Samstag, 9. April 2016

[Rezension] Kerstin Arbogast - Im Schatten deines Herzens

Verlag: Drachenmond Verlag
Reihe: Einzelband
Seiten: 430
Kauf: Kindle - Taschenbuch 

Inhalt

Meine Flucht war sinnlos. Bereits jetzt in diesem Moment gehörte ich dir. Wenn aus Träumen Albträume emporwachsen, ein Jäger zum Gejagten und eine Gejagte selbst zur Jägerin wird, dann finden Märchen und Fabeln ihren Weg in die Wirklichkeit. Um zum Star der elterlichen Pferdeshow zu werden, ist dem Stuntreiter Jarosch kein Preis zu hoch. Eine geheimnisvolle wie gefährliche Stute soll ihm zum erhofften Erfolg verhelfen - selbst wenn sie ihn seine Seele kostet. Als Johanna Jarosch und seinem wilden Pferd begegnet, kann sie sich deren Faszination nicht lange verschließen. Doch kann sie die dunklen Schatten der beiden verscheuchen, ohne selbst davon verschlungen zu werden.


Meine Meinung

Allgemein

Schon nach wenigen Seiten bin ich voll und ganz begeistert. Der Stil ist unglaublich umfangreich vom Wortschatz und lässt einen tief in das Buch eintauchen und miterleben. Je nachdem aus welcher Sichtweise gerade erzählt wird, merkt man auch Unterschiede. Jedoch zieht sich sehr lange eine düstere Atmosphäre durch das Buch. Der männliche Protagonist wird hier als Mysterium dargestellt. Um ihn rankt sich diese verworrene Geschichte. Da ist es immer wieder frischend aus der Sicht Johannas zu lesen, die etwas alltägliches und erfrischendes mit sich bringt.
Johanna ist ein Bücherwurm und oftmals vergleicht sie ihr Leben mit den Personen aus dem Buch. Sowas stört mich immer ein klein wenig, hat meinen Lesefluss und mein Lesevergnügen allerdings nicht geschmälert.
Der Protagonist Jarosch ist Stuntreiter und so bekommt man das ein oder andere Mal auch einen Auftritt mit und in diesen Auftritten kann man sich richtig verlieren. Die Beschreibungen sind so schön, dass man sich vorstellen kann, selbst im Publikum zu sitzen.
Doch in der Stuntshow hat er es schwer. Sein Platz ist dort gefährdet und deshalb sucht er etwas ganz Besonderes und setzt all seine Hoffnungen in die mystische Stute, die er zunächst gar nicht gut behandelt. Sie ist abgeschreckt, hat Angst und Panik. Doch Johanna nähert sich ihr. Ganz langsam nach und nach. Der Verlauf wird über einen größeren Zeitraum dargestellt und verlief nicht immer so, wie ich dachte. Beides empfand ich als sehr positiv und realistisch.
In der zweiten Hälfte des Buches verflüchtigt sich die Düsternis ein wenig und die typische "Die Pferde werden verletzt" Nummer kommt auf. Mir war relativ schnell klar, wer der Schuldige war und die Szene fand ich schon ein wenig zu Klischeehaft. Das den Pferden etwas angetan wird, kommt ja in jedem Pferdebuch vor. Kurzweilig hat mich auch das Verhalten von Johanna etwas genervt, da sie einfach so unglaublich schüchtern ist und nie etwas erzählt, während Jarosch eigentlich die viel düstere Vergangenheit hat und sich ihr öffnen möchte. Andersrum hätte ich es vielleicht mehr verstanden. Das Gefühl war aber nur kurzweilig.
Die letzten Kapitel und vor allem die letzten Sätze waren wie im Märchen. Das Ende gefiel mir sehr gut, auch wenn es mich schon ein wenig traurig gemacht hat. Aber in meinen Gedanken spinne ich mir die Geschichte weiter!

Charaktere

Es gab sehr schöne Vielfalt in den Charaktere. Einmal der undurchschaubare Jarosch mit seiner düsteren Vergangenheit und unerklärlichen Taten. Und Johanna, das gewöhnliche Pferdemädchen, welches sich gerne durch Bücher weit weg träumt. Dadurch einsteht ein schöner Kontrast. Man merkt, wie die beiden Einfluss aufeinander nehmen. Zwei Welten die aufeinander prallen.
Auch die Nebencharaktere gefielen mir sehr gut und wurden sehr authentisch dargestellt.
Die Stute bekam auch ihre eigene Rolle und Sichtweise in dem Buch. Dadurch wurde ihr etwas Besonderes verliehen und man konnte ihr ein wenig in die Seele blicken. Sichtweisen von Tieren sind ja eher selten und deshalb gefiel mir das doppelt so gut.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil hat mich von Anfang an umhauen können. Die Vielfalt der Worte war richtig schön zu lesen. Man wurde ins Buch mitgenommen, ist dort drin versunken und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Allerdings ist die erste Hälfte sehr düster geschrieben und vielleicht nicht für jedermann etwas.
Geschrieben wurde das Buch in der dritten Person aus den Sichten von Jarosch, Johanna und der Stute.

Cover & Titel 

Das Cover ist für den Titel sehr hell gestaltet. An manchen Stellen vielleicht sogar etwas zu hell. Trotzdem verzaubert es mich, da durch die etwas mehr farbliche Umrandung das Pferd und das Mädchen in den Vordergrund gerückt werden und alles etwas magisch wirken lässt.

Zitat

"Mein Vater nahm mir die Karotte aus der Hand und steckte mir eine Peitsche hinein, bildlich gesprochen. Und gleichzeitig lernte ich, dass Enttäuschung nur ein anderes Wort für Liebe ist. Wer liebt wird enttäuscht. Und derjenige, der geliebt wird, wird auch enttäuscht." 
- Seite 243

Fazit

Ein Buch, welches zum Träumen einlädt. Durch einen außergewöhnlichen Schreibstil taucht man ab in eine andere Welt. Doch Vorsicht! Nichts für schwache Gemüter, den sehr lange ist das Buch düster gestaltet.





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