Sonntag, 8. Mai 2016

[Rezension] Celia Friedman - Die Seelenjägerin

Verlag: Piper
Seiten: 560
Reihe: Magister, Band 1 von 3
Kauf: Kindle - Als Buch nicht mehr neu erhältlich

Inhalt

In einer Welt voller Gefahren und Geheimnisse kostet Magie einen schrecklichen Preis – den Tod. Jeder Zauber entzieht einer Seele das Feuer. Doch die dunklen Magister haben andere Wege: Sie nähren sich von der Lebensenergie hilfloser Opfer und sind dadurch fast unsterblich. Die Novizin Kamala aber ist anders – denn die einzige Frau unter den Magistern verfolgt ganz eigene Ziele. Ihr Weg führt sie an den Hof des Königs. Der Thronfolger ist von einer geheimnisvollen Krankheit befallen. Und der zwielichtige Gerion, neuer Berater am Hof, scheint mit Feinden im Bund zu stehen, die noch weitaus gefährlicher sind: den Seelenfressern, uralten Geschöpfen, die die Menschheit schon einmal an den Rand des Aussterbens gebracht hatten. Es obliegt Kamala, die Welt vor ihnen zu bewahren. 



Meine Meinung

Allgemein

Die Autorin bietet mit diesem Buch eine Fantasy Geschichte der anderen Art. Es handelt sich um ein Konzept, dass ich vor erscheinen des Buches noch nicht gelesen habe und auch Jahre danach es mir in keinem anderen Buch wirklich begegnet ist. Und zwar geht es um die Macht des Seelenfeuers, welches einem die Möglichkeit gibt zu Hexen bzw zu zaubern. Der Unterschied? Hier wird in alte frauenfeindliche Muster verfallen, denn Frauen sind nicht willensstark genug, um die Zauberei zu lernen. Sie hexen nur und benutzen dafür ihr eigenes Seelenfeuer. Pro Zauber erlischt ein Stück dieses Feuers und folgt irgendwann verfrüht in den Tod. Zauberer nehmen sich einfach die Seelenfeuer fremder Menschen. Dabei können sie ihr Ziel nicht selbst auswählen. Es wird durch Zufall an den Magister geknüpft. Diese Oberhand der Männer gefiel mir aber sehr gut, da es einem ungefähr ein Zeitalter angeben kann. Persönlich verbinde ich Magie eher mit alten, als mit modernen Zeiten.
Doch Kamala ist anders. Sie ist willensstark und somit führt ihr Weg zu einem alten Magister, der sie tatsächlich aufnimmt und ihr die Zauberei beibringt. Mit dem frisch gelernten Wissen begibt sie sich in die große Welt und richtet unbeabsichtigt viel Schaden an. Somit kam immer wieder Spannung auf und ich konnte das Buch von da an sehr schnell weiterlesen. Der Anfang dümpelt eher vor sich hin und pendelt sehr langsam die Geschichte ein.
Aus einer anderen Sicht bekommt man aus einer Burg zu lesen. Dort liegt ein Königssohn schwer krank im Bett und sämtliche Magister versuchen ihm zu helfen. Doch jeder weiß, dass es zwecklos ist. Sein Seelenfeuer ist an einen Magister gebunden, doch niemand weiß, an wen. Mir war an dieser Stelle relativ schnell klar, worin das alles enden wird.
Doch dann tauchen plötzlich noch fremde Wesen auf und alte Mythen und ab da war ich kaum noch vom Buch wegzukriegen. Die Autorin erfand für ihre Welt neue Wesen, die mir bislang nicht geläufig waren. Sowas empfinde ich oft als sehr positiv. Einfach, weil man sich dadurch viel besser in eine fremde Welt denken kann. Nicht so viele parallelen zur historischen Welt, wie wir sie kennen.
Auch das Ende konnte mich durchaus fesseln. Allerdings hätte die Autorin mehr Balance in den Todesfällen bringen können. Nicht in der Anzahl, sondern in den Personen. Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie es mit Kamala und den männlichen Magistern weitergeht!
Was mir zudem aufgefallen ist, dass das Buch anscheinend gegliedert ist. Ich empfand es so, dass eine bestimmte Situation passiert und darauf folgen einige Kapitel, welche sich um diese drehen. Doch dann kommt plötzlich ein neues Kapitel, wo man das Gefühl bekommt, jetzt fängt eine andere wichtige Situation an. Die Situationen verlaufen nicht so flüssig, man merkt sie Sprünge.

Charaktere

Man kann nicht gerade behaupten, dass dieses Buch wenige Charaktere mit sich bringt. Auch Sichtweisen gab es enorm viele. Doch alle Charaktere waren eher düster gezeichnet. Alle ernst, niemand hat wirklich die Lebensfreude. Die Magister sind gefühllos und leben alle nach einem Kodex. Rausgestochen sind für mich nur der Königssohn, durch seinen eisernen Willen, und Colivar, der doch mehr Gefühle zu bergen scheint, als ihm selbst noch bewusst ist.
Selbst die Protagonistin war für mich einen Tick zu sehr mit dem Hass verbunden. Sie lässt sich fast ausnahmslos von diesem Gefühl leiten.
Auch die Liebesszene, die sich im Buch anbahnt, hat nicht wirklich dorthin gepasst. Die Charaktere wirken einfach nicht, als ob sie zu sowas fähig wären und somit verfliegt die Magie ein wenig.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist in einer etwas veralteten Schreibform geschrieben. Wozu man sagen muss, dass ich dieses Buch sechs Jahre nach erscheinen lese. Trotzdem bereitete es mir keine Schwierigkeiten mehr, nachdem einige Seiten gelesen waren. Nur über seltene Stellen bin ich noch gestolpert.
Es wird eine Menge beschrieben, welches dem Buch auch eine gewissen Länge gibt, doch es bleibt alles im angenehmen Rahmen und wird nicht ausschweifend.
Sichtweisen möchte ich hier nur die Wichtigsten nennen. Das wären für mich Kamala, Magister Colivar, Großkönigin Gwynofar und der Königssohn Andovan.

Cover & Titel

Das Cover zeigt einen Magister in rotem Mantel. Natürlich würde man zuerst auf Kamala tippen, doch im ganzen Buch trägt sie lieber Alltagskleidung, als den Magisterumhang. Schließlich muss sie unentdeckt bleiben. Es ist so düster gestaltet, wie auch der Inhalt ist. Nur das gelb mit den alten Buchstaben hellt das Cover ein wenig auf und weist auf die Magie im Buch hin.
Auch den Titel finde ich etwas fragwürdig. Man könnte ihn auf zwei Weisen verstehen. Kamala investiert eine Menge Seelenfeuer anderer, dass sie eine Seele nach der anderen aufbraucht oder das sie die Seele sucht, dessen Energie sie entzieht. Zweiteres wird öfter mal im Buch angesprochen, aber wirklich auf die Suche geht Kamal nie.

Zitat

"Magister sind im Grunde ihres Herzens grausam, und nichts fördert die Grausamkeit schneller zutage als der Anblick eines hilflosen Rivalen." 
- Position 1040

Fazit

Ein gelungener Auftakt, der viel Spannung mit sich bringt. Zwar zieht er sich am Anfang ein wenig, doch am  Ende weiß man, dass man hier in eine komplett neue Welt abgetaucht ist.




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