals, da ihr Glauben groß war. Während des Buches merkt man erst richtig, wie sehr der Glaube die Leute beeinflussen, zueinander und voneinander weg führen kann. Ich fand die Persönlichkeiten richtig gut dargestellt und liebte Maryam für ihre Stärke. Doch auch die Nebenfiguren zeigten Stärke, die nicht unterging.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil war sehr flüssig zu lesen und unerwartet mitreißend. Obwohl viel alltägliche Dinge geschehen, kam ich nicht von dem Buch los, da sie so realistisch beschrieben wurden, so mitfühlend, dass die Emotionen in mir hoch kamen oder der Schock mich einnahm.
Geschrieben ist das Buch aus Maryams Sicht in der Ich-Perspektive.

Cover & Titel

Das Cover ist eine einzige Augenweide, ich liebe es. Es ist einfach komplett anders, als die Cover, die man alle so kennt. Der Schatten der Person, umwunden von einer Pflanze, die golden schimmert, als wäre sie aus der Flüssigkeit, die in dem Gefäß ruht, was die Person hält. Das Cover strahlt eine Ruhe und Schönheit aus.
Der Titel bringt den Inhalt auf den Punkt, um den es geht. Ein kleines Gefäß, ein kleines Objekt, welches einen so großen Stein ins Rollen bringt.

Zitat

"Natürlich gebe ich dir keine Schuld daran, mein Kind. Schau, Männer sind wie Händler, sie kaufen die Regeln auf, als hätten sie alles Geld der Welt, und dann müssen die Frauen als Kamele herhalten und die Lasten für sie schleppen." 
- Seiten 77

Fazit

Eine wirklich mitreißende Geschichte, die das Leben der damaligen Zeit, mit einem strengen Glauben, gut darstellt. Viele atemraubende Szenarios, tolle Charaktere. Wer jedoch dem Glauben abgeneigt ist, der sollte sich bewusst sein, dass dieser eine große Rolle spielt.




Dienstag, 1. August 2017

[Rezension] Edwidge Danticat - Kein anderes Meer

Verlag: Aufbau Taschenbuch
Reihe: /
Seiten: 256
Kauf Verlag: Taschenbuch
Kauf Amazon: Kindle - Gebunden - Taschenbuch

Inhalt 

Claire verschwindet an ihrem siebten Geburtstag spurlos am Strand von Ville Rose auf Haiti. Ahnt sie, dass ihr Vater Nozias sie heute fortgeben will? Nach dem Tod von Claires Mutter kümmerte er sich allein um seine Tochter, doch dem armen Fischer fällt es immer schwerer, für ihren Unterhalt aufzukommen. Deshalb hofft er, dass Claire bei der reichen Tuchhändlerin Gaëlle ein besseres Leben hab wird. Aber Claire versucht mit aller Macht, sich dieser Trennung zu widersetzen und nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand.




Meine Meinung

Geschichte

Kein anderes Meer, aber viele verschiedene Geschichten warten auf einen. Im Schicksal verbunden.
Entgegen des Klappentextes dachte ich, dass die Geschichte sich um die kleine Claire handelt, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt. Doch die Geschichte dreht sich eher um sie herum. Ein jedes Kapitel erzählt von einem prägenden Ereignis in dem Leben der erzählenden Person. In dieser Szene spielte ein anderer Mensch eine wichtige Rolle, der dann im nächsten Kapitel behandelt wird. So zieht sich die Geschichte durch das ganze Buch, bis am Ende noch einmal von Claire berichtet wurde. Eigentlich hat es aber nichts mehr mit ihr zu tun.
Die einzelnen Geschichten sind spannend zu lesen und mich haben sie alle gefesselt. Sie sind einfallsreich und nicht alltäglich und zeigt, dass jeder Mensch seine Geheimnisse mit sich rumträgt und wie unterschiedlich die Menschen über gleiche Ereignisse denken.
Das Ende widmete sich dann wieder Claire und man erfuhr, was aus ihr geworden ist. Das hat für mich auch zwangsläufig zur Geschichte gehört.

Charaktere

Die Geschichte besteht aus vielen Charakteren, die alle von Grund auf unterschiedlich sind. Ich konnte gut nachvollziehen, warum die Personen so gehandelt haben und wie sie so geworden sind. Dennoch konnte man nur schwer eine Beziehung aufbauen, da sie wieder so schnell verschwanden.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil war recht angenehm und teilweise sehr poetisch, trotzdem konnte er mich nicht in eine andere Welt befördern und so las ich eine Geschichte, die zwar schön, aber nicht mitreißend war.
Geschrieben wurde das Buch in der dritten Person, in jedem Kapitel eine andere.

Cover & Titel

Das Cover liebe ich sehr. Es ist so exotisch und passt zum Handlungsort. Trotzdem habe ich im Buch wenig von der Kulisse mitbekommen, da diese wenig detailliert beschrieben wurde.
Den Titel finde ich halbwegs passend, er ist wenig selbsterklärend. Ich interpretiere ihn so, dass es für keine Person in der Geschichte ein anderes Meer - einen anderen Weg - gibt.

Zitat 

"Der Name war so heiter, wie er klag. Es war ein Name, den man voller Liebe aussprach, den man seiner Liebsten in der Nacht vor der Geburt des gemeinsamen Kindes ins Ohr flüsterte. [...] Es war ein Name, wie man in Gedichten oder Liebesbriefen oder Liedern fand. Es war ein Name der Liebe, nicht der Rache. Es war ein Name, den man voller Hoffnung rufen konnte. Es war ein Name, der die Macht besaß, die Sonne aufgehen zu lassen."
- Seite 130

Fazit

Eine Geschichte, die viel zu bieten hat. Sie ist tiefgründig und lässt einen viele Facetten des Lebens anblicken. Doch leider hatte es nicht mehr der erwarteten Geschichte zu tun und sie ging somit stark unter. Der Bezug zu Personen viel durch ständigen Perspektivenwechsel schwer.


Samstag, 29. Juli 2017

[Rezension] Kim Leopold - Ascheblüte

Verlag: Amrun
Reihe: How to be happy, Band 1 (einzeln lesbar)
Seiten: 470
Kauf Verlag: Taschenbuch
Kauf Amazon: Kindle - Gebunden

Inhalt

Vor fast zwei Jahren hat Ash New York verlassen und ist nach Toronto gezogen, um dort sein Glück zu finden. Seine Geschichte hat er in einem Buch verarbeitet, das zum Bestseller geworden ist. Seitdem leidet er an einer Schreibblockade und bringt nichts Neues zustande. Als sein Verlag in Gestalt von Camille einen neuen Roman fordert, bucht er spontan ein Ticket nach Irland, um das zu tun, was er am besten kann: Davonlaufen.

Camille bekommt die Chance ihres Lebens: Um sich einen Job im Lektorat zu sichern, soll sie Ash zu einem neuen Buch überreden. Als er ein Ticket nach Irland bucht, folgt sie ihm kurzerhand. Denn nur mit seiner Hilfe kann sie sich aus ihrer persönlichen Hölle befreien.


Meine Meinung

Geschichte 

Ans Buch setzen, aufklappen, eine Seite lesen, gefangen sein.
Dieses Buch ist einfach träumerisch und hat sich auf dem schnellsten Weg in mein Herz gebahnt. Schon den Vorgänger mochte ich sehr, doch die Reihe ist auch einzeln lesbar.
Die Geschichte fängt an mit liebenswürdigen Charakteren, bei denen man sofort weiß, wo man dran ist. Ohne viel zu sagen erschafft die Autorin eine Aura um ihre Schützlinge, durch die man sofort erkennt, wer diese wirklich sind. Und das ist keinesfalls negativ.
Man begleitet diese Charaktere auf einer Reise gepaart mit Angst, Hoffnung, Frustration, Freude, Liebe, Glück und aus einem Job wird bald weitaus mehr.
Auf einer realistische Weise kommen sich die Charaktere näher, nie war mir etwas zu viel oder zu wenig, die perfekte Mischung herrschte.
Getarnt durch die Erlebnisse, lässt die Autorin ihre Botschaften durchdringen, wie man denn nun glücklich ist. Dieses Buch ist kein Ratgeber und drängt auch nicht in den Vordergrund, was man tun muss, um glücklich zu sein. Man spürt es einfach während des Buches. Man spürt, welche Veränderungen einen glücklich machen, was die Seele erleichtert und uns vor Freude springen lässt.

Charaktere

Wer Ash schon aus dem vorigen Band kennt, der wird ihn lernen, noch mehr zu lieben... Ja, das ist tatsächlich möglich. Wer ihn noch nicht kennt, wird ihn lieben. Ash ist ein Mann, der seine Macken hat, wie jeder. Doch vor allem seine einfühlsame Seite schlägt durch und die macht ihn zerbrechlich, doch Mann bleibt Mann, er möchte stark wirken, beziehungsweise sich von der Welt schützen. Dieser Zwiespalt erweckte in mir den Beschützerinstinkt und den In-Arm-Nehmen-Reflex.
Camille - ein wirklich schöner Name - ist lebensfroh und lässt sich nicht unterkriegen. Doch auch bei ihr ist die Fassade hochgezogen. Wie im realen Leben, lernt man als Leser erst ihre äußere, fröhliche Fassade kennen, doch je tiefer man im Buch ist, desto mehr öffnet sie sich.
Allgemein schafft die Autorin viel Individualität und zeigt auf, was Geschehnisse in einem verändern können.

Schreibstil & Sichtweise

Das Buch glänzt durch einen angenehmen Schreibstil, der einen in sekundenschnelle in alle emotionale Lagen bringen kann und einen zu anderen Orten trägt.
Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive von Camille und Ash.

Cover & Titel

Ich liebe die Farben des Covers. Das grün ist sehr hübsch. In der Mitte sieht man ein Zelt, da die Charaktere campen gehen, dahinter Nacht. Farblich strahlt es für mich eine lauwarme Sommernacht aus. Die untere Seite des Buches ist grün verdeckt, es stellt Bäume dar. Die Inszenierung der Natur gefällt mir sehr gut. Malerisch und realistisch zugleich.
Den Titel Ascheblüte definiere ich für mich selbst so, dass aus der Asche, eine Blüte entstehen kann oder selbst die Asche etwas schönes wie eine Blüte enthalten kann. Er wirkt auf jeden Fall durchdacht und ist einzigartig.

Zitat

"Ich balle die Hände zu Fäusten und wende den Blick ab, weil ich sie sonst garantiert in den Arm ziehen würde, um sie zu trösten. Und wenn ich sie erst in meinem Arm habe, würde ich sie wahrscheinlich nie wieder gehen lassen."
- Seite 141

Fazit

Buch für Buch schleicht sich die Reihe in mein Lieblingsarsenal. Ich würde sie jedem weiterempfehlen. Vor allem dieses glänzt mit einer Natürlichkeit, mit der sich jeder vergleichen kann. Einfach zum abschalten und wegträumen.


Donnerstag, 27. Juli 2017

[Rezension] C.J. Daugherty und Carina Rozenfeld - Secret Fire, Die Entfesselten

Verlag: Oetinger
Reihe: Secret Fire, Band 2 von 2
Seiten: 448
Kauf Verlag: eBook - Gebunden
Kauf Amazon: eBook - Gebunden

Inhalt 

Wenn ein Fluch dein Schicksal ist, vertrau‘ auf die Liebe! Taylor und Sacha haben im St. Wilfred College Zuflucht gefunden. Hier sucht man fieberhaft nach einer Möglichkeit, die furchterregenden Todbringer zu vernichten. Nur noch wenige Tage bleiben bis zu Sachas 18. Geburtstag, dem Tag, an dem er sterben wird, falls die zwei es nicht schaffen, den uralten Fluch zu bezwingen. Ein Wettlauf gegen die Zeit, der von Sacha und Taylor verlangt, sich dem zu stellen, was sie am meisten fürchten, um nicht zu verlieren, was sie am meisten lieben.




Meine Meinung

Allgemein

Das sich meine Meinung oft mit anderen spaltet, erkennt man mal wieder an dieser Dilogie. Während viele von Band 1 begeistert waren, fand ich es zu klischeehaft. Während viele von Band 2 enttäuscht waren, war ich begeistert.
Trotz meiner nicht so positiv ausfallenden Kritik zum ersten Teil, gab ich dem Finale der Reihe eine Chance und erneut merke ich: So etwas lohnt sich!
Spannend beginnt das Buch bereits und genau diese zieht sich durch das komplette Buch bis zum Ende. Die Situationen waren abwechslungsreich und großteils nachvollziehbar. Und obwohl ich teilweise noch immer Parallelen zu anderen, bekannten Bücher entdeckt habe, so machten mir diese nichts mehr aus, da die Geschichte so viel mehr bot.
Fasziniert hat mich, wie die Autorin es immer wieder schaffte, dass ich mich um den Charakter Sacha sorgte. Obwohl ich als Leser sein Schicksal kannte und wusste, was ihm zustoßen kann und was nicht, so saß ich dennoch immer fiebernd vor dem Buch.
Die Sahne auf dem Tortenbuch war definitiv die Sprache. Wenn ich Bücher lese, vergesse ich oft, dass diese nicht in Deutschland spielen, doch hier wurde man durch immer wiederkehrende und bekannte französische Ausdrücke in der Welt Frankreichs gehalten.
Nur ein Aspekt ging mir etwas verloren: Die Einzigartigkeit von Taylor. Es wird immer wieder betont, dass nur sie alles verändern kann und das ihre Kräfte außergewöhnlich sind. Das waren sie auch, doch stach diese Bedeutung nicht hervor und blieb oberflächlich.

Charaktere

Die Autorin schafft einzigartige Charaktere, die mir ans Herz gewachsen sind. Im Vorgänger hatte ich noch keine große Beziehung. Sacha war mir zu sehr der BadBoy, dem alles egal ist und Taylor nichts besonderes. Doch beide mausern sich zu einer Persönlichkeit, die ich nicht vergessen möchte.
Am meisten gefiel mir jedoch Louisa, der man den typischen "harte Schale, weicher Kern"-Aussage anhängen kann. Ihre persönliche Wandlung war nicht zu aufgesetzt, realistisch und nahm mich ein.

Schreibstil & Sichtweise

In diesem Band herrscht permanente Spannung. Von Anfang bis Ende zieht sich diese permanent durchs Buch, sodass ich sogar um Charakter Sacha bangte, dessen Schicksal man als Leser ja schon kennt.
Durch immer wiederkehrende französische Bezeichnungen und Hinweise auf Taylors Akzent, bleibt das Gefühl eines anderen Landes aufrecht und erinnert einen immer wieder daran, wo die Handlung spielt.
Geschrieben ist das Buch in der dritten Person, aus Taylors Sachas und Louisas Sicht.

Cover & Titel

Das Cover gleicht dem ersten stark. Erneut ist der Kopf in der Mitte, vermutlich von Taylor, umrahmt von Symbolen und dem Tier oben links in der Ecke. Die Farbe ist nun ein schönes grün, nicht wie im Internet vermutbar blau. Das Cover ist nicht individuell auf das Buch zugeschnitten. Im groben, ganzen passt es aber zum Buch.
Auch der Titel passt, da jeder in diesem Buch Kräfte hat, die er entfesselt. Magisch oder einfach mental.

Zitat

"Was hat das Leben für einen Sinn, wenn du den Tag kennst, an dem du sterben wirst?" 
- Seite 222

Fazit

Durch den zweiten Band wurde die Dilogie lesenswert für mich. Die Handlung bleibt konstant spannend und die Charaktere wuchsen mir ans Herz.


[Rezension] Laura McVeigh - Als die Träume in den Himmel stiegen

Verlag: Fischer
Reihe: /
Seiten: 352
Kauf: Taschenbuch Verlag - Amazon - eBook Verlag - Amazon

Inhalt

»Es gibt Reisen, die wir niemals unternehmen wollten. Und dennoch treten wir sie an, weil es der einzige Weg ist, um zu überleben. Dies ist meine Reise.«

Samar muss mit ihrer Familie aus dem gelben Haus mit dem Mandelbaum in Kabul flüchten. Mit ihren Eltern und Geschwistern kommt sie in ein Dorf im Hindukusch. Doch auch dort bricht der Schrecken ein, der für Samar jetzt plötzlich ein Gesicht bekommt: Die Taliban überfallen das Dorf. Samars Familie bleibt nur ein Ausweg: über die Grenzen hinaus zu fliehen, das Land zu verlassen. Wird Samar jemals in der Freiheit ankommen?



Meine Meinung

Allgemein

Emotional bewegend und nachdenklich stimmend.
Dieses Buch hat mich auf viele Arten tief berührt. War ich am Anfang noch unsicher, was ich von der Geschichte halten soll, da einfach sehr viel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gesprungen wurde und ich das definitiv nicht erwartet hätte, so war ich am Ende unsicher, warum meine Gefühle so wirr sind.
Seite um Seite hatte dieses Buch Wendungen, Botschaften und bittere Realität zu bieten. Immer ein wenig mehr.
In der Geschichte wird ein schon lange aktueller Aspekt besprochen: Die Flucht aus dem Krieg. Dieses Buch verbindet hierbei verschiedene Szenarien, die passieren können. Vermutlich nicht alle einer Person, aber trotzdem erlebt man sie auf einer kurzweiligen, aber erschütternder Ebene.
In der Mitte des Buches befand sich bereits der Höhepunkt, welcher die ganze Situation noch einmal um 180 Grad wendet. Ab dort gibt es nichts mehr, was diese Situation überbieten könnte, doch ab diesem Punkt war ich so im Trance von den Geschehnissen, dass ich wie durch einen Nebel das Buch weiterlesen musste. Dieser Effekt könnte vielleicht verloren gehen, wenn man danach pausiert.
Die Geschehnisse wecken einen auf, aus der heilen Welt in der wir wohnen. Es erläutert unleugbare Realitäten. Auch wenn ich persönlich vieles schon wusste, so fand die Geschichte anklang und bewegte etwas in mir und meinen Gedanken. Für Leute, die sich intensiv mit dem Thema Flucht beschäftigen, ist es wahrscheinlich nicht ganz so emotional, da doch vieles sachlich bleibt.
Das Ende lässt viele Fragen offen und endet an einem Wendepunkt in dem Leben der Protagonistin. Natürlich wünsche ich mir Antworten auf zahlreiche zurückgebliebene Fragen, doch spiegelt das Ende die Realität wieder: Viele Menschen bekommen diese Antworten in ihrem eigenen Leben selbst nicht.

Charaktere

Obwohl die Charaktere recht oberflächlich bleiben, wirken sie ausgefeilt. Jeder bekommt eine eigene Geschichte, durch die man sich erinnern kann. Jeder entwickelt sich. Und doch bleiben sie alle eine Person unter vielen. Es wirkt, als wären sie für sich untereinander einzigartig.
Es wird deutlich, dass jeder Mensch ein Geheimnis in sich trägt. Dieser trägt er sein ganzes Leben lang mit sich. Wie so schön Stephen King bereits schrieb: "Der Acker eines Mannes ist steiniger."

Schreibstil & Sichtweise

Zuerst war der Schreibstil gewöhnungsbedürftig. Er bleibt recht sachlich und oberflächlich. Doch genau diese Kürze und Neutralität lässt die Szenen realer und eindrucksvoller werden. Liebe zum Detail ist hier definitiv fehl am Platz. Wenn ein Detail wichtig ist, so sticht dieses durch die Einzigartigkeit doppelt hervor.
Besondere Wörter der Kultur (Baba, Patu, ...) erschaffen eine zusätzliche Atmosphäre
Geschrieben ist das Buch aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Samar.

Cover & Titel

Ein Mädchen, welches durch eine karge Landschaft läuft. Durch den Blick nach hinten wirkt dieses, als würde es sich gehetzt umblicken und fliehen, was passend zum Inhalt wäre. Doch leider macht das Bändchen in ihrer Hand diesen Eindruck kaputt. Es wirkt mehr, als würde sie tanzen. Gepaart mit Titel wirkt das Cover eher heiter, trotz kargem Hintergrund und schwarzer Schattierung der Coverperson.
Auch mit dem Titel kann ich mich nicht so sehr anfreunden. Manche lassen Träume in den Himmel steigen als positives Zeichen, hier ist es wohl eher in dem Sinne des Verlustes. Für mich wirkt alles zu heiter, im Gegensatz zum Inhalt.

Zitat

" >Ich wollte nur vergessen.< 
<Das will ich auch.> 
Fürs Vergessen ist es zu spät." 
- Seite 298

Fazit

Ein sehr emotionales Buch, welches einem zum nachdenken anregt und zusätzlich über die Welt der Flüchtlinge aufklärt. Ungeahnte Wendungen und eine bittere Realität. 


Montag, 24. Juli 2017

[Rezension] Alexandra Fuchs - Straßensymphonie

Verlag: Drachenmond
Reihe: /
Seiten: 376
Kauf: Taschenbuch Verlag - Amazon  - eBook Amazon

Inhalt


Seit dem Tod meines Vaters hatte sich alles verändert. Eine Bühne betreten und singen - das würde ich nie wieder können, dessen war ich mir sicher.
Doch dann kam er. Wirbelte alles durcheinander und brachte die Katze in mir zum Fauchen. Gestaltwandler hin oder her, für mich war er nur ein räudiger Straßenköter. Doch seine Band brauchte dringend eine neue Sängerin - und ich jemanden, der mir dabei half, die Musik wieder zu spüren.





Meine Meinung

Allgemein

Der Einstieg in das Buch viel mir spielend leicht. Die Protagonistin hat einen Humor, der genau meinen Geschmack trifft und sich durch das ganze Buch zieht. Vollkommen ironisch, aber in einem gesunden Maß.
Das Buch fällt sofort in die Musikebene. Der Anfang geht zügig, die Protagonistin findet zu ihrer Musik zurück. Doch dabei bleibt es leider nicht lange. Schon ab der Hälfte des Buches hat der Inhalt eigentlich nicht mehr viel mit Musik zu tun. Das erwartete Finale lag bereits hinter mir und ich widmete mich einem Thema, mit dem ich gar nicht gerechnet hätte. Zwar wusste ich durch den Klappentext, dass es in dem Buch auch Gestaltwandler gibt, doch hätte ich niemals damit gerechnet, dass diese den Großteil einnehmen und die Musik gnadenlos beiseite drängen werden.
Keine Frage: Die Szenen waren gut geschrieben und die Geschichte auch spannend, doch hat sie einfach nicht zu der erwarteten Geschichte gepasst. Der Klappentext, Titel und Cover erzählen mir, dass es sich um Musik handelt, doch genau dieser Aspekt fällt fast gänzlich weg und wird nur zwischendurch immer mal sanft eingeschoben. Es wäre definitiv ein guter Stoff für ein Fantasy-Buch geworden, doch nicht für dieses.
Schön finde ich jedoch, wie erwartete Situationen einzigartig werden, da sie eine andere Wendung nehmen, als gedacht, So liebe ich es, wenn Charaktere nicht alles bekommen, was sie sich wünschen und eben nicht alles so unnatürlich perfekt läuft.
Das Ende jedoch lies einiges an Spannung offen. Der Bösewicht kam nicht überraschend und auch wenn das Szenario an sich spannend war, so fehlte mir etwas zum Schluss.

Charaktere

Ich liebe die Charaktere. Die Protagonistin Kat kommt mir sehr nah. Sie hat eine ironische Ader und einen Sturrkopf. Es hat viel Spaß gemacht über sie zu lesen.
Auch die Eigenschaften der Tiere konnte ich gut mit den Charakteren verbinden. Sie haben einfach super gepasst.
Im Zwiespalt bin ich mit der Liebesbeziehung. Einerseits geht alles langsam und seicht, genauso wie ich es liebe. Doch andererseits bemerke ich die Entwicklung zwischen beiden nicht. Sehr schnell können die beiden es gut miteinander, mögen sich, haben diese Anziehung, doch das bleibt dann über das ganze Buch auf diesem Level und man merkt die Sprünge nicht, wann sich etwas verändert, wann sie denn jetzt zusammen sind und vieles mehr. Die Grenzen waren mir zu schwammig.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist locker zu lesen. Viel Humor ist durch Kat's ironisches Denken eingebaut. Auch emotional konnte es mich packen.
Geschrieben wurde das Buch aus Kat's Sicht in der Ich-Perspektive.

Cover & Titel

Ich liebe das Cover! Es ist so idyllisch. Eine Musikerin, die bei Nacht die Straße Richtung statt geht, über ihr der Mond. Neben ihr läuft ihr Seelentier und schaut sie an. Die Coverfigur lässt etwas hinter sich, das Cover ist malerisch.
Auch der Titel lädt zum Träumen ein: Straßensymphonie. Hier möchte ich nicht zuviel verraten, aber er passt auf jeden Fall zur ersten Hälfte des Buches.
Doch leider war es genau das, Entweder passt der Inhalt nicht zum Cover/Titel oder andersrum. Wie man es eben sehen möchte.

Zitat

"Vielleicht war es mit schlechten Neuigkeiten wie mit einem Pflaster, je schneller man es abriss, desto weniger tat es weh. Ich irrte mich, denn egal wie langsam oder schnell man etwas erfuhr, die Nachricht wog gleich schwer." 
- Seite 240

Fazit

Eine wirklich schöne Geschichte, die mich hätte überzeugen können, wenn nicht diese unerwartete Wendung gekommen wäre, die einfach nicht ins Buch passen mag.