Montag, 23. Mai 2016

[Rezension] C.M.Spoerri - Die Greifensaga, Die Ratten von Chakas

Verlag: Band 1 als Indie, später im Sternensand Verlag
Reihe: Greifensaga, Band 1 von 3
Seiten: 380
Kauf: Kindle - Gebunden - Taschenbuch - Hörbuch Download

Inhalt 

Die sechzehnjährige Mica ist es gewohnt, für das zu kämpfen, was sie zum Überleben auf der Straße braucht. Sie steht am Rande der Gesellschaft von Chakas. Ihr Leben ist geprägt von Armut, Hunger und Angst. Doch nicht zuletzt dank ihrer magischen Kräfte, die nach und nach in ihr erwachen, kann sie es meistern. Alles, was ihr etwas bedeutet, ist ihr jüngerer Bruder Faím. Das Schicksal stellt sie jedoch auf eine harte Probe, als Faím von ihr getrennt wird, während sie selbst dem geheimnisvollen Dieb Cassiel in die Hände fällt, der sie in seine Gilde mitnimmt. Ist es der Beginn eines besseren Lebens? Wird es Mica gelingen, sich in den Kreisen der Diebe eine Stellung zu erkämpfen? Und wie soll sie ihren Bruder wiederfinden, der gerade selbst das Abenteuer seines Lebens erfährt?


Meine Meinung

Allgemein

Schon von Anfang an kommt man gut in das Buch rein. Es werden immer wieder Dinge erklärt und man ist nicht so hilflos im Geschehen. Relativ schnell gehen die spannenden Aktionen los und man fliegt durch die Seiten. Am Anfang klang alles für mich sehr nach der "Sonea Reihe." Ein paar Waisen, die durch die Stadt irren und ihr Leben irgendwie Tag für Tag meistern und dann plötzlich kommen ungeahnte Kräfte zum Vorschein. Der Unterschied: Die Protagonistin Mica will gar nicht ihre Kräfte meistern, sondern lieber für ihren Bruder da sein. Diesen Punkt empfand ich als sehr positiv. Einfach mal aus der Sicht der Diebe zu lesen.
Die Sichtweisen werden mehrfach gewechselt. Die Anzahl der Personen empfand ich als angemessen. Nicht zu viele, nicht zu wenig. Allerdings hätte an vielen Stellen mehr Spannung erzeugt werden können. Meistens, wenn etwas spannendes passiert ist, ging es weiter mit der Person, sodass man nicht lange bangen musste. Wäre zwischendurch eine andere Sicht da gewesen, wäre ich mehr gefesselt gewesen.
Gegen Ende des Buches muss Mica eine Prüfung bestehen, die aus vier Aufgaben besteht. Dabei fielen ihr sehr schnell Lösungen ein und irgendwie ging mir alles zu schnell. Zu simpel. Vor allem die letzte und größte Prüfung. Ich hätte erwartet, dass die erste Prüfung vielleicht schnell von statten geht und dann immer länger werden bis hin zum großen Finale.
Dafür gefiel mir die Sicht ihres Bruders Faim sehr gut. Ihn hat das Schicksal aufs Meer getrieben, wo er als simpler Schiffsjunge mitarbeiten darf. Doch so simpel ist er gar nicht. Ausgesucht von einer Meerjungfrau, ist er nun geprägt fürs Leben. Muss stark sein, wird benutzt.

Charaktere

Die Charaktere halten sich im Rahmen. Nicht zu viele und nicht zu wenige. Jeder hat eigene Ziele und Wünsche, die man herausmerkt. Doch sie sind auf keinen Fall ein offenes Buch. Man erfährt immer etwas Neues. Man lernt sie langsam kennen.
Oft jedoch begegnete man Personen, mit denen ich wenig anfangen konnte. So zum Beispiel die Gefangene auf dem Schiff, die in Faim etwas auslöst. Sie wird einfach weiterverkauft und verschwindet, ohne eine wirkliche Bedeutung gehabt zu haben.
Auch Néthan, der sogar eine eigene Sichtweise hatte, kam mir etwas zu kurz. Man erfährt in diesem Band noch kaum etwas von ihm. Ich bin mir sicher, dass sich das noch ändern wird, doch für dieses Buch war er ein Mysterium.

Schreibstil & Sichtweise 

An den Schreibstil musste ich mich erstmal ein wenig gewöhnen. Er ist wirklich gut lesbar und auch fesselnd, nur eben kein 08/15 Schreibstil, was wirklich positiv ist. Nach wenigen Kapiteln war ich drin.
Geschrieben ist das Buch in der dritten Person aus den Sichten von den Geschwistern Mica und Faim und dem Räuber Néthan.

Cover & Titel 

Wie auf so vielen Covern sieht man ein Gesicht. Vermutlich Micas. In diesem Punkt ist es nicht wirklich außergewöhnlich. Schön finde ich allerdings, dass die Sichtweisen von Mica und Faim so herausstechen. Oben sieht man das Schiff. Das Leben, was Faim nun führt. Und unten die Stadt Chakas, in der Mica noch immer weilt.
Der einzige, kleine Störfaktor ist die Schriftfarbe des Autorennamens. Dieses grelle Rot sticht einfach unvorteilhaft hervor.

Zitat

"Ein alter Seemannsbrauch: Wir nehmen lieber ihr Herz, als sie unseres nehmen zu lassen." 
- Position 2463

Fazit

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Idee, die Spannung. Doch an vielen Stellen ging es mir zu schnell und manchmal konnte ich mit Charakteren nichts anfangen. Dinge, die im Folgeband bestimmt gelöst werden. Ich kann das Buch somit definitiv weiterempfehlen.







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