Montag, 13. November 2017

[Rezension] Emily Thomsen - Flerya, Drachenschlaf

Verlag: Drachenmond
Reihe: Flerya, Band 1 von 3
Seiten: 340
Kauf Verlag: Taschenbuch
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt 

Einst verbannte der Drachenkönig Gardorath die Herrscherin der Ghul und bewahrte damit das Reich vor dem Niedergang. Nur die Trägerin des magischen Armbandes Kemantie kann Aine befreien. Nichts anderes will Yadiran, der oberste Feldherr der dunklen Herrscherin und dabei ist ihm jedes Mittel recht. Er entführt Gardoraths Tochter Flerya, die untrennbar mit Kemantie verbunden ist und zieht sie als sein eigenes Kind auf. Ohne Erinnerung an ihre wahre Herkunft schenkt sie ihm ihre ganze Liebe. Doch der kaltblütige Seelenfresser wartet nur auf Fleryas sechzehnten Geburtstag. Es ist der Tag, an dem der Drache in ihr erwacht und sie Aine befreien wird. Der Tag an dem Yadiran ihren Tod fordert. Gebrochen vom Verrat und auf sich allein gestellt, versucht Flerya ihrem Häscher zu entrinnen – und den Untergang Emireschas abzuwenden.


Meine Meinung

Geschichte 

Oft habe ich bei dem Verlag das Gefühl, dass die Geschichten einfallsreich und toll sind, jedoch die Umsetzung oft besser hätte sein können. Umso mehr überraschte es mich, als ich mit Flerya ein Buch gefunden hatte, was mich mal wieder richtig überzeugen konnte.
Zunächst fiel mir ein Einstieg in das Buch schwer. Es werden ziemlich viele Charaktere mit Namen in die Geschichte eingeführt, von denen ich noch nie in meinem Leben etwas gehört habe. Das prägt sich leider nicht so gut ein und wird mich wohl auch im nächsten Band noch begleiten.
Auch mit den Beschreibungen wurde ich am Anfang nicht allzu sehr warm. Das liegt weder daran, dass sie nicht detailliert gewesen wären oder nicht gut geschrieben, sondern eher daran, dass sie teilweise gefehlt haben. Verschiedene Kreaturen werden in das Buch eingeführt, die nur dürftig beschrieben wurden. Beispielsweise ist mir der Begriff "Undine" noch nie über den Weg gelaufen. Was können diese Wesen?
Ebenso erging es mir mit Beschreibungen der Welt. Dort, wo sich die Geschichte abspielte, wurde alles ausführlich und sehr bildlich beschrieben. Umso trauriger war ich, dass die Welt an sich, die oft erwähnt wird, kaum oder nicht bildhaft beschrieben wurden.
Doch so ausführlich ich diese Kritikpunkte nun beschrieben habe, umso mehr machten die positiven diese Aspekte wett. Denn die Geschichte gefiel mir außerordentlich gut. Zwei verfeindete Spezies, doch wer ist Gut und wer ist Böse? Hier entscheidet der Leser selbst, denn wie es eben realistisch ist, haben beide Seiten gute und schlechte Dinge getan.
Der Ort, an dem das Geschehen in erster Linie sich abspielt ist detailliert, geheimnisvoll und birgt eine Menge Enteckungen. Man lernt erneut fremde Wesen kennen, mit dessen Beschreibung ich diesmal zufrieden war. Auch die Ortschaft konnte ich mir bildlich vorstellen. Die Szenen dort waren spannend und ich bin nur so über die Seiten geflogen.
Das Ende konnte mein Fantasyherz höher schlagen lassen. Eine perfekte Portion aus Spannung, Action und Neugierde auf den Folgeband. Man kommt als Leser nicht zu kurz, es passiert richtig etwas.

Charaktere

Als Hauptcharakter hat man natürlich Flerya. Sie feiert in dem Buch ihren 16. Geburtstag und ist somit eine relativ junge Protagonistin. So kam es manchmal auch vor, dass sie etwas trotzig wirkte oder unerfahren. Definitiv realistischer, als wenn sie in ihrem Alter überreif wäre.
Dann haben wir das Krieger-Trio, die für den Drachenkönig arbeiten. Sie alle sind sympathisch und wachsen einem schnell ins Herz. Mit ihren Tierpartnern haben sie das außergewöhnliche Extra.
Nebst einigen Inselbewohnern, die alle eine einzigartige Geschichte zu erzählen haben, gibt es auch noch den Ghulkönig, dem auch eine Sicht gewidmet wurde, die endlich mal aufzeigt, wie denn herzlose Könige wirklich so denken.
Allgemein liebte und hasste ich die Charaktere, mich lies niemand kalt, alle hatten eine Rolle.
Auch die Liebesgeschichte schob sich nicht in den Vordergrund und lässt einiges offen, so wie ich es mag.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil schwankt zwischen einer Schnelllebigkeit und Detailliertheit. Weniger wichtige Stellen wurden schneller abgehandelt, als wichtige. Das half der Geschichte, besser voranzukommen, ohne sich an uninteressanten Stellen zu lange aufzuhalten.
Geschrieben wurde das Buch in erster Linie aus Fleryas Sicht, doch teilweise auch aus den Sichten von dem Krieger Liam, dem Ghoul- und Drachenkönig.

Cover & Titel

Wie so oft bei dem Verlag ist das Cover eine Augenweide. Durch die Abbildungen des Drachens und Flerya - zum Glück nur in einer kleinen Version - kann man sich schon einmal ein erstes Bild machen. Auch im Buch sind sehr schöne Zeichnungen vorhanden!
Der blaue Nebel, um den Drachen herum, verkörpert für mich ein wenig den "Schlaf", indem der Drache sich befand. Die obere Coverhälfte widmet sich mehr dem Setting.
Den Titel finde ich ebenfalls schön gewählt. Einerseits widmet er sich eher der ersten Hälfte des Buches, andererseits ist es der ausschlaggebende Faktor im Buch.

Zitat

"Das Herz eines Drachen musste viel größer sein als ein menschliches. Anders konnte ich mir den unsäglichen Schmerz, den ich beim Gedanken an diesen Verrate hatte, nicht erklären."
- Seite 93 

Fazit

Ein gelungener Auftakt, der mit den verschiedensten und ausgefallensten Wesen punkten kann. Sowie mit einem spannenden Finale und einem tolle Setting. Definitiv eine Überraschung.


Mittwoch, 8. November 2017

[Rezension] Elea Brandt - Opfermond

Verlag: Mantikore
Reihe: Einzelband
Seiten: 437
Kauf Verlag: eBook - Taschenbuch
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Inhalt

In der Stadt des Blutigen Gottes herrscht das Recht des Stärkeren. Als der Assassine Varek angeheuert wird, einen Mord aufzuklären, klingt das nach einer willkommenen Abwechslung von seinem verhassten Tagewerk. Doch die einzige Zeugin, das Freudenmädchen Idra, weiß mehr, als sie preisgeben will. Um an ihre Informationen zu gelangen, geht Varek ein Bündnis mit ihr ein, das ihn schmerzhaft an bessere Zeiten erinnert. Die Spur des goldenen Skarabäus führt ihn schließlich zu einem grausamen Kult, der mehr als nur ein Blutopfer verlangt ...



Meine Meinung

Geschichte

Nach langer Zeit mal wieder ein Buch, welches mich richtig aus den Socken gehauen hat. Alles um mich herum konnte ich ausblenden, es gab nur das Buch und mich.
Doch puh, wo fange ich an? Das Setting war grandios. Ich liebe erfundene Städte, vor allem, wenn sie so komplex aufgebaut sind. Mit wenigen Worten konnte die Autorin mir die Stadt bildlich vor Augen erschaffen, so grausam und geheimnisvoll, wie die Geschichte.
Wie man schon auf dem Cover liest, ist das Buch eine Mischung aus Fantasy und Thriller. Somit basiert die Geschichte auf einem Mord, der aufgedeckt werden muss. Dieser ist so detailliert, birgt extrem viele Facetten und kann einen böse in die Irre führen. Bewundernswert war dieser rote Faden. Während des Buches wurde mir immer wieder bewusst, dass die Autorin nichts dem Zufall überlässt. Alles ist perfekt durchdacht und geplant. Jedes Detail holt einen früher oder später wieder ein. Dabei werden dem Leser immer wieder Informationen zugeworfen, aber nie zu viele.
Ein richtiger Pageturner. Mit jedem Detail, welches man erfährt, mehr. Das liegt aber vor allem auch an der düsteren Stimmung. Das Buch ist wohl nichts, für schwache Nerven. Hier wird niemand zimperlich behandelt. Ob Protagonist oder Nebencharakter. Hier schlägt der Realismus zu.
Vor allem das Ende setzt noch einmal einen auf die verdammt hohe Spitze des Spannungsberges. Es ist actionreich, blutig und schockierend.
Selten lese ich ein Buch, indem keine Frage offen bleibt und bei dem ich jedes Geheimnis erst am Ende erfahre und nicht schon vorher auflöse.

Charaktere

Das Buch hat zwei Hauptcharaktere, die nicht so schnell zusammengeführt werden, wie man erwarten mag. Beide sind von Grund auf verschieden.
Varek, der Assassine, lebt ein ansehnliches Leben. Wäre die Ursache dafür nicht ein Schicksal, welches er sich niemals gewünscht hat. Er soll den Mordfall klären und begibt sich dafür in schlimme Gefilde. Ich liebe seine radikale Art und vor allem, dass diesmal ein Erwachsener als Charakter ausgesucht wurde. Kein kleines Mädchen mit speziellen Kräften. Nein, Varek ist durchschnittlich und punktet alleine mit seinem geprägten Charakter.
Auch Idra ist sehr speziell. Als Hure trägt sie ihren Stolz sehr hoch und hat einen sehr egoistischen Charakter. Manchmal konnte sie mich zur Weißglut bringen, aber auch mit ihr wurde ein starker Charakter geschaffen und vor allem Verständnis.
Perfekt war einfach, dass man die Protagonisten hassen und lieben, aber sie nie loslassen konnte. Man muss sie einfach ins Herz schließen, denn ihre charakterlichen Wandlungen sind nachvollziehbar.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil macht das Buch zu einem Pageturner. Er ist sehr bildlich und zensiert nichts. Hart und ehrlich lernt man die Stadt und ihre Grausamkeiten kennen. Dabei werden auch verschiedene Akzente und Ausdrucksweisen berücksichtigt, die einfach zum Buch dazugehören. Obwohl ich kein Fan von grober Sprachweise in Büchern bin, so war sie hier perfekt, passend und wurde eins mit dem Text. Ich kann nur meinen Hut ziehen vor einer so tollen Sprachgabe.
Geschrieben wird das Buch aus der Sicht von dem Assassinen Varek und der Hure Idra in der dritten Person.

Cover & Titel

Eines der tollsten Cover, die ich kenne. Es spiegelt die Geschichte in den Farben und der Symbolik wieder, gibt Hinweise, aber löst nichts auf. Ich liebe den Skarabäus in der Mitte und bin gebannt von dem Mond.
Auch der Titel passt perfekt und verrät noch nicht zuviel. Zudem klingt er der Thematik entsprechend düster.

Zitat

"Wo weder Neid noch Eifersucht herrschten, konnte zumindest noch ein Hauch von Zuneigung entstehen."
- Seite 97

Fazit

Definitiv eines der Top-Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe. Unglaublich bildhafte und düstere Beschreibungen, eine tolle Genremischung und eine maximal durchgeplante Handlung.




Samstag, 4. November 2017

[Rezension] Kim Leopold - BlackHeart, Ein Märchen von Gut und Böse

Verlag: Selfpublish
Reihe: BlackHeart, Band 1 (Serie)
Seiten: 114
Kauf: eBook

Inhalt

„Es war einmal ein blindes Mädchen, welches in einem kleinen Dorf in Norwegen wohnte. Der Verlust der Mutter, die zu Unrecht als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, weckte in ihr alte, magische Fähigkeiten. Nur ein Wächter konnte sie aus dieser lebensbedrohlichen Situation befreien. Sein Name war Mikael ...“
Wie schnell Märchen wahr werden, erfährt Louisa an ihrem achtzehnten Geburtstag. Ihr Leben gerät aus dem Gleichgewicht, denn plötzlich begegnen ihr Gestalten, die keineswegs real sind. Wie gut, dass Alex sich auskennt und ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Aber ist sein plötzliches Auftauchen wirklich Zufall?


Meine Meinung

Allgemein

Bereits die "How to be happy"-Reihe von der Autorin habe ich geliebt. Mit "Black Heart 1" fängt nun der Auftakt einer monatlichen Reihe an, im Genre Fantasy. Und nach der letzten Seite musste ich merken... Auch in diesem Bereich schreibt die Autorin einzigartig schön.
Schon der Einstieg bietet eine gehörige Portion Spannung und leitet das Buch gebührend ein. Denn obwohl die Bücher nur wenige Seiten haben, bietet sich dem Leser schon eine Menge Stoff.
Begeistern konnte mich in diesem Buch der Zeitenwechsel. Wir haben einerseits ein etwas mittelalterliches Setting und ein modernes. Dadurch kommen verschiedene Spannungen und Gefühle auf.
Durch diese beiden Zeiten konnte die Autorin sich auch an altertümlichen und neueren Fantasy-Geschöpfen bedienen. Zeitlich hat alles perfekt zusammengepasst.
Der Leser bekommt zudem ordentlich Feuer unter dem Hintern. Keine Seite bleibt ungenutzt und so bleiben am Ende einig Fragen, die viel Potenzial für die Folgebände liefern und super neugierig machen, wie es weitergehen wird.

Charaktere

Die Protagonistin Lou ist außergewöhnlich. Nicht in dem Sinne, dass sie eine MissPerfect in jeder Hinsicht ist. Nein. Sie schraubt lieber an Flugmaschinen rum und bringt ihre Mum damit gehörig zur Weißglut. Sie war mir auf Anhieb sympathisch. Ihre Gedankengänge wirken so realistisch, überzeugend, unüberlegt. Sie kommen, wie sie kommen.
Auch das blinde Mädchen bot einige neue Aspekte. Ihre Sicht zu lesen war authentisch und berührend, da soviel Kraft in ihr mitschwebte.
Auch die anderen Charaktere sind schön ausgearbeitet, doch lernt man sie wohl noch näher in den Folgebänden kennen.

Schreibstil & Sichtweise

Wie ich schon bei anderen Büchern der Autorin feststellen musste: Der Schreibstil ist außergewöhnlich. Man darf hier keinesfalls mit Dark- oder Highfantasysätzen rechnen, doch entführt die Wahl der Wörter einen in genau die Situationen, die gewollt sind.
Geschrieben ist das Buch aus mehreren Perspektiven. Da das Setting auch an drei verschiedenen Orten stattfindet, ist das ein Muss, welches ich nicht missen möchte.

Cover & Titel

Ich liebe das Cover sehr. Die blaue Farbe mit der Symbolik im Hintergrund, die ein wenig wie eine Uhr für mich ausschaut. Symboliken symbolisieren für mich immer etwas Altes und somit die mittelalterliche Sichtweise. Auch fallende Blätter stehen oft für die vergehende Zeit.
Den Titel gilt es noch zu erforschen. Wer ist Gut, wer ist Böse? Wer hat das schwarze und rote Herz?

Zitat


"Mit dem Schicksal soll man nicht spielen, um das Leben von Menschen zu verändern." 
- Position 173

Fazit

Ein solider Auftakt, der viel verspricht. Zwei Zeiten, zwei Lebensstile, miteinander verknüpft. Ich finde die Grundidee super und die wenigen Seiten bieten schon viel Stoff, dessen Lösung ich wissen möchte.






Samstag, 28. Oktober 2017

[Rezension] Vivienna Norna - Timeless Chance

Verlag: SadWolf
Reihe: Timeless, Band 1 von 3
Seiten: 442
Kauf Verlag: eBook, Taschenbuch und signiert
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

Die Welt liegt in Schutt und Asche. Grausame Wesen haben alles zerstört, was Caylor je geliebt hat. Ihre Heimat, Freunde und Familie existieren nicht mehr.
Doch sie hat eine Chance alles zu verändern. Mit Hilfe ihrer machtvollen Gabe flieht Caylor in die Vergangenheit vor der Vernichtung, doch der Preis ist hoch.
Wird es ihr gelingen, das ihr entgegengebrachte Misstrauen ihrer Geliebten zu besiegen und ihre Welt vor dem nahenden Krieg und der totalen Zerstörung zu bewahren?


Meine Meinung

Geschichte

Ein Zeitreise-Fantasy-Roman in der vier verschiedene Völker eng zusammen leben. Engel, Vampire, Menschen. Eine definitiv interessante Mischung, die mich neugierig gemacht hat.
Vor allem beim Thema "Zeitreisen" bin ich kritisch, da viele Bücher voll von Logikfehlern sind. In diesem Buch musste ich oft überlegen, wie die Zusammenhänge bestehen, wie die Veränderungen aussehen und ob alles logisch zusammenpasst. Mein Fazit: Ja, das tut es. Aber: In diesem Buch wird es noch leicht gehalten. Die Protagonistin reist in der Zeit und ändert riesige Geschehnisse. Allerdings bekommt man erst gegen Ende einen kleinen Einblick, wie sich das auf die eigentliche Gegenwart ausgewirkt hat. Somit fehlt der Vergangenheit-Gegenwart-Vergleich, wegen dem die Protagonistin eigentlich gereist ist. Den wird man wohl in Band 2 voll zu spüren bekommen.
Die Geschichte an sich fängt gleich rasant an. Man ist mitten im Geschehnis und hat einen kleinen "Kick-Start".
Auch während das Buch weiter fortschreitet ändert sich dies nicht. Immer wieder hat die Protagonistin Flashbacks aus einer grausigen Vergangenheit, die mitunter die Szenen bildeten, die mich am meisten packten.
Das Beisein bei Trainingseinheiten und das Kennenlernen eines anderen Volkes bildeten eine gute Mischung, sodass mir nie Langweilig wurde.
Während des Buches arbeitet die Protagonistin auf einen Kampf hin. Sie möchte die Zukunft, die sie erlebt hat, ändern. Zu Gunsten der Völker. Genau auf diesen Kampf fieberte ich das ganze Buch hin. Für mich war es das große Finale. Doch dieses große Finale viel sehr happig aus. Über ein paar wenige Seiten herrschte die Spannung des Kampfes und dann war schon alles vorbei. Beendet durch den für mich nervigsten Grund: Ohnmacht.
Doch die letzten Seiten des Buches konnten meine kleine Verstimmung wieder gerade biegen. Was vorher surreal erschien, wurde real. Die Protagonistin ist wieder in ihrer eigenen Hölle angelangt und als Leser fieberte und hoffte ich mit, dass ihr nichts geschieht. Es wird rückblickend auf die Träume zugegriffen, wodurch ein roter Faden entsteht, der die Geschehnisse im Buch miteinander verknüpft.

Charaktere

Die Charaktere hatten alle einen deutlich eigenen Charakter. Sie waren ausgeprägt und konnten viel bieten.
Caylor bringt schon viele Wunden mit und so erfährt man bei ihr keine wirkliche Entwicklung, da sie ihre Entwicklung praktisch schon in der Vergangenheit durchlaufen hat.
So ging es mir mit vielen Charakteren. Sie durchlaufen keine wirkliche Entwicklung und bleiben so, wie sie von Beginn an sind. Nur bei wenigen ändert sich was im Denken.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil gefiel mir gut. Er war detailliert und auch spannend. Jedoch brachte er mich teilweise nicht in den Lesefluss, den ich mir gewünscht hätte.
Geschrieben wurde das Buch aus der Sicht von Caylor in der Ich-Perspektive.

Cover & Titel

Der Hintergrund des Covers ist düster. Durch die fallenden Federn wirkt es ein wenig wie ein Untergang, was auch zu dem Buch passen würde. Es wirkt, als würde der Hintergrund brennen und schwarze Rauchwolken aufsteigen. Links sieht man Caylor. Dadurch, dass sie nur halb auf dem Cover ist, kommt der Hintergrund mehr zur Geltung. Ein Freund von Menschen auf Covern bin ich dennoch nicht. Trotzdem ist das Cover ansprechend und verkörpert den Inhalt sehr gut.
Auch der Titel gefällt mir sehr gut. Verbunden mit Caylors Fähigkeiten und dem Ende des Buches, trifft er den Inhalt des Buches.

Zitat

"Mein Spiel war mehr als riskant, aber ich wusste um ihre Natur. Um sich Anerkennung zu verschaffen, musste ich ihnen Stärke beweisen."
- Seite 210

Fazit

Eine starke Geschichte, die mit erschreckenden Geschehnissen und Kreaturen punkten kann. Definitiv ein gelungenes Debüt und eine schöne Verkörperung des Zeitreise-Effekts. Trotzdem fehlte mir manchmal der Moment, in dem ich das Buch nicht mehr Beiseite hätte legen wollen.



Freitag, 27. Oktober 2017

[Rezension] Jorge Galán - Mein dunkles Herz

Verlag: Penguin
Reihe: Einzelband
Seiten: 225
Kauf Verlag: Taschenbuch
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

Im Hinterzimmer eines Hauses, das sich langsam mit den Schatten der Vergangenheit füllt, erzählt Magdalena ihrem Enkel die Geschichte ihrer Familie, die Geschichte eines Jahrhunderts. Sie erzählt von dem Fluch, der ihr Leben geprägt hat, und wie sie ihren Mann Vicente, der auf wundersame Weise gezeugt wurde, auf ebenso wundersame Weise kennenlernte. Es ist die Geschichte einer intensiven Liebe, die viele Jahre später an einer großen Tragödie zerbricht – einer Tragödie, die dafür sorgt, dass Magdalenas Enkel der Letzte einer Geschichte ist, die lange vor ihm begann, und dass es an ihm ist, sich aufzumachen, seine eigene Erzählung zu finden.


Meine Meinung

Geschichte

Alles fing an mit dem Klappentext, der mich sofort ansprach. Ich liebe Generationsgeschichten und war sehr gespannt auf die Umsetzung. Durch den Klappentext wusste ich bereits, dass die Großmutter den Enkeln die Geschichte erzählt, doch im Buch wurde das überhaupt nicht klar. Ohne das Wissen, wäre ich erst gegen Ende vage auf die Idee gekommen, dass die Geschichte erzählt wird und nicht gerade während der Lebensphase der handelnden Personen spielt.
Da es eine Generationsgeschichte ist, wird natürlich auch zwischen den Charakteren gesprungen. Dennoch handelt es sich eher um eine einzige Person. Zwar lernt man am Anfang mehrere kennen, doch fehlte mir sehr lange Zeit die Verbindung. Alles wirkte auf mich sehr zufällig. Die Auswahl der Charaktere, die Geschehnisse. Denn auch von dem Fluch bekam ich nicht viel mit. Nach Beendigung des Buches habe ich zwar eine Ahnung, was dieser Fluch sein soll, doch irgendwie hätte ich mehr erwartet.
Ich bin so durch das Buch gependelt, musste mehrfach abbrechen. Es wirkte, als hätte die Geschichte weder Hand noch Fuß. Die Handlungsstränge sind eher durch einen orangen Faden verknüpft. Er ist da, aber auch wieder nicht. Mir ist schlicht und ergreifend die Botschaft des Buches nicht klar geworden.

Charaktere

In erster Linie erfahren wir die Geschichte aus Magdalenas Sicht. Sie ist diejenige, die die Familiengeschichte an ihre Enkel weiter trägt. Sie hat mit Ängsten zu kämpfen, ist aber gleichzeitig eine sehr starke Frau, die sich nicht beirren lässt.
Auch die anderen Charaktere fallen in diese Schiene. Viele haben noch einen fest verwurzelten Glauben, aber alle ein Temperament, was wohl in der Familie liegt.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist relativ gewöhnungsbedürftig. Ich bin kein Fan von Anreden wie "Don", diese kamen jedoch konsistent vor. Zudem sollte man auch damit rechnen, dass Religion keine so kleine Rolle spielt, was mich auch nicht verwundert, schließlich spielt die Geschichte großteils im 20. Jahrhundert. Fesseln konnte mich der Schreibstil jedoch nicht.
Geschrieben wurde das Buch aus den Sichten mehrerer Familienagehöriger, die während des Jahrhunderts gelebt haben, in der dritten Person.

Cover & Titel

Das Cover ist wunderschön. Man sieht ein rotes Kleid und im Vordergrund den Papageien. Die Sonne scheint durch. Was dieses mit dem Buchinhalt zu tun hat, weiß ich jedoch nicht. Etwas riskieren? Frei sein? Ich könnte mir nun etwas reininterpretieren.
Auch der Titel sagt nicht allzu viel aus. Hat die Protagonistin ein dunkles Herz durch ihre Erfahrungen? Durch das Erlebte ?

Zitat

"Als sie klein war, hatte ihre Großmutter einmal gesagt, manche Menschen seien taub, weil sie den Klang des Universums hörten, so wie die Muscheln das Meer in ich trügen." 
- Seite 112

Fazit

Eine interessant Idee, an dessen Umsetzung es noch sehr hapert. Ich habe mich im Buch verloren gefühlt, habe den roten Faden nicht verfolgen können und auch der Schreibstil half nicht.



Dienstag, 24. Oktober 2017

[Rezension] Paolo Cognetti - Acht Berge

Verlag: DVA
Reihe: Einzelband
Seiten: 256
Kauf Verlag: Hardcover
Kauf Amazon: eBook - Hardcover

Inhalt

Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein. Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus. Doch immer wieder kehrt Pietro in die Berge zurück, zu diesem Dasein in Stille, Ausdauer und Maßhalten. Er ringt mit Bruno um die Frage, welcher Weg der richtige ist. Stadt oder Land? Gehen oder Bleiben? Was zählt wirklich im Leben?


Meine Meinung

Geschichte

Eine Geschichte über das Erwachsen werden.
Pietro ist noch jung, als er die Berglandschaften mit seinem Freund Bruno erkundigt. Aufgewachsen in der Natur und trotzdem liegt seine Sehnsucht woanders.
Diese Geschichte ist eine Ode an all die Zwickmühlen und Kreuzungen im Leben. Wohin führt der Weg? Was wünsche ich mir? Was wünsche ich anderen? Das Erwachsen werden ist nicht leicht und wenn der Weg für einen vorbestimmt ist, so möchte man ihn doch am liebsten durchbrechen.
Das muss Protagonist Pietro selbst erfahren. Als Kind wird man stets von seinen Eltern und seinem Umfeld geprägt.  So auch er. Sein Vater ist begeisterter Bergsteiger und so wünscht er sich nichts sehnlicher, als irgendwann mit seinem Sohn die Berge zu erkunden. Doch was macht man, wenn man seine Liebsten nicht enttäuschen will, aber eigentlich etwas ganz anderes möchte?
Pietro geht seinen eigenen Weg. Durchlebt einen Mix aus eigenem Willen und liebevolle Entscheidungen für andere. Er versucht seinen Wurzeln gerecht zu werden und gleichzeitig seinen Wünschen und  Vorstellungen vom Leben.
Dadurch, dass die Geschichte in erster Linie einen Lebensablauf darstellt, wirkte die Geschichte manchmal zäh. Es ist definitiv nichts, was man in ein oder zwei Tagen durchgelesen hat. Ich brauchte immer wieder Pausen nach ein paar Kapiteln. Einmal durchatmen, sacken lassen, nachdenken.
Dennoch punktete das Buch mit seinen Botschaften und der poetischen Ader. Die Wörter trugen etwas magisches, fesselndes in sich.

Charaktere

In erster Linie ist natürlich von unserem Protagonisten Pietro die Rede. Er versucht seinen Weg zu finden, Seine Gedankengänge waren tiefgründig und doch simpel. Ich konnte mit ihm fühlen und ihn verstehen, obwohl ich nie in seiner Situation war. Doch die Entwicklungen sind in einer gewissen Weise doch gleich.
Sein Freund Bruno bildet einen zweiten essenziellen Charakter. Er ist ein großer Stützpunkt in Pietros Leben und er bildet den Kontrast. Während Pietro seinen Wurzeln folgen möchte aber nicht kann, so war für Bruno immer klar, wohin er gehört. So klar, dass er alles andere aus den Augen verliert. Es werden zwei Extreme aufgezeigt.
Viele andere Charaktere gibt es auch gar nicht. Nebst Pietros Eltern, von denen man nur nebensächlich etwas erfährt, liegt der Fokus nur auf ihm und seinem Freund Bruno.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist sehr poetisch und tiefgründig. Er bringt eine Melodik, die einen selbst ganz melancholisch werden lässt. Ab und zu werden kleine Denkanstösse gegeben. Rätsel von Pietros Vater, die man für sich selbst beantworten kann. Auch wenn mich der Schreibstil einnahm, so brauchte ich dennoch manchmal Pausen, da die Geschichte an sich keine großen Wendungen und Geschehnisse hat.
Geschrieben ist das Buch aus Pietros Sicht in der Ich-Perspektive.

Zitat

"Vielleicht hatte meine Mutter recht, wenn sie sagt, dass in den Bergen jeder eine andere Lieblingshöhe hat: eine Landschaft, die ihm entspricht und in der er sich heimisch fühlt."
- Seite 42

Fazit

Ein poetisches Buch, welches stark zum Nachdenken anregt und die Facetten des Lebens und des Erwachsenwerdens aufzeigt. Jedoch teilweise langatmig, da das Leben nun einmal nicht immer Spannung pur ist.





Montag, 23. Oktober 2017

[Rezension] Jasmin Whiscy - Warum Gott single ist

Verlag: Twentysix
Reihe: Schutzengel-Trilogie, Band 3
Seiten: 355
Kauf: eBook - Taschenbuch

Inhalt

Manu ist 15, als sie ihr Amt als Valentines Schutzengel antritt. Schnell merkt sie, dass jemanden zu beschutzen gar nicht so einfach ist wie gedacht - und, dass ihr Herz sowohl fur Tobi als auch fur Janiel schlagt ...








Meine Meinung

Geschichte

Nach dem zweiten Band werden wir auf eine neue Aufgabe des Schutzengels Manu neugierig gemacht. Tollpatschig wie sie ist, sind die Erwartungen hoch. Doch soweit kommt es gar nicht.
Die Geschichte schlägt eine ganz unerwartete Richtung ein und im Himmel geht es drunter und drüber.
Für mich war das sehr positiv. Mit einer so extremen Wendung hätte ich niemals gerechnet. Während sich der Anfang noch leicht lustig einpendelt, so geht es schon knapp vor der Hälfte des Buches richtig zur Sache. Denn was ist der starke Kontrast zum Himmel? Die Hölle! Auch von dieser dürfen wir einiges erfahren.
In dem gewohnt witzigen Humor geht es auch bis Ende des Buches weiter. Doch erlebt man diesmal eine Spannung wie in den beiden Büchern vorher nicht. Ich war von jeder einzelnen Seite gefesselt, war verliebt in die Ideen, die Zusammenhänge, den Charakteren.
Vor allem die Interpretation der Hölle, Luzifers und Gott gefiel mir sehr. Ein Mix aus altbekannten Glaubensmustern und neuen Facetten.

Charaktere

Mit ihrer cleveren und sturrköpfigen Art versucht Schutzengel Manu mal wieder ihre Menschengedanken durchzusetzen. Ich gewinne sie immer lieber. Man hat sie über die drei Bücher hinweg auf ihrem Weg begleitet und zugesehen, wie sie sich entwickelt, erwachsener wird und dennoch sich selbst treu bleibt. Ihre unüberlegten Sprüche brachten mich immer wieder zum schmunzeln.
Währenddessen ist sie wieder hin und her gerissen zwischen dem Menschenjungen Tobi und Engel Janiel. Hier war ich zwischendurch zwiegespalten. Ich dachte, dass Manu sich mittlerweile entschieden hätte, doch da habe ich mich vertan. Noch immer kämpft sie mit ihren Gefühlen und über drei Bände hinweg, hätte ich sie gerne entschlussfreudiger gesehen.
Und dann sind im finalen Band noch Gott und Luzifer dabei. Ihre Personalisierung gefiel mir besonders gut. Unerwartet, lustig, tiefgründig.
Auch die Nebencharaktere waren allesamt liebevoll ausgearbeitet. Eine gute Mischung aus negativ, positiv und witzig auffallenden Personen.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist sehr lebendig und detailreich. Da die Charaktere in einem jungen Alter sind, ist der Schreibstil auch etwas simpler gehalten. Er passt sehr gut zur Geschichte und charakterisiert sie sehr gut.
Geschrieben ist das Buch aus der Sicht von Schutzengel Manu in der Ich-Perspektive.

Cover & Titel

Oben ist die Neuauflage des Covers abgebildet. Zu Beginn gab es den schwarzen Rahmen herum noch nicht. Doch genau dieser gefällt mir sehr gut. Er rahmt die Symbole, die das Buch beschreiben ein und lässt das Cover etwas mystischer wirken. Die Symbolik zeigt das Gute und das Böse.
Den Titel finde ich sehr genial. Er wirft schon von Beginn eine Frage auf, die es zu beantworten gilt und mit der Auflösung hätte ich nicht gerechnet.

Zitat

"Es gibt kein Schlüsselerlebnis, keine Erinnerung, die mir das verraten kann. Und genau das, das verrät es mir. Den Grund, warum ich liebe, den gibt es nicht." 
- Position 3333

Fazit

Ein grandioser Abschluss, mit dem ich so nicht gerechnet hätte. Permanente Spannung, tolle Charaktere, wunderbare Neuinterpretation, gemischt mit alten und eine schlaflose Nacht. Die Reihe lohnt sich allemal. Lesen!


Dienstag, 17. Oktober 2017

[Rezension] Saskia Louis - Geheimnis der Götter, Funke des Erwachens

Verlag: DigitalPublishers
Reihe: Geheimnis der Götter, Band 1
Seiten: 308
Kauf Verlag: eBook
Kauf Amazon: eBook

Inhalt

Nym wacht auf und weiß nicht, wer sie ist.
Sie kennt die Geschichte der zwei verfeindeten Länder, dem göttlichen Bistaye und dem gottlosen Asavez. Sie weiß, dass das Mädchen, das ihr das Leben gerettet hat, eine Wahrheitsleserin ist. Sie weiß, dass der Bruder des Mädchens ein notorischer Frauenheld, Offizier in der asavezischen Garde und ein Ikano der Luft ist.
Doch sie hat keine Ahnung, wer sie umbringen will, warum sie eine so gute Kämpferin ist und wie ihr richtiger Name lautet. Und es gibt da anscheinend einiges, das sie lieber nicht hätte vergessen sollen...


Meine Meinung

Geschichte

Immer auf der Suche nach dem Fantasy-Roman, der mich umhaut, bin ich hier gelandet. In einer neu erfunden Welt, mit tollem System und grandiosen Grundgedanken.
Alleine der Anfang verspricht schon viel. Ein quirliges, kleines Mädchen; ein permanent, schlecht gelaunter, aber dennoch liebevoller großer Bruder und das Mädchen, dass ihr Gedächtnis verlor - teilweise.
Allein dieses Trio schuf bereits eine tolle Grundlage. Von Beginn an fragt man sich, was es mit der Vergangenheit des Mädchens auf sich hat. Was haben ihre Erinnerungslücken zu bedeuten und wer ist sie wirklich ? Das Rätsel wird immer wieder an die Oberfläche gezehrt, durch Vorkommnisse, die auf die Vergangenheit schließen oder wiederkehrende Erinnerungsfunken.
Doch nicht nur das Mädchen hat eine Geschichte zu erzählen. Auch ihre Begleiter sind tief in ihren Abenteuern versunken. So gilt es, Leute zu retten, die aus den Zirkeln der anderen Flussseite fliehen wollen. Diese Geschichte bringt uns im ersten Buch erstmal den Hauptstrang. Natürlich ist auch unsere Protagonistin Nym irgendwie in die Geschichte verwickelt, doch wie genau, dass erfahren wir noch nicht. Doch störend war das keineswegs.
Interessant war auch die fantastische Nuance der Ikano. Sie können die Elemente bezwingen, doch sind bei Weitem nicht mehr so zahlreich wie früher. Natürlich findet man Elementbändiger in vielen Büchern, doch die Autorin schuf hier Einzigartigkeit, durch ihre Ideen, was mit den Elementen alles bewerkstelligt werden kann.
Ich muss zugeben, dass ich als Finale erwartet habe, dass Nym erkennt, wer sie ist. Ein Cliffhanger, indem sie endlich ihre Vergangenheit erkennt. Doch da habe ich mich vertan. Ich liebe es, wenn ein Buch mich überraschen kann und dem war hier definitiv so. Das Finale war für einen ersten Band angemessen. Nicht übermäßig episch, aber definitiv fesselnd, packend, Neugierde weckend. Mein Interesse hat sich entfacht, den zweiten Band kann ich mir nicht entgehen lassen.

Charaktere

Die Autorin schuf einzigartige und liebevolle Charaktere. Jeder einzelne konnte in mir eine Leidenschaft entfachen, die ich selten in Büchern habe.
Die Protagonistin Nym hat einen starken, aufmüpfigen Willen. Doch ebenso ihr Begleiter Levi. Dadurch kommt es öfter mal zu kleinen Zankereien, bei denen beide aber auch mal nachgaben. Mir gefiel sehr gut, wie eine Spannung zwischen beiden aufgebaut wurde, die aber nie nervig wurde oder mich einen weniger lieben lies.
Für Auflockerung sorgten dann die kleine Schwester Liri und der beste Freund Ro. Sie überzeugte mit ihrer quirligen, kindlichen Ader und lies mich als Leser sorgen, wie eine Schwester. Ro brachte mich oft durch seine witzige Art zum schmunzeln.
Natürlich gibt es auch noch Charaktere auf der anderen Seite des Flusses. Aus Bistaye. Auch sie sind tolle Charaktere und bilden einen guten Kontrast zu Nym und ihrem Gefolge. Sie geben einen Einblick in das Reich, in dem die Götter herrschen, bleiben aber etwas geheimnisvoll.

Schreibstil & Sichtweise

Ich kam sehr zügig durch das Buch. Der Schreibstil ist flüssig und ausführlich. Die Autorin beschreibt weder zu viel, noch zu wenig. Mit den Charakteren brachte sie mich zum lachen, ärgern und lies die Spannung stetig wachsen.
Geschrieben wurde das Buch aus mehreren Perspektiven. In erster Linie aus Nyms. Doch auch aus Levis, sowie aus den Sichten von Vea und Jeki aus Bistaye. Alle in der dritten Person.

Cover & Titel

Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Farben sind ein schöner, düsterer Mix. Aus den unteren roten Schnörkeln könnte man Berge erkennen, die auf den Ereignisort hinweisen. Das schwarze Loch könnte die Ungewissheit darstellen. Im Vordergrund sieht man Nym.
Der Titel "Funke des Erwachens" passt sehr gut. Schon lange werden Machtspiele gespielt, doch Nym weiß nichts mehr von Ihnen. Aus ihrer Sicht, erwacht sie gerade erst, lernt sich selbst kennen. Doch auch für alle anderen Charaktere beginnt etwas. Etwas Großes.

Zitat

"Erst erklärte sie seiner Schwester unglaublich süß und geduldig, was für außergewöhnliche Schmetterlinge es gab, und im nächsten Moment durchtrennte sie die Halsschlagader eines Angreifers, nur indem sie ihn berührte. Das war nicht normal! Das ging über die gewönhlichen Gefühlsschwankungen einer Frau hinaus." 
- Position 598

Fazit

Ein gelungener Auftakt, mit einer komplett neuen Welt und toll umgesetzten Ideen. Die Charaktere sind perfekt, die Story lässt fesselt und erleichtert mich. Das Ende ist ein kleiner Cliffhanger, der neugierig macht. Ich empfehle es gerne weiter!


Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 10. Oktober 2017

[Rezension] Gesa Schwartz - Scherben der Dunkelheit

Verlag: cbt
Reihe: Einzelband
Seiten: 592
Kauf Verlag: eBook - Gebunden
Kauf Amazon: eBook - Gebunden

Inhalt

Die sechzehnjährige Anouk verbringt die Ferien in einem kleinen Dorf in der Bretagne. Kurz nach ihrer Ankunft gastiert der Dark Circus in der Nähe: ein geheimnisvoller Zirkus, der im Dorf für seine düsteren und besonderen Vorstellungen bekannt ist. Auch Anouk gerät schnell in seinen Bann und damit in einen Kosmos, den sie kaum für möglich hielt: Eine magische Welt öffnet sich vor ihr, in der sie den mysteriösen Zauberer Rhasgar kennenlernt. Doch der Dark Circus birgt mehr, als Anouk ahnt. Bald schon schwebt sie in tödlicher Gefahr und weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Denn es gibt keine Regeln im Dark Circus bis auf eine: Nichts ist, wie es scheint ...

Meine Meinung

Geschichte

Mein erstes Buch von Gesa Schwartz. Einfach wow. Erst kurz bevor ich dieses Buch gelesen habe, hatte ich eine Unterhaltung über die Qualität deutscher und englischer Bücher und mit "Scherben der Dunkelheit" habe ich definitiv ein Buch gefunden, was für die deutsche spricht.
Mystisch, mysteriös, dunkel. Von der ersten Minute an, war ich gefesselt. Ich ließ mich in die Welt des "Dark Circus" entführen und kam dabei nicht zu kurz. Dieser Zirkus ist etwas besonderes, marschieren Sie hinein, genießen Sie die Vorstellung, aber seien Sie bitte nicht anders als der Rest. Denn dadurch fällt man auf.
Genau das passierte Anouk. Gelockt von der Magie der Zirkuswelt, landet sie in einem Strudel aus Magie, Intrigen und Geheimnissen. Dabei ist die Zirkuswelt so komplex aufgebaut, dass man nur staunen kann.
Mir fehlte in dieser Geschichte einfach nichts: Spannende, düstere Charaktere, deren Absichten unergründlich sind, Zirkusvorstellungen, die Magie in die Düsternis bringen und eine einzigartige Idee.
Positiv war für mich vor allem die unvorhersehbare Geschichte. Oft hat man einen Anfang, bei dem man schon erahnen kann, wohin das Finale läuft. Doch in diesem Buch geht alles sehr schnell und schon nach kurzer Zeit, läutete das erwartete Finale ein. Bis es sich nur als kleines Vorspiel entpuppte. Dadurch konnte ich das Buch oft nicht lange am Stück lesen. Der Mix aus einer einzigartigen Sprache und einer komplexen Idee, die permanente Spannung verspricht, lies meinen Kopf manchmal zu stark rauchen, weshalb ich oft Pausen brauchte, bevor auch dieser in die Schwärze der Dunkelheit herabgleitete.
Vor allem das Finale hatte es in sich. Über 100 Seiten, das lässt mein Bücherherz gleich höher schlagen. Somit konnte die Autorin noch viele unerwartete Wendungen einbauen.
Durch das Buch landete ich bereits in einer fremden, einzigartigen Welt. Doch im Finale entsteht eine Welt, in der Zirkuswelt. Die Autorin überträgt die Gefühle ihrer Charaktere auf den Leser. Die Verwirrung und Angst zogen sich bei mir durch jede Pore. Und manchmal war es für mich schwer zu dem Geschehen zu folgen. Die Fantasie von Gesa Schwartz ist enorm! Ohne Konzentration geht hier gar nichts.

Charaktere

Achja, die Charaktere.
So toll und ausgereift. Erwähnte ich schon, dass ich es liebe, wenn man diese nicht durchschauen kann? Das ist wohl der Knackpunkt an ihnen. Denn noch bis über die letzte Seite hinaus, denkt man, sie zu kennen, obwohl man es nicht tut. In den Dark Circus wird man nur eingeladen, wenn man die Vergangenheit hinter sich lassen möchte. Doch warum wollten das die Artisten des Circus? Jeder von ihnen birgt ein Geheimnis und die Handlungen sind so unvorhersehbar, dass man sie einfach nur lieben kann.
Vor allem Anouk ist mir mit ihrer Sturheit ans Herz gewachsen. Sie weiß ganz genau, was sie möchte und ihre Fähigkeiten und Gedanken gehen hierbei nicht unter. Jedes Detail wird aufgesogen und genutzt.
Niemand bleibt auf der Strecke. Fast jeder Charakter, der eingebunden wurde, bekam auch eine Rolle.

Schreibstil & Sichtweise

Die Wortwahl der Autorin ist einfach so unglaublich poetisch. Die Autorin schafft eine ganz neue Welt der Wörter und beschreibt mit ihnen so viele Details. Die Seiten sind übersät mit Metaphern, was vielen vermutlich zu viel werden könnte und um alles zu verstehen, muss man wirklich bei der Sache sein.
Geschrieben ist das Buch aus der Sicht Anouks, in der dritten Person.

Cover & Titel

Ich liebe das Cover. Es strahlt Magie und Dunkelheit gleichzeitig aus verleiht ihm somit einen speziellen Touch. Auch finde ich die Idee super schön, wie Anouk in der Luft/in der Schwärze zu schweben scheint. Selbst das Cover ist metaphorisch!
Auch der Titel scheint eine doppelte Bedeutung zu haben. Einerseits bezogen auf das Finale, andererseits auf die Gefühle der Charaktere.

Zitat

"Denn das Feuer der Sterne ist unsterblich, wenn es sich in menschlichen Augen bricht." 
- Seite 515

Fazit

Ein außergewöhnlicher Roman, mit einem starken Schreibstil und einer grandiosen Fantasie-Welt. Es wird viel Konzentration gefordert, die es jedoch wert ist.


Dienstag, 26. September 2017

[Blogtour] Einmal Clown sein ~ Sarah Ricchizzi - Einmal im Jahr für immer ~



Einmal Clown sein. Eine Therapie, nicht nur für andere, sondern auch für einen selbst, wie ich fest stellen durfte.

Für Sarahs Buch war ich einen Tag bei ihr, um auszutesten, wie es sich so als Clown lebt. Mich einmal in Amelie's Rolle und der des Clowns versetzen und den Charakteren im Buch noch näher kommen.
Also schminkten wir uns. Alleine das war schon eine witzige Prozedur, denn wir machten aus dem im Buch so witzigen und lustigem Clown, eine eher gruselige Stephen King Version.


Aber gut, jeder Anfang ist schwer! Schnell die Emo-Augen schminken und das Blut um den Mund herum schmieren, Perücke - ehm Echthaar! - und Shirt sitzen und ein Clown wurde geboren. 


Doch ich wollte ja wissen, wie sich Protagonistin Amelie fühlt. Statt den Clown also zu mögen, habe ich ganz schnell entschlossen, genervt von ihm zu sein und lieber das Weite zu suchen. Ist wohl die beste Entscheidung bei der Nervensäge! Aber eigentlich.... eigentlich hat er mir ja auch viel neue Kraft mit seinem Blödsinn gegeben.


Wenn er mich mal wieder im Bad erwischt hat, ohne anzuklopfen. Oder ich einer der ewigen Diskussionen mit ihm führen musste, ob wir einen seiner verrückten Pläne nun machen oder nicht. Tja, letzten Endes färbte das wohl ein wenig ab. 


Manchmal, ja manchmal da musste auch ich als Amelie dann verrückte Ideen umsetzen. Aber anstatt das der Clown genervt von mir war, lacht er mich aus... nein mit mir! 

Amelie gefiel mir sehr gut als Charakter. Ich hatte in ihrer Rolle sehr viel Spaß und konnte viele Emotionen durchleben. Auch mir ging es zunächst so, dass ich aus meiner Komfortzone heraus musste, dann jedoch anfing, an den kleinen und verrückten Dingen Spaß zu haben. Jedoch ging meine Trauer nie in Vergessenheit. Der Clown half mir, sie erträglicher zu machen.  

Doch ebenfalls wollte ich wissen, wie es ist, einmal ein Clown zu sein. Und so schminkte auch ich mich. Lies die Emo-Augen gleich weg und ging mit nun mehr Erfahrung vom ersten Mal an mein Clownsgesicht. Sorry, Sarah. Nächstes mal bin ich das Versuchskaninchen! 

Und so passierte es, dass wir beide als Clowns die Stadt unsicher machten! 
Kurzerhand gingen wir Richtung Thalia, wohin auch sonst? Zunächst war das Gefühl sehr komisch. Doch ich merkte schnell, dass man mit Selbstbewusstsein gar nicht gesegnet sein muss. 
Ein Clown zu sein, das bringt dir Selbstbewusstsein. Niemand erkennt dich und es ist schön, rumalbern zu können und dabei noch lächelnden Erwachsenen - na gut, die Lächeln für gewöhnlich nicht -, Kindern über den Weg zu laufen. 



Einmal Clown zu sein. Das zaubert nicht nur dem Kind oder dem Erwachsenen vor dir ein Lächeln auf die Lippen. Das bringt auch einen selbst zum Lächeln. Es ist eine Maske, die man aufsetzt, doch es fühlt sich nicht wie eine an. Man wächst in kürzester Zeit in seine Rolle. Sie stärkt das Selbstbewusstsein. Man traut sich mehr. Und mit der Zeit lernt man wohl auch so zu sprechen und handeln, als wäre die Rolle einem angeboren.
Einmal im Jahr ein Clown sein. Das kann ich nur jedem empfehlen. 




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Die Tour ist noch lange nicht vorbei!
Wenn ihr neugierig seid, was noch kommt oder schon gewesen ist, schaut doch mal bei den anderen vorbei, die Party ist noch lange nicht vorbei! ... Und jetzt ab ins Bett mit euch. 



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Hier lang geht es übrigens zu meiner Rezension:

 Einmal im Jahr für immer 















Samstag, 23. September 2017

[Rezension] Britta Strauß - Sturmherz

Verlag: Drachenmond
Reihe: Einzelband
Seiten: 352
Kauf Verlag: Taschenbuch
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

Maris Sehnsucht nach dem Meer wächst von Tag zu Tag. Immer wieder träumt sie sich in eine Welt voller Wunder und Freiheit, bis sie in einer eisigen Winternacht erkennt, welche Geheimnisse der Ozean tatsächlich verbirgt. Man sagt, es gäbe Seehunde, die ihre Tiergestalt ablegen und zu Menschen werden. Man sagt, sie seien ebenso kaltherzig wie verführerisch. Nur ein Märchen für kalte Winterabende? Während Mari die Wahrheit hinter einer uralten Legende aufdeckt, entspinnt sich eine Liebesgeschichte, wie sie magischer nicht sein könnte. Doch die Gier eines gnadenlosen Feindes droht alles zu zerstören.

Meine Meinung

Geschichte

Selkies. Erstmal war ich verwirrt. Noch nie zuvor hatte ich von diesen Wesen gehört, obwohl ich fast ausnahmslos im Fantasy-Bereich lese. Der erste positive Faktor. Eine Geschichte, die nicht wie die anderen ist. Die mit einer neuen Idee aufwarten kann und noch dazu alte Mythen aufgreift.
Am Anfang war ich mir noch unsicher, wohin die Geschichte führen soll. Doch Seite um Seite wurde dies klarer. Das ganze Buch war eine einzige Herausforderung meiner Nerven. Ein Schicksal nach dem nächsten. Spannung, Seite über Seite. Ich konnte das Buch gar nicht mehr beiseite legen.
Vollkommen in den Bann wurde ich auch von der Liebesgeschichte gezogen. Normalerweise bin ich jeder Liebe abgeneigt, die von heute auf morgen zu wachsen schien. Doch hier war es komischerweise okay. Nein, geradezu perfekt. Ich verlor mich im Sog der Zuneigung, liebte die Charaktere mit jeder Seite mehr. Ich wollte sie gar nicht mehr gehen lassen.
Überrascht hat mich auch das Gefühl, was über dem Buch lag. Ich fühlte mich beim lesen etwas melancholisch, etwas bedrückt. Irgendetwas drückte auf meine Brust und ließ mich die Geschichte mitleben. Ich war mittendrin.
Das Ende besteht aus einer Art Doppelfinale. Es passieren zwei große Szenen, die beide unglaublich viel Spannung ließen. Obwohl Szenen teilweise gar nicht überraschend kamen und vorhersehbar waren, war ich dennoch geschockt, fieberte und bangte mit den Charakteren.
Die zweite Hälfte des Finales hatte mich dann mit seinen Fangzähnen geschnappt. War ich am Anfang noch dabei meine Tränen zurück zu blinzeln, so konnte ich am Ende die ein oder andere nicht mehr halten. Ich habe die Autorin verflucht, für das Gefühlswirrwarr, welches sie angerichtet hat, doch gleichzeitig war das Ende perfekt für mich.

Charaktere

Die Geschichte besticht mit starken Charakteren, die ich mit jeder Seite mehr lieben konnte.
Die Protagonistin Mari wirkt am Anfang schüchtern und unerfahren. Doch sie hat ein gutes Herz und weiß ihre positiven Gedanken nur nicht zu ordnen. Mit der Zeit durchlebt sie eine Entwicklung, die mir sehr gefiel. Sie änderte sich nicht von der schüchternen, zur komplett starken Figur, sondern endete in einer perfekten Mischung aus beidem. Sie gewann Selbstvertrauen.
Auch Louan gefiel mir sehr gut. Den Scharm, den er auf Mari ausübte, konnte er auch auf mich wirken. Ich fühlte, wenn er seine Kräfte einsetzte und fühlte seinen inneren Schmerz und auch Begierde.
Auch Nebencharaktere wachsen einem hier schnell ans Herz. Die Autorin weiß genau, was sie schreiben muss, um für jeden das passende Gefühl herzuzaubern.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil war magisch. Mit jeder Seite wurde ich mehr verzaubert und konnte mich gar nicht mehr lösen. Ich wurde in den Bann der Wörter genommen, lebte sie, fühlte sie. Sie lösten Emotionen in mir aus. Die Worte waren immer perfekt gewählt, ließen mich nie straucheln und nahmen mich mit in die Welt der Selkies.
Geschrieben wurde das Buch aus verschiedenen Sichten. Einmal aus den Sichten von Louan und Mari aus der Ich-Perspektive. Und dann aus den Sichten der Forscher in der dritten Person.

Cover & Titel

Das Cover fängt den magischen Hauch der See, der Selkiemythen ein. Man sieht den Vollmond, der eine wichtige Rolle spielt und das Meer, wie es sich vom Mond getrieben bewegt. Im Vordergrund ist Mari, mit einem entschlossenen Blick. Trotz Mensch auf dem Cover, mag ich es. Auch passt es inhaltlich gut zum Buch.
Als Sturmherz könnten die vielen Gefühle und die Abenteuer gemeint sein, die das Buch "aufwühlen", als wäre es in einem Sturm. Ganz nach dem Motto "Die Ruhe vor dem Sturm."

Zitat


" >>Ein vernünftiges Geschöpf <<, befand er irritiert, >>braucht keine Gesetze. Es weiß von Natur aus, was gut und was schlecht ist.<< 
- Position 3446 

Fazit

Dieses Buch konnte mich in allen Facetten überzeugen. Es hat einen spannenden Plot, tolle Charaktere und die Worte spielten mit meinen Gefühlen. Definitiv nun mein Drachenmond-Liebling, der mich dazu motiviert, gleich alle Bücher der Autorin zu kaufen.


Hier noch der Trailer der Website, den meiner Meinung nach richtig gut gelungen ist. Alleine der Trailer verkörpert schon, wie mystisch das Buch ist! 


Donnerstag, 14. September 2017

[Rezension] Alia Cruz - Isle of Gods, Die Kinder von Atlantis

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Isle of Gods, Band 1
Seiten: 290
Kauf Verlag: eBook
Kauf Amazon: eBook

Inhalt 

Um sich selbst vor dem Aussterben zu bewahren, entsandten die griechischen Götter einst fünf direkte Nachkommen auf die versunkene Insel Atlantis. Dort sollten sie bis zu ihrem Erwachsenenalter ein behütetes Leben führen, um sich nach dem Eintreten ihrer göttlichen Fähigkeiten mit den Stärksten der Insel zu paaren und Kinder zu gebären. So lautet die Legende, die Isabel ein Leben lang begleitet hat. Sie ist eine der fünf Auserwählten, nun fast volljährig und immer noch ohne göttliche Eigenschaften. Sie lebt in Luxus und Überfluss, während die anderen Jugendlichen der Insel in Arenakämpfen ums Überleben und um die Hand eines der Götterkinder ringen. Darunter auch der momentane Champion Quinn, der nichts von der Legende hält…


Meine Meinung

Geschichte

Götter und Atlantis. Machtvolle Wesen auf einer sagenumwobenen, mystischen Insel. Darum geht es in dem Buch "Isle of God." Doch so machtvoll sind diese Götter gar nicht. Der Glaube an sie schwindet mit jedem Tag mehr und ein Notfallplan muss geschmiedet werden. Somit stranden die Kinder von Atlantis auf der Insel und sind von nun an hart umkämpft.
Am Anfang konnte ich mich sehr für die Idee begeistern. Zu Beginn merkt man, dass es in dem Buch um alle Gottheiten geht. Das diese nicht alle aufgezählt werden können ist logisch, doch ich fand es erfrischend, dass nicht immer nur die griechischen Helden im Vordergrund stehen. Mir gefiel der Einstieg, man las von den Göttern, sowie den Kindern.
Doch dann folgten einige Kapitel, in denen ich mit mir selbst kämpfen musste, überhaupt weiter zu lesen. Die Kinder von Atlantis sind Nachkommen der Götter und entfalten deswegen zum achtzehnten Geburtstag besondere Fähigkeiten. Allerdings weiß keiner so genau, wann diese geboren sind. Zur Insel wurden sie geschickt in einem Alter von bis zu zwei Jahren. Komischerweise bekommen die Kinder aber alle ihre Fähigkeiten in einem Zeitraum von zwei, drei Tagen. Allen voran die Protagonistin, die schon nach wenigen Seiten ihre Kräfte entfaltete und sie nach noch weniger Seiten schon meisterte. Ich möchte gar nicht davon anfangen, dass sie innerhalb dieser wenigen Seiten sich auch unsterblich verliebt hat.
Zu schnell. Alles viel zu schnell.
Trotzdem gab ich mir einen Ruck, sah über diesen Logikfehler hinweg, der auch nie aufgeklärt wurde und las weiter. Zum Glück! Nachdem ich die schwächliche Anfangsphase überwunden habe, ging es bergauf. Die Situationen wurden endlich ausgeweitet, näher erläutert. Szenen wurden spannender, es gab mehr Action und auch Intrigen.
Vor allem das Finale war ganz nach meinem Geschmack. Mehrere kleine Szenen in einer großen. Kämpfe, unerwartete - aber nicht überraschende - Wendungen und ein relativ abgeschlossener erster Band, der zwar auf einen zweiten hinweist, doch ohne schlimmen Cliffhanger.
Dennoch muss ich sagen, dass die meisten Szenen im Buch vorhersehbar waren. Selbst die Geschehnisse um das große Finale konnten mich nicht überraschen oder mir einen Schock-Moment geben. Eher ein Nick-Moment, wenn sich meine Vermutungen bestätigten.

Charaktere

Auf der einen Seite haben wir die Götter, die im Olymp noch wirken, wie man sie aus anderen Geschichten und Mythologien kennt. Sie sind recht selbst fixiert und wollen ihre Macht um keinen Preis von sich geben. Auch die Wortwahl gefiel mir zu dem Zeitpunkt noch.
Dann haben wir die Götterkinder und Quinn. Eigentlich konnte ich mich kaum in die Götterkinder hineinzuversetzen. Im Buch wird beschrieben, welche Entwicklung diese während des Buches durchlaufen, doch davon merken konnte ich nicht viel. Das lag wohl daran, dass ich einfach nicht genug Zeit hatte, um auch die Geschwister der Protagonistin Isabel kennen zu lernen.
Isabel an sich schien mir ein Mauerblümchen zu sein. Sie bietet selten Kontra und wenn sie es tut, lenkt sie schnell ein. Ihre Denkweise wirkte ein wenig kindlich.
Quinn hingegen schien etwas erwachsener. Seine Gedanken sind abgehärtet von seiner herben Vergangenheit. Doch trotzdem steckt ein weicher Kern in ihnen.
Womit ich mich überhaupt nicht anfreunden konnte waren "Die Ältesten." Normalerweise stelle ich mir unter den "Ältesten" Menschen vor, die eine Menge Lebenserfahrung hinter sich haben, weise Entscheidungen treffen und eher andere Leute täuschen, anstatt selbst getäuscht zu werden. Doch in diesem Buch sind die Ältesten, gelinde gesagt, dumm. Sie fallen schnell auf Tricks rein und plappern ihre Gedanken laut aus, wie kleine Teenager.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil gefiel mir soweit sehr gut. Wären die Geschehnisse ein nicht so negativer Punkt, hätte mir das Buch durch den Schreibstil viele schöne Stunden bescheren können. Teilweise konnte er mich dennoch packen.
Geschrieben wurde das Buch in erster Linie aus der Sicht von der Göttertochter Isabel in der dritten Person. Doch teilweise gab es auch Kapitel aus der Sicht der Götter selbst.

Cover & Titel

Das Cover ist eine Augenweide, ich liebe es. Es wirkt einfach so exotisch und hat richtig schöne Farben. Alles wirkt, wie ein Traumurlaub auf einer Insel. Meiner Meinung nach passend zu Atlantis. Auch die Coverperson finde ich passend zu Isabel gewählt.
Der Obertitel "Isle of Gods" trifft es allgemein sehr gut und spoilert auch nicht. Ebenso gut gewählt ist der Untertitel "Die Kinder von Atlantis." Obwohl er nicht spezifisch auf einen Aspekt im Buch eingeht und sich von vorne herein erschließen lässt, trifft er dennoch den Kern.

Zitat

"Nur weil du etwas nicht willst, heißt es nicht, dass es nicht geschehen wird."
- Position 442

Fazit

Ein Buch, welches mir durch die Idee und den Schreibstil viel Freude bereiten konnte. Dennoch hatte ich starke Schwierigkeiten durch die Schnelllebigkeit und die Vorhersehbarkeit des Buches. Definitiv werde ich noch nach dem nächsten Band greifen.


Sonntag, 10. September 2017

[Aktion] dmlc-Sonntag: Mein Lieblingsbuch aus dem Drachenmond Verlag



Huhu ihr Lieben! :)

Von der Drachenmond-Challenge aus, wird nun jeden Sonntag eine Frage gestellt, die ich beantworten kann.
Letzte Woche war die Frage, was mich überhaupt zum Bloggen gebracht hat. Wer darüber erfahren möchte, kann gerne auf meiner Facebook-Seite vorbei schauen!

Heutige Frage

"Was ist dein liebstes Buch aus dem Drachenmond Verlag und was ist der Grund?" 


Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr kritisch bin und Ideenvielfalt zu schätzen weiß. Mein Problem mit diesem Verlag ist, dass einfach unglaublich viel Potenzial herrscht, aber oft nicht genutzt wird. So bin ich im Gegensatz zu vielen anderen kein Fan der Reihe "Dreizehnte Fee" und finde auch "Rotkäppchen und der Hipster-Wolf" überhaupt nicht witzig.

Allerdings bin ich bei einem Buch total Mainstream: "Die Mondprinzessin."
Ich habe zwar noch nicht allzu viele Drachen gelesen, aber dieses Buch hat mich wirklich am Meisten bislang überzeugen können. Es hat einfach Spannung, ein tolles Setting, eine interessante Geschichte und ein realistisches Ende.


Hier noch ein paar andere Bücher aus dem Verlag, die ich empfehlen kann



Was sind eure liebste Drachen? 



Freitag, 1. September 2017

[Rezension] Sarah Ricchizzi - Einmal im Jahr für immer

Verlag: Selfpublish
Reihe: /
Seiten: 344
Kauf: eBook

Inhalt 

Was bedeutet eigentlich Leben?
Math ist tot.
Und Amelie Red fragt sich, weshalb sie noch weiterleben soll.
Wozu den Schein wahren, wenn der Tod so schwer auf ihr lastet?

In ihrer Trauer um ihren verstorbenen Ehemann, vergisst Amelie Red, wer sie einst gewesen ist und verliert sich in ihrer eigenen Gedankenwelt. Dann klopft ein Clown unerwartet an ihre Badezimmertür und sprengt ihr Leben mit Abenteuern, die sie nicht erleben will. Ein Clown lässt sich allerdings nicht so einfach ignorieren, schon gar nicht, wenn im eigenen Treppenhaus ein Regenbogen erscheint, eine Hüpfburg im Wohnzimmer thront und sie das Haus nicht mehr durch die Haustür, sondern durch ein Fenster betreten muss.


Meine Meinung

Geschichte

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
Wie macht man weiter, nachdem der liebste Mensch nicht mehr am leben ist? Die Protagonistin Amelie Red weiß es nicht. Doch wer es weiß, ist der Clown, der plötzlich in ihrem Haus steht. Ohne Ankündigung.
Ein Thema, welches schwer auf der Brust liegt, gepaart mit Witz und Humor durch den Clown. Ein Buch, welches mit mir gespielt hat, wie mit einem Flummi. Auf und ab. Trauer und Freude.
Bereits am Anfang wird man mit der Härte und Emotionalität des Buches konfrontiert. Dabei ist alles so realitätsnah beschrieben, dass mein Herz nicht aufhören wollte, die Geschichte zu inhalieren. Meine Neugier war geweckt. Wohin möchte das Buch mich führen?
Daraufhin muss man einige Seiten lang stark bleiben. Durch emotionale Beschreibungen wird man, zusammen mit Amelie Red, in ein Loch aus Emotionen gezogen. Solange, bis der Clown auftaucht. Hier beginnt der auswegslose Kreis der Emotions-Achterbahn. Man möchte aussteigen, doch man kann es nicht. Man wird mitgerissen von der wilden Fahrt. Den untrüglich witzigen und einzigartigen Einfällen des Clowns.
Stück für Stück entwickelt sich Protagonistin Amelie und selten habe ich eine Veränderung eines Protagonisten so stark mitfühlen können. Es ist keine von-jetzt-auf-gleich-Veränderung, sondern verläuft über einen realistischen Zeitraum.
Fehlen dürfen natürlich nicht die Geheimnisse und Höhepunkte eines Buches. Dieser kam bei mir schon kurz nach der Hälfte. Und obwohl ich das Gefühl hatte, das Finale gelesen zu haben, so konnte ich nicht aufhören. So wollte ich unbedingt noch das Ende wissen. Und die Autorin fand immer wieder neue Informationen, die aufgedeckt werden wollten, neue Streiche des Clowns, die jeder mal gerne in der Realität nachmachen wollen würde.
Als ich dann dachte, dem Ende nahe zu sein, sprengt die Autorin mit einer Art Epilog meine Gefühlsgrenze. Innerhalb weniger Seiten zerriss sie mein Innerstes und ließ mich fassungslos zurück. Ich weine selten bei einem Buch, doch nun muss ich mich outen: Ich habe es getan. Das Ende hat mich komplett emotional aufgewühlt.
Doch mit Beendigung des Buches, fand ich keine Ruhe. Der Inhalt klang noch lange in mir nach. Es regte an, nachzudenken. Was ist passiert? Wie sieht es im richtigen Leben aus? Wie geht es Leuten wie Amelie und wie kann man ihnen helfen? Wie geht man mit Schmerzen um? Was bringt uns dazu zu leben?

Charaktere

In erster Linie liest man von Amelie und dem Clown.
Amelie's Emotionen sind das ganze Buch über präsent. Ihr Schmerz gerät nie in Vergessenheit und dieser Realismus lässt alle Emotionen nochmal lebendiger erscheinen. Mit Hilfe des Clowns entwickelt sie sich. Dabei gefiel mir sehr gut, wie langsam diese Entwicklung von statten ging. Oftmals liest man von einer 180 Grad Wendung, doch im richtigen Leben ist dem nicht so. Man entwickelt sich langsam. Mit den Situationen, die gerade passieren. Zudem gefiel mir Amelie's Art zurückzuschlagen. Der Clown provoziert sie oft, doch Amelie lässt sich nicht klein kriegen.
Der Clown war ein Charakter, den man auf lange Zeit noch vermissen wird. Er hat eine lockere, fröhliche Art, doch gleichzeitig hat man das Gefühl, dass er Amelie und einem selbst bis auf den Grund der Seele blicken kann. Ihn hat das Leben gezeichnet und genau das macht ihn so fröhlich. Er hat immer die passenden Worte und Aktionen gefunden

Schreibstil & Sichtweise

Selten nimmt mich ein Schreibstil emotional so mit. Selten lese ich ein Buch, welches so unzensiert, knallhart wahr ist. Dem Schreibstil ist eine Menge zu verdanken. Hier wurden Gedanken und Gefühle perfekt formuliert, die für viele schwer in Worte zu fassen sind. So perfekt, dass mir des Öfteren Tränen in die Augen stiegen und ich letzten Endes eingerollt, weinend auf dem Bett lag.
Geschrieben wurde das Buch aus der Perspektive eines auktorialen Erzählers. In erster Linie werden Amelie's Gedanken und Gefühle beschrieben, doch zwischendurch wird kurz zu dem Clown abgeschweift.

Cover & Titel

Das Cover ist schlicht und doch sehr auffällig. Die blaue Farbe findet sowohl im Buch, als auch in der Bedeutung einen Platz. Blau ist die Farbe des Meeres, der mit vielen Tränen assoziiert werden kann. Die Farbe Blau entspannt und wirkt beruhigend. Den inneren Frieden finden. Sie kann die Unendlichkeit und auch Unsterblichkeit ausdrücken.
Auch den Titel finde ich schön gewählt. Zwar findet er im Buch nur bedingt anklang, war aber dann in wenigen Situationen und im Gesamtwerk sehr wichtig.

Zitat

"Ihr war nicht bewusst gewesen, wie träge ich das Fundament ihres Lebens aufgebaut hatte, wenn ein paar Worte dazu bereit wären, es zu zerstören." 
- Position 2103

Fazit

Ein Buch, welches einen Wort für Wort immer mehr einnimmt und emotional komplett aufwühlt. Es ist tiefgründig, spricht ein weit verbreitetes Thema an und nimmt einen mit auf eine Reise der Selbstfindung. Absolut empfehlenswert. Tränen-Effekt garantiert!