Freitag, 4. November 2016

[Rezension] Johanna Danninger - Secret Elements, Im Bann der Erde

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Secret Elements, Band 2 von 4
Seiten: 260
Kauf: Kindle

Inhalt 

Jay hat sich entschieden: Sie ist bereit, sich auf die Anderswelt einzulassen und ihr Schicksal anzunehmen. Doch während sie es kaum erwarten kann, sich ihren Feinden entgegenzustellen und die restlichen Elemente aufzuspüren, verbietet Lee ihr weiterhin, sich an den Missionen von Team 8 zu beteiligen. Er sieht in ihr nur eine Gefahr für sich und andere. Etwas, das er Jay bei jeder Gelegenheit deutlich spüren lässt und womit er sie buchstäblich in den Wahnsinn treibt. Jay ist gefangen zwischen Angst und Selbstzweifeln, denn keiner weiß, was geschehen wird, wenn sie als Trägerin des Orinion versagt…



Meine Meinung

Allgemein

Weiter geht das Abenteuer rund um Jay und das Orinion. Man könnte meinen, dass dieser zweite Band an vielen Stellen dem ersten ähneln könnte, da einige Schritte gleich bleiben müssen, um an die Story anzuknüpfen. Wie zum Beispiel die Elementesuche. Doch zu Langeweile kommt es hier definitiv nicht. Bis spät in die Nacht fixierten meine Augen Seite um Seite, gefesselt von dieser Welt und dem Ideenreichtum.
Vor allem die Sprache der Welt "Antuerra" hat es mir angetan. Hierzu scheint die Autorin sich viele Gedanken gemacht zu haben. Es werden einige grammatikalische Sachen erwähnt und wie sie doch eigentlich unserer Sprache ähnelt. Nach ein paar Wörtern war es wie Magie. Im ersten Buch kam mir alles sehr Sci-Fi-mäßig vor und das ist es auch. Doch durch diese Sprache und Weltbeschreibung fühlte ich mich wie in einer Fantasiewelt, die tatsächlich existieren könnte. Die Technologie schien auf einmal passend. Obwohl ich sehr abgeneigt bin gegen die rasante technologische Entwicklung, machte mir dieser Punkt gar nichts mehr aus.
Sehr positiv aufgefallen ist mir auch die Eingliederung der mystischen Wesen in die Anderswelt. Man erfährt ein wenig von den Entstehungsgeschichten der Clans, den charakteristischen Eigenschaften und auch, dass nicht alle so reingewaschen sind, doch trotzdem akzeptiert werden. Auch in der Dortwelt blickt man tief - und ein wenig klischeehaft - in die mystischen Welten, die unserem Auge meist verborgen bleibt, da es noch viel mehr abseits von Wegen und Straße zu entdecken gibt.
Das neue Element hat mich hierbei sehr amüsiert. Für mich ist die Charakterisierung der Erde super gelungen. Und nachdem die etwas ruhigeren Elemente nun ihren Auftritt hatten, bin ich gespannt auf die etwas hitzigeren.
Allgemein konnte ich mir ein herzhaftes Lachen und Grinsen an vielen Stellen nicht verkneifen. Selten habe ich von so erfrischenden Charakteren gelesen. Und noch ein positiver Punkt: Die Liebesgeschichte entwickelt sich ausnahmsweise nicht in einem rasanten Tempo! Gemächlich entwickelt sich etwas. Es wirkt natürlich, echt. Ganz nach meinem Geschmack.
Das Ende konnte noch einmal mit viel Spannung aufwerten. Obwohl man - wie bei den meisten Büchern - schon weiß, ob etwas mit diversen Charakteren passiert oder nicht, habe ich mitgefiebert und mir Sorgen gemacht. Vor allem auf den letzten Seiten habe ich noch einmal etwas erwartet, doch es ist anders gekommen als gedacht und die Spannung bleibt...

Charaktere

Ich liebe Jay total. Kein Püppchen, aber auch kein perfektes Monster. Sie gibt ihr Bestes, damit sie in ihre Rolle reinfindet und neben den anderen nicht untergeht. Sie hat einen eisernen Willen und trotzdem zeigt sie, dass es ihr auch zuviel werden kann und sie tiefgründigere Emotionen hat.
Genau das hilft ihr auch bei vielen der mystischen Wesen des Buches. Sie alle waren so toll. Vor allem Kaleidos. *schwärm* Nach solchen Büchern frage ich mich immer, ob nicht doch ein Pferdeherz in mir schlägt.. aber nein, pure Fantasieliebe.
Auch Lee zeigt endlich mehr Emotionen. Dieses gemächliche Auftauen lies ihn immer sympathischer werden. Man merkt die Entwicklung und keine Wunderheilung von 0 auf 100.
Die Charaktere sind alle etwas Besonderes. Die Tiere, die Menschen, selbst die Pflanzen haben etwas liebenswertes an sich. Witzig und einnehmend.

Schreibstil & Sichtweise

Obwohl das Buch mittlerweile von der Sci-Fi Schiene ein wenig abgerückt ist und mehr in den Fantasy-Bereich geht, ist der Schreibstil nicht zu kitschig. Ich empfand es als äußerst erstaunlich, wie die Autorin es schaffte, Jay diese Spur von Faszination zu übermitteln und sie dennoch an ihre normale Welt zu binden. Jay nimmt die Welt und ihre Wunder gerne so hin. So konnte sehr schön mit Spannung und Märchen gemixt werden.
Geschrieben wurde das Buch aus der Ich-Perspektive von Jay.

Cover & Titel

Das Cover ist ähnlich schön gestaltet, wie das Erste. Das Amulett schwingt nun von der anderen Seite ins Bild. Farblich ist alles in einem grün gestaltet, welches im Hintergrund ein wenig verblasst. Im Vordergrund sin kräftige Farben abgebildet. Es sieht alles sehr frisch und lebendig aus, die Kraft der Erde, aus der die Pflanzen wachsen, ist deutlich zu spüren.
"Im Bann der Erde" erkläre ich mir damit, dass die Erde etwas festes, manifestierendes ist. So wie das Element in diesem Buch ist man in einem Bann. Etwas Beständigem.

Zitat

"Vor allem, weil ich mit dem Begriff  'innere Stille' nicht wirklich etwas anfangen konnte. Was bedeutete das? Dass man an nichts dachte? War das überhaupt möglich? Eher nicht. Schon das Nachdenken über das Nichtdenken war schließlich ein Gedanke. Ge-danke. Ein seltsames Wort. Wer sich das wohl ausgedacht hatte?"
- Position 626

Fazit

Der zweite Teil konnte mit noch mehr Spannung aufwarten. Man lernt mehr von der noch so fremden Welt kennen und bekommt langsam eine Entwicklung der Charaktere mit. Nebst der vielen fantastischen Wesen und Charakteren gab es auch noch jede Menge zum Lachen. Empfehlenswert!


Rezension Band 1: Im Dunkeln der See

Ich bedanke mich herzlich beim Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Meine Rezi ging dazu heute auch online. Leider hat für mich der 2. Band im Vergleich zum ersten ziemlich nachgelassen.


    LG

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