Mittwoch, 20. April 2016

[Rezension] Virginia Boecker - Witchhunter

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Reihe: Witchhunter, Band 1 von ?
Seiten: 400
Kauf: Kindle - Gebunden

Inhalt 

Als die 16-jährige Elizabeth mit einem Bündel Kräuter gefunden wird, das ihr zum Schutz dienen soll, wird sie in den Kerker geworfen und der Hexerei angeklagt. Doch wider Erwarten retten weder Caleb, ihr engster Freund und heimlicher Schwarm, noch ihr Lehrmeister Blackwell sie vor dem Scheiterhaufen. Stattdessen befreit sie in letzter Sekunde ein ganz anderer: Nicholas Perevil, der mächtigste Magier des Landes und Erzfeind aller Hexenjäger. Er lässt sie heilen und nimmt sie bei sich und den Magiern auf. Denn längst ist im Hintergrund ein Machtkampf entbrannt, und Elizabeth spielt darin eine Schlüsselrolle. Nun muss sie sich entscheiden, wo ihre Loyalitäten liegen.


Meine Meinung

Allgemein

Schon der Anfang des Buches packt und zieht einen regelrecht in den Bann. Sehr zügig wird Spannung aufgebaut und hier spreche ich nicht von einer kleinen Miniaktion zum Spannungsaufbau, nein richtige Spannung, wie man sie oft erst gegen Ende des Buches findet.
Relativ zügig konnte ich auch den Mittelteil lesen. Hier lag der Fokus eher auf neuen Informationen, was ich auch gut fand. Man bekommt sie an den richtigen Stellen, nicht zu wenig, nicht zu viel. Auch merkt man, wie sich eine Liebesbeziehung anbandelt. Fand ich sie hier noch ganz süß, kristallisiert sich gegen Ende des Buches heraus, dass irgendwie jeder auf ihn steht und das hat mich ein wenig genervt. Positiv darüber zu sagen ist allerdings, dass es diesmal nicht ein absoluter Superman ist, sondern ein ganz gewöhnlicher Junge, der das Beste aus seinem Leben macht.
Das Ende jedoch hat mich ein wenig enttäuscht. Ich muss sagen, dass ich in diesem Buch oft zuviel gedacht habe. Nicht, weil die Dinge schlecht erklärt waren, sondern weil ich logisch einfach manches nicht sinnvoll fand. So zum Beispiel beim großen Showdown. Die Protagonistin ist gefangen in einem Stück ihrer Vergangenheit. Darauf hätte meiner Meinung nach der Fokus liegen sollen. Genug Showdown-Potenzial wäre definitiv da gewesen. Dennoch wurde diese Situation extrem schnell abgehakt, sodass ich mich gar nicht richtig reindenken konnte und kein Gefühl für die Situation bekam. Das Highlight war dann natürlich der Kampf gegen den großen Bösewicht, der noch eine wichtige Rolle in den nächsten Bänden spielen wird. Er besitzt ziemlich viel Macht und ist sehr gewieft.... Lässt sich dafür aber extrem leicht austricksen und an der Nase herum führen. Enttäuschend für mich.

Charaktere

Die Charaktere fand ich alle sehr schön gestaltet. Ich konnte die Gedanken und Handlungen soweit alle nachvollziehen (bis auf ein Mankerl im Finale.)
Vor allem gefiel mir die taffe Art der Protagonistin Elizabeth. Sie hat schon einiges an Erfahrung hinter sich und trotzdem hegt auch sie Ängst und Zweifel.
Allerdings gab es auch etwas, das mich total gestört hat. Elizabeth wird aufgenommen von ihren Erzfeinden, doch keiner weiß, wer sie wirklich ist. Nach und nach kommt sie aber nicht drum herum, dass das Geheimnis gelüftet wird und jeder..... einfach jeder nimmt es gelassen und locker auf und springt mit ihr um, wie vorher. Das ergab für mich wenig Sinn. Hier hätte man die Spannung nochmal deutlich heben können, durch einige Konflikte.

Schreibstil & Sichtweise

Es gibt viele Bücher, die ich flüssig lesen kann, doch dieses Buch übertrifft es noch einmal - im positiven Sinne. Der Schreibstil ist unglaublich locker und leicht und man kann das Buch in einem Zug verschlingen. Viel Spannung, viele interessante Fakten.
Geschrieben wurde das Buch aus der Sicht von Elizabeth in der Ich-Perspektive.

Cover & Titel

Das Weiß des Covers finde ich unglaublich anziehend. Mit der schwarzen Schrift total passend. Die Unschuld versteckt hinter schwarzen Strängen. Zudem sieht man in schwarz die Zahl XIII (13), welche in dem Buch eine große Rolle spielt, denn die Hexenjäger gehören der 13. Tafel an. Die schwarzen Vögel (Krähen) bringen das Unheil heran.
Der Titel fällt einem sofort auf, da jeder mit einem Hexenjäger die alten Zeiten der Hexenverbrennung im Sinn hat. Damit wird schnell Spannung und Action assoziiert.

Zitat

"Ich weiß nicht, ob es Tapferkeit war oder Furcht. Ich wünschte, ich würde den Unterschied kennen. Denn dann könnte ich trotz meiner Angst tapfer sein, nicht wegen ihr."
- Position 5216

Fazit

Obwohl ich sehr viel über logisches in diesem Buch nachdenken musste, hat es mich trotzdem von Anfang an fesseln können und mit viel Spannung überzeugt. Die Protagonisten sind mir ans Herz gewachsen und ich würde gerne wissen, wie es denn weitergeht. Empfehlenswert!

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