Montag, 9. Mai 2016

[Rezension] Carina Mueller - Hope & Despair, Hoffnungsschatten

Verlag: Carlsen Impress
Reihe: Band 1 von 3
Seiten: 309
Kauf: Kindle - Taschenbuch

Inhalt 

Sie sind buchstäblich ein Geschenk des Himmels: Zum Dank für die heimliche Rettung eines schiffbrüchigen Ufos bekam die amerikanische Regierung einst zwölf übermenschliche Babys geschenkt. Sechs Mädchen und sechs Jungen – jeweils für die guten und die schlechten Gefühle der Menschen stehend. Dies ist genau siebzehn Jahre her und die Babys sind nicht nur groß geworden, sondern wurden auch voneinander getrennt. Während Hope und die anderen fünf Mädchen sich als Probas dem Guten im Menschen verpflichten, verhelfen die männlichen Improbas dem kriminellen Untergrund zu Geld und Macht. Bis zu dem Tag, an dem die Improbas ihre Gegenspielerinnen aufspüren und nur Hope entkommen kann. Mit ihrem Gegenpart Despair dicht auf den Fersen…

Meine Meinung

Allgemein 

Auf das Buch hatte ich mich total gefreut, doch leider entspricht es nicht ganz meinen Erwartungen.
Schon der Einstieg in das Buch fiel mir sichtlich schwer. Und das nicht wegen dem Schreibtstil an sich. Der war super flüssig lesbar. Nein. Die Autorin hat einfach übertrieben viele Schimpfwörter eingebaut. Natürlich sollte das übermitteln, dass die Impros nicht zu den guten gehören, aber es hat einfach kein Spaß gemacht diese Stellen zu lesen. Viel zu herbe Sprache.
Nach einigen Kapiteln verbessert sich wenigstens dieser Punkt und ich habe wirklich gut in das Buch reingefunden. Wenn man darauf geachtet hat, ist einem aufgefallen, dass die Taten und Aussagen der Charaktere gut zu deren Eigenschaften passen. (Hope, Love, etc...) An manchen Stellen wird das auch erwähnt (z.B.: Für deine Eigenschaft bist du ganz schön ...), hat mich jedoch nicht wirklich gestört.
Was mich hingegen gestört hat, war das Ende. An einer Stelle dachte ich mir, dass jetzt Spannung kommen muss. Irgendeine Falle, ein Hinterhalt, ein unglücklicher Zufall, aber.... nichts! Alles, was die Charaktere planen verläuft reibungslos. So richtig in Schwierigkeiten kommt niemand. Erst recht nicht so, dass man mitfiebert. Am Ende ist eigentlich alles wieder wie immer. Bis auf ein paar kleinen Charakteränderungen ist alles beim Besten. Nur ein kleines Detail passiert, was wohl auf den Folgeband einheizen soll.

Charaktere

Als erstes lernt man die Pros kennen: Hope, Love, Honesty, Loyalty, Modesty und Mercy.
Am Anfang bekommt man eher weniger von Ihnen mit. Nur, dass Love der Sonnenschein ist und die Naivste. Auch im späteren Verlauf geht es eher um Love, Modesty und natürlich um Hope. Von den anderen bekommt man sehr wenig mit und alle bleiben ein wenig oberflächlich. Die Naivität von allen passt einerseits zu der Pro Seite, allerdings gehören zu allen guten Dingen immer zwei Seiten. Also Gut und Böse. Ein gesunder Mischmasch. Darauf wird es wohl letzten Endes auch hinaus laufen. Somit gesehen, ist das gut gelöst. Die Pros extrem Naiv (positiv) und die Impros extrem misstrauisch (negativ.)
Von den Impros bekommt man ein klein wenig mehr mit. Lie, Treason, Despair und Hate. Sie alle spielen eine Rolle und ich habe sie gerne kennen gelernt. Hier unterscheiden sich die Impros extremer, als bei den Pros. Bei den Pros denkt man, dass alle irgendwie gleich sind. Bei den Impros werden die Unterschiede deutlicher.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen. Am Anfang werden viele Schimpfwörter benutzt und im Allgemeinen wird nicht viel Spannung aufgebaut. Trotzdem konnte man das Buch in einem Rutsch durchlesen.
Geschrieben wurde das Buch aus den Sichten von Hope & Despair in der Ich - Perspektive.

Cover & Titel

Das Cover finde ich sehr passend. Man sieht links Hope und rechts Despair. Dabei sieht Hope sehr hell aus. Hell steht im Allgemeinen für das Gute. Während Despair sehr dunkel aussieht und somit das Ungute verkörpert. Doch sie sind beide miteinander verbunden. Einer kann ohne den anderen nichts eins sein. Somit sind die Hintergrundfarben gestaltet in jeweils der Farbe des Gegenstückes.
Auch der Titel gefällt mir gut. Hope & Despair da wurden einfach nur die Namen genommen. Doch die Kombination, die dann "Hoffnungsschatten" ergibt, finde ich richtig gelungen!
Auch die "neutralen" Personen fand ich nicht so toll gelungen. Die beiden Wachen Jay und Ice haben die ganze Zeit extrem übertrieben geredet und gar nicht mehr damit aufgehört. Von Victoria bekommt man nicht so viel mit, außer das sie kurz ihre Lebensgeschichte hinausweint und dann von der Bildfläche verschwindet.

Zitat

"Hoffnung zerstört ganze Existenzen. Unter anderem meine." - Position 535
"Hass macht blind. Hass macht taub. Und vor allem: Hass formte Unmenschen" - Position 1469

Fazit

Eine wirklich tolle und neue Idee, die sehr viel Potenzial hat, wenn die Autorin die Charaktere noch mehr ausarbeitet und den Sprachstil weniger derb gestaltet. Jedenfalls als Jugendbuch. Auch an der Spannung hapert es noch. Trotzdem ist es durch den Schreibstil sehr flüssig lesbar und man hat Lust auf den Folgeband.


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