Sonntag, 1. Mai 2016

[Rezension] Jennifer Wolf - Die Erbin der Jahreszeiten, Nachtblüte

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Geschichten der Jahreszeiten, Band 3 von 4
Seiten: 259
Kauf: Kindle 

Inhalt

Ilea Sola Sommerkind ist eine Jahreszeitentochter. Sie kann Licht brechen und eine warme Brise herbeirufen. Wenn sie ihre Sommerkräfte einsetzt, verwandelt sich ihr sonst brünettes Haar in ein strahlendes Blond. Sie ist nicht das einzige Jahreszeitenkind, seit die Göttin Gaia ihren Söhnen erlaubt hat, sich unter die Menschen zu mischen, und dennoch ist sie etwas Besonderes, denn nur sie stammt von Sommer ab. Und so ist ihr Heim auch dasjenige, das sich der Sommergott diesmal für seinen Aufenthalt ausgesucht hat. Doch als er dabei schwer verunglückt, muss sie einen weiteren Gott beherbergen: Aviv, den Frühling. Den einzigen Jahreszeitengott, der seit fünfhundert Jahren den Frauen entsagt und die Erde gemieden hat…


Meine Meinung


Allgemein

Schon die beiden Vorgänger dieses Buches konnte ich nur so verschlingen. Von Anfang an ist man wieder gewohnt gefesselt und verzaubert von den Charakteren.
Jedoch war mir vieles diesmal zu viel in dem Buch. Es ging schon los damit, dass irgendwie jede Jahreszeit auf der Erde ist... Drei von vier Jahreszeiten! Ich hätte lieber etwas aus dem Götterreich gelesen, als wieder von der Erde, wo sie alle nicht wirklich hingehören. Und leider blieb es auch nicht nur bei den drei Jahreszeiten. Nein. Noch viele andere Charaktere sollten dahin folgen.
Doch warum das alles? Gaia, die Mutter der Jahreszeiten, muss sich auf eine Auseinandersetzung mit ihrer Mutter einlassen und will ihre Kinder in Sicherheit wissen. Auch das hat mich sehr neugierig gemacht. Wie ein Kampf zwischen zwei Göttern wohl aussieht? Die Beschreibung, die Spannung? Aber Fehlanzeige. Davon bekommt man leider nicht einmal im Minimum etwas mit.
Zurück zum eigentlichen Themengebiet des Buches: Die Liebe! Ach, was konnte man sich wegträumen in den ersten beiden Bänden. So unglaublich schön, das nur jeder nostalgisch werden kann - egal ob erlebt oder nicht erlebt. Aber hier rast die Liebesgeschichte einfach nur so dahin. Schon beim ersten Blick sind beide verliebt, gestehen es sich aber extrem lange nicht ein, knutschen rum und fragen sich dennoch nachher "Sind wir überhaupt zusammen? Ich weiß nicht einmal, ob er auf mich steht." Die Autorin beschreibt eine extreme Zuneigung von beiden Seiten und lässt die beiden viel Zeit miteinander verbringen, die nebst der Liebe auch aus Witz und Tollerei besteht. Eigentlich bietet keine Seite Stoff zum Zweifeln und trotzdem tun sie es. Das war etwas unbegreiflich für mich.
Dann kam jedoch Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich. Die Jahreszeiten müssen zurück, doch der Halbgott Aviv hat ganz andere Pläne. Die Stelle konnte mich unglaublich fesseln und die Seiten sind nur so dahin geflogen. Doch wurde die Situation viel zu schnell aufgelöst. Durch einen Perspektivwechsel wusste man sofort, was wirklich Sache ist und die Spannung war futsch. Ohne diesen Wechsel hätte man die Spannung viel länger halten können.

Charaktere

Hier konnte man mich wieder voll und ganz überzeugen.
Alle Jahreszeiten verkörpern verschiedene Eigenschaften, die ihr Wetter so mit sich bringt. So zum Beispiel ist der Frühling ein ruhiger Typ, während der Sommer ein kleiner Macho ist. Das finde ich richtig schön gelöst.
Auch die Tiere der Jahreszeiten haben alle ihre eigenen Eigenschaften. Von lustig bis ernst, alles dabei. Soviel Abwechslung ist richtig schön zu lesen.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und vor allem: fesselnd! Man träumt sich davon in eine andere Welt und möchte dort für immer bleiben.
Das Buch ist hauptsächlich geschrieben aus den Sichten des Halbgottes Aviv und der Erbin der Jahreszeiten Ilea in der Ich-Perspektive. Der Prolog und Epilog ist zudem aus der Sicht von Hemera geschrieben und veranschaulicht nochmal den Inhalt des Buches.

Cover & Titel

Das Cover gefällt mir sehr gut. Auch wenn ich vielleicht ein Cover bei Nacht gewählt hätte, da dies viel besser zu Ileas Vorlieben passt. Allerdings finde ich auch diese Idee schön. Der Frühling bringt neues Leben mit sich. Auf den Felder wachsen wieder die Pflanzen und inmitten dieses neuen Lebens steht Ilea.

Zitat 

"Es ist ein großes Geschenk. So ein Herz. Fragil, aber unheimlich wertvoll. Nichts, was man leichtfertig verschenkt, und absolut einzigartig"
- Position 1628

Fazit

Vom Schreibstil her und der Geschichte an sich konnte mich das Buch wieder begeistern. Allerdings war mir diesmal alles zu gehetzt und das hat mein Lesevergnügen gemindert.


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