Freitag, 11. März 2016

[Rezension] Julie Kagawa - Talon, Drachenherz

Verlag: heyne>fliegt
Reihe: Talon, Band 2 von 5
Seiten: 544
Kauf: Kindle - Gebunden

Inhalt 

Seit sich das Drachenmädchen Ember und der St.-Georgs-Ritter Garret das erste Mal gesehen haben, ist ihr Leben aus den Fugen geraten. Sie sind dazu bestimmt, einander bis zum Tode zu bekämpfen, doch sie kommen nicht gegen die starken Gefühle füreinander an. Als Garret Ember in der Stunde der Entscheidung rettet, wird er als Verräter eingekerkert.
Ember fasst den halsbrecherischen Entschluss, ihn mitten aus dem Hauptquartier der Georgsritter zu befreien. Das kann ihr aber nur mithilfe des abtrünnigen Drachen Cobalt gelingen. Doch wird der sein Leben aufs Spiel setzen, um seinen Erzfeind – und Rivalen um Embers Herz! – zu retten? Und falls der Plan gelingt: Welche Chance hätten die drei ungleichen Gefährten, wenn der Talonorden und die Georgsritter sie jagen?


Meine Meinung

Allgemein

Der Anfang des Buches barg viele kurze Kapitel und vor allem viele Sichtwechsel, so dass ich einerseits schnell voran kam, andererseits jedoch ein wenig überfordert war, da selbst Kapitel unterteilt wurden in "Cobalt" und "Riley." Wer den ersten Teil kennt weiß, dass dies der Unterschied zwischen der menschlichen Person und dem inneren Drachen ist. Also eine Person, zwei Sichtweisen. Jedoch kein merklicher Unterschied.
Im Laufe des Buches werden die Kapitel allerdings wieder etwas länger und die Sichtweisen switchen nicht so übertrieben umher. Jedoch kam für mich schnell ein neues Problem auf: Die Drachengröße. Schon im ersten Teil viel es mir unglaublich schwer mir das vorzustellen. Einerseits sind sie so imposant, andererseits wohl kaum größer als ein Mensch, aber 200kg schwer! Und in Menschengestalt können sie einfach eine halbe Pizza mit einem Bissen verschlingen? Erstaunliche Künste! Doch das fiel mir nur auf, wenn solche Vergleiche gemacht wurden. Kamen diese nicht vor, fiel es mir leicht, mir einen üblichen Drachen vorzustellen.
Da die Protagonisten fast allesamt auf der Flucht sind, ist ein sehr positiver Faktor, dass das Buch von vornerein bis Ende durchweg spannend bleibt. Und obwohl man permanent Spannung hatte, konnte das Ende noch einmal eine Schippe drauflegen und die Seiten nur so dahinfließen lassen. Der große Kampf beinhaltete für mich genug Aktion, um über die kleinen logischen Mankerl hinwegzusehen.
Auch das Ende konnte mich noch einmal für den nächsten Part einheizen. Glücklicherweise beinhaltete er keinen Cliffhanger, doch die Schicksale trennen sich und neue Überlegungen und Geschehnisse machen Platz für ein weiteres spannendes Buch.

Charaktere

Schon im ersten Teil war das heikle Thema die Dreiecksbeziehung zwischen Riley, Garret und Ember. In diesem Buch nimmt das Thema erneut eine starke Präsenz ein und ich persönlich bin definitiv Team Garret! Irgendwie kann ich Riley nichts abkaufen und mag ihn auch nicht sonderlich, was an seiner emotionslosen Art liegen könnte. Bei Garret wirkt alles viel echter, ihm nehme ich seine Emotionen ab.
Auch bei Ember war ich mir diesmal unschlüssig. Dafür, dass sie keine Erfahrung hat und das selbst immer wieder betont, kriegt sie ganz schön viel auf die Reihe. Erst am Ende habe ich gemerkt, wo ihre Handicaps noch liegen.
Bei Dante (Embers Bruder) war ich mir von Buch 1 an klar, dass ihm Familie gar nicht so viel bedeutet, wie er immer erzählt. Seine Familie ist Talon und das kristalisierte sich schon von Beginn an heraus, so dass bei ihm keine überraschenden Wendungen hervor kamen.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen auf einem normalen Niveau. Viel Spannung treibt einen gerade zu durch das Buch. Die Kapitel sind sehr kurz, was vor allem am Anfang auffällig ist und gegen Ende abmildert, und die Sichtweisen switchen großteils rum zwischen Ember, Garret und Riley (manchmal auch Cobalt.) Um die Spannung noch zu steigern gibt es manchmal auch kurze Kapitel über Dante.

Cover & Titel

Da pink nicht die beliebteste Farbe ist, finde ich sie auf dem Cover schon sehr gewagt. Ich vermute, dass der Drache Ember darstellen soll, die ja aber mehr rötlich als pink ist. Dafür erscheint unter dem Schutzumschlag ein atemberaubendes lila (ungefähr in der Farbe des Lidschattens), welches ich sehr gerne im Regal stehen habe.
Den Titel finde ich insofern passend gewählt, dass sich in diesem Buch hervorhebt, für wen wessen Herz schlägt. Für die Organisation oder die Freiheit? Für Mensch oder Drache? Viele Gefühle und viele Entscheidungen spielen eine große Rolle.

Zitat

"Vielleicht kann Unwissenheit wirklich ein Segen sein, aber dadurch wird es noch lange nicht richtig." 
- Seite 404

Fazit

Ich fand das Buch durchaus gelungen. Es lies sich leicht lesen und vor allem schnell. Auch wenn der Anfang etwas holprig war, ging es immer weiter bergauf und nun will ich unbedingt weiterlesen. Ich hatte manchmal das Gefühl, auf der Stelle zu stehen, doch das Ende nimmt mir auch diese Zweifel.


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