Samstag, 23. April 2016

[Rezension] Emma Mills - Jane & Miss Tennyson

Verlag: Carlsen Königskinder
Reihe: Einzelband
Seiten: 480
Kauf: Kindle - Gebunden

Inhalt 

Devon würde eigentlich nichts an ihrem Leben ändern. Sie ist zufrieden damit, heimlich in ihren besten Freund verliebt zu sein und die Zukunft zu ignorieren. Aber das Leben macht nicht mit. Erst zieht ihr Cousin Foster, ein unverbesserlicher Sonderling mit einem überraschenden Talent für Football, bei ihnen ein. Dann taucht der unausstehliche, überhebliche und unerträglich attraktive Ezra auf. Devon hätte nie erwartet, dass Foster der Bruder wird, den sie nie haben wollte; oder dass Ezra ihre Lieblingsschriftstellerin Jane Austen liest, selbst wenn er Stolz und Vorurteil zunächst für die Fortsetzung von Verstand und Gefühl gehalten hat.




Meine Meinung

Allgemein 

Der Einstieg in das Buch fiel mir extrem leicht. Schon auf den ersten fünf Seiten musste ich so herzhaft lachen und dieses Gefühl verließ mich im Laufe des Buches auch nicht.
Zügig filtert die Autorin raus, wenn man zu mögen hat und wen nicht. Die Gedanken der Protagonistin sind sehr eindeutig geschildert und hinterlassen schnell eine erste Meinung über andere Charaktere.
Schon am Anfang merkt man, dass dieses Buch in die Klischeerichtung geht. Die Protagonistin steht eigentlich auf jemand anderen und merkt dann, dass ihre Liebe eigentlich wem ganz anderen gehört. Diese erste "Liebe" ist dann aber eher eine kindliche Einbildung und geht auch sehr unter, beziehungsweise wird eher oberflächlich am Rand erwähnt.
Positiv aufgefallen ist mir, wie dieses amerikanische Schulleben heraussticht. An vielen Stellen habe ich gedacht, dass es hier doch ganz anders zugeht. Auch die ganze Partys nach gewonnenen Footballspielen und die Kurse, die für jeden Pflicht sind.
Das Ende des Buches brachte mir genau das, was ich schon von Anfang an dachte. Die Charaktere verändern sich ziemlich voraussichtlich. Das hat mein Lesevergnügen aber nicht vermindert. Ich war trotz allem glücklich über das Ende und konnte das Buch mit einem Lächeln beiseite legen.

Charaktere

In erster Linie geht es um Devon - die Protagonistin. Von sich selbst behauptet sie, eigentlich ein zurückgezogener Mensch zu sein, der nicht viel Kontakt zu anderen aufbaut. Trotzdem kommt regelmäßig jemand auf sie zu und will etwas von ihr. Zudem ist jeder freundlich zu ihr. Sie hat eine gefestigte Meinung, jedoch nicht voreingenommen. Ihre Entwicklung hat mir gut gefallen. Sie durchläuft die typische Teenager Phase, in der man zunächst keine Ahnung hat, wie es im Leben weitergeht.
Doch auch andere Charaktere sind positiv aufgefallen. So zum Beispiel Foster und Ezra (mit dessem Namen ich erst kämpfen musste, da ich immer dachte, dieser sei weiblich.)
Foster war der komische Kauz im Buch und hat immer verrückte Dinge gesagt oder kryptische Sätze von sich gelassen. Wie auch Devon, wusste man als Leser zunächst kaum etwas mit ihm anzufangen, bis er einem nach und nach immer mehr ans Herz wächst.
Ezra ist der Footballstar der Highschool und ziemlich lange konnte ich gar nichts mit ihm anfangen, da er einfach undurchdringlich war. So auch für Devon, das Ziel wurde also nicht verfehlt. Doch viele seiner Aktionen waren für mich unergründlich. Auch gegen Ende war meine Beziehung zu ihm fragwürdig, das war etwas schade.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist locker, leicht und an vielen Stellen auch humorvoll. Doch Vorsicht: Auch von Sarkasmus wird hier Gebrauch gemacht!
Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive aus Devons Sicht.

Cover & Titel

Das Cover ist mal etwas anderes. Klar hat man - wie leider so oft - ein Gesicht auf dem Cover, doch dieses steht ein wenig im Hintergrund, den durch den Vordergrund ranken sich Blumen in schönen Aquarelltönen. Die Vorderseite ist etwas gräulich, doch dafür ist die Rückseite umso farbenfroher.
Warum das Buch diesen Titel trägt filtert sich extrem schnell heraus. Es handelt sich hierbei um Devons Nachnamen in einer Kombination mit dem Vornamen ihrer Lieblingsautorin. Der Titel ist schön gewählt, doch bevorzuge ich lieber welche, über die man ein wenig länger rätselt, oder die noch eine ein kleines verstecktes Geheimnis hüten, welches man erst gegen Ende versteht.

Zitat

>>Warum siehst du dann beim Spielen nicht glücklich aus? Du bist der Beste. Man sollte meinen, du wärst der glücklichste Mensch der Welt.<<
>>Wenn man etwas liebt, kann man schließlich nicht andauernd glücklich sein, oder? Deshalb liebt man es doch gerade. Weil man alle möglichen Gefühle dabei hat, nicht nur Glücksgefühle. Es kann wehtun, es kann dich saumäßig wütend machen, aber... es bringt dich dazu, überhaupt etwas zu fühlen." 
- Seite 255

Fazit

Ein äußerst gelungenes Buch, das mich an vielen Stellen zum lachen und grübeln gebracht hat. Jedoch sehr klischeehaft und der Ausgang ist in vielen Punkten vorhersehbar.



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