Montag, 24. Oktober 2016

[Rezension] Anika Lorenz - Im Herzen ein Schneeleopard

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Heart against Soul, Band 1 von 3
Seiten: 250
Kauf: Kindle

Inhalt 

Die 18-jährige Emma führt ein ganz normales Kleinstadtleben. Seit ihrem Schulabschluss spart sie auf ein Architektur-Studium und in ihrer Freizeit widmet sie sich, inspiriert von ihren lebhaften Träumen, der Kunst. Doch mit der Normalität ist es vorbei, als Nate in ihr Leben tritt. Schon bei ihrer ersten Begegnung hat sie das Gefühl, dass mit dem jungen Solters-Erben etwas nicht stimmt. Aber ihm aus dem Weg zu gehen, ist leichter gesagt als getan. Mit seinen markanten Gesichtszügen, den vollen Lippen und dem muskulösen Körper zieht er Emma immer wieder in seinen Bann. Als Nate sie bittet, das Interieur seiner Villa neuzugestalten, kann sie einfach nicht widerstehen. Aber je näher sie ihm kommt, desto bedrohlicher werden plötzlich ihre Träume…


Meine Meinung

Allgemein

Ein Buch, auf das ich mich sehr lange gefreut habe, doch bereits am Anfang hatte ich Startschwierigkeiten. Irgendwie konnte ich mich nicht mit dem Schreibstil anfreunden, der für mich oftmals abgehakt wirkte. Die Sätze schienen beim lesen nicht ineinander zu fließen, ich las wirklich Satz für Satz. Doch mit der Zeit legte sich dieser Kritikpunkt und ich gewöhnte mich an den Stil.
Schon bald kam mein nächstes Bedenken: Die Protagonistin Emma wird von komischen und verwirrenden Träumen heimgesucht, welche packend beschrieben waren, aber mir persönlich viel zu viel über das Buch verraten haben. Mir war schon vom ersten Moment an bewusst, was da mit ihr passiert und ich war am zweifeln, wie da die Spannungskurve des Buches aussehen soll. Und meine Bedenken haben sich leider bewahrheitet. Zwar gibt es eine spannende Szene, in denen man um eine Person in dem Buch bangt, doch war dies nicht genug für mich, um mich komplett an das Buch zu fesseln.
Auch der Liebesgeschichte nahm es dann den Wind aus den Segeln. Der attraktive Nate taucht im Dorf auf und möchte die Villa seines Großvaters erneuern. Natürlich kommen er und Emma sich näher, doch Nate spricht von einem Geheimnis, welches noch zwischen beiden steht und eine weitere Entwicklung unmöglich macht. Tja, was könnte das wohl sein?
Insgesamt war der erste Band interessant von dem Grundprinzip, aber etwas langweilig in der Struktur. Das richtige Training wird wohl erst in Band 2 beginnen, schade drum. Noch ein wenig warten.

Charaktere

Die Protagonistin Emma hat es oft nicht leicht. In einem der momentan wieder am häufigsten angewendeten Klischees hat sie keine Eltern, beziehungsweise weiß nicht, wo sich diese aufhalten. Deshalb kennt sie auch das Geheimnis ihrer Person nicht. Am Anfang wirkte sie recht erwachsen auf mich, wie sie sich um das ganze Haus kümmerte und um ihre Großmutter, wie sie genau weiß, was sie will und dafür arbeitet, doch im Verlauf des Buches wird sie für mich immer mehr zum Kind. Sie scheint ziemlich naiv und blauäugig und merkt gar nicht, was in ihrer Umgebung vor sich geht. Sobald ihre Großmutter nicht mehr lieb und fürsorglich war, schien sie sie einfach hängen zu lassen und permanent davon zu rennen.
Apropos Großmutter. Für mich steht es außer Frage, dass sie um Emmas Geheimnis weiß. Sollte sich dies im nächsten Band bestätigen, wäre das wieder ein sehr vorhersehbarer Punkt.
Das "Nate-Trio", wie ich es jetzt mal ganz lieb sagen werde, hat mir noch mit Daniel am Besten gefallen. Sie wirken auf mich loyal und haben ihre positiven Seiten, die im Buch deutlich werden. Nachdenklich, fürsorglich, witzig, besorgt, charmant.
Mit Emmas Freunden konnte ich mich nämlich auch nicht anfreunden. Die Freunde, sowie Emma wirkten, als würden sie sich einfach ohne Tiefgang treffen. Ohne sich wirklich zu kennen. Die Freundinnen kapseln sich permanent ab und Emma traut sich nie ihnen die Wahrheit zu sagen. Tolle Freundschaft.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil hat mich oft zum holpern gebracht. Es wirkte, als würden die Sätze nicht ineinander fließen und ich brauchte lange, um mich an diesen zu gewöhnen. Wem der Stil aber von Anfang an gefällt, wird in einer schönen Harmonie durchs Buch geführt.
Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive aus Emmas Sicht.

Cover & Titel

Hier fängt schon mein nächster Kritikpunkt an. Auf dem Cover sieht man also einen Schneeleopard und im Hintergrund vermutlich Emma. Soll mir das nun von Anfang an sagen, dass sie und dieses Tier miteinander verbunden sind? Denn im Buch lernt man nur einen einzigen Schneeleopard kennen und der ist männlich und würde nicht zu dem süßen Coverkätzchen passen. Für mich wäre es einfach blöd, wenn ich im nächsten Band wirklich erfahre, dass auch Emma zu dieser Riege gehört. Es wirkt unstimmig auf mich. Zudem finde ich die momentane Anziehungskraft nicht so intensiv, wie beschrieben zwischen ihr und dem männlichen Schneeleopard.
Auch der Titel ist damit fraglich. Im Herzen ein Schneeleopard. Heart against Soul. Der männliche Schneeleopard war sich sofort mit Herz und Seele einig. Da gab es keinen Zwiespalt. Und auch bei Emma fühlte ich nicht, wie ihr Herz gegen den Verstand kämpfte. Es wirkte, als wäre sie vom ersten Moment an schon sicher in ihrer Entscheidung.

Zitat 

"Schuld, ich glaubte, es gab kein schlimmeres Gefühl." 
- Position 2848

Fazit

Leider hatte ich Probleme mit dem Schreibstil und konnte das Buch großteils schon erahnen. Auch Cover und Titel sind für mich diesmal gar nicht so stimmig.
Die Buchreihe hat definitiv Potenzial, aber die Spannungskurve hing mir zu sehr durch.


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