Freitag, 11. Dezember 2015

[Rezension] Veronika Mauel - Kai & Annabell, Von dir besessen

Verlag: Impress (Carlsen)
Seiten: 237
Reihe: Kai & Annabell, Band 2 von 2
Kauf: Kindle

Inhalt

Gerade haben Kai und Annabell zueinander gefunden, als plötzlich alles wieder zwischen ihnen steht. Denn seitdem Kai das wahre Geheimnis von ihrer und seiner Familie kennt, setzt er alles daran, von Annabell gehasst zu werden und zieht sie damit in eine bodenlose Tiefe. Zwischen ihrem zerrütteten Zuhause, in dem sie immer noch die wohlerzogene Arzttochter spielen muss, und einer aus für sie unerklärlichen Gründen geplatzten Liebe, sieht sie nur einen Ausweg: feiern und vergessen. Und wieder ist es Kai, der sie im letzten Moment vor sich selbst bewahrt. Aber zu einem Preis, den keiner von ihnen zahlen sollte…



Meine Meinung

Allgemein

Nachdem ich unerwartet schon ein riesen Fan von dem ersten Band war, musste ich mir auch den Folgeband sofort zulegen und habe ihn nur so verschlungen!
Der Cliffhanger wurde sofort aufgegriffen und gelöst... was mir persönlich gar nicht zusagte. So wusste man bereits am Anfang des Buches die wahren Tatsachen. Natürlich möchte man somit den Hauptcharakteren das ganze Buch über sagen, was Sache ist, doch die Spannung ging damit ein wenig futsch. 
Immer die überraschenden Informationen im Hinterkopf geht Protagonist Kai wieder einmal auf Abstand. Im Endeffekt  wiederholen sich die Szenarien aus Band 1 und doch scheint es komplett anders. Das Gesamtpaket wird noch einmal eine Stufe extremer und man fühlt förmlich die Angst der Protagonistin Annabell. 
Da man die Wahrheit und die beiden Sichten der Protagonisten kennt ist man immer hin- und hergerissen und möchte jeden rütteln und schütteln, bis sie vernünftig werden. Den vernünftig ist hier das Stichwort... oder besser unvernünftig. Den Annabell sprintet auch in diesem Band wieder von einem Schlamassel in das Nächste und kassiert damit böse Folgen. 
Das Ende des Buches hat mich extrem überrascht und dem ganzen Buch noch einmal einen anderen Blickwinkel verschafft. Die Seiten flogen nur so dahin und ich konnte dem Ende nicht schnell genug entgegenkommen, um endlich auch die Reaktion der Charaktere zu erleben, wenn sich alles auflöst. 

Charaktere

Die beiden Protagonisten Kai und Annabell sind im großen und ganzen so geblieben, wie im ersten Band. Die Verwandlung, die Kai im Vorgänger vollzogen hat zieht sich auch durch dieses Buch und sein Zwiespalt ist deutlich wahrnehmbar. Seine Gedanken über sich selbst lassen den Leser betrübt zurück und ich konnte permanent nur das Beste für ihn hoffen. 
Annabell ist nach wie vor die unterwürfige Tochter, die alles mit sich geschehen lässt. Angstgesteuert. Doch bei ihr war ich tatsächlich ein wenig überrascht, das sie ihre Vorhaben diesmal konsequent durchzieht. Für mich stand immer Kai als ihr Retter fest, doch in diesem Band bewies sie, das auch sie sich retten kann, wenn es ihr wirklich wichtig ist... Nur das sie dafür eine Motivation braucht. 
Annabells Vater muss überraschend auf eine Geschäftsreise und somit ist sie mit ihrer Mutter alleine zu Hause. Schon als Leser atmet man erleichtert vor dem Buch auf. Diese Kapitel waren besonders schön für mich zu lesen, den plötzlich entdeckte man eine neue Seite an Annabells Mutter. Ein kleiner Vorgeschmack, wie es möglicherweise nach Abschluss des Buches weitergehen könnte. 
Die einzige Person, welche mich überrascht hat, war Annabells beste Freundin Luise. Neben ihrer verständnisvollen Seite gibt es nämlich noch die rabiate Freundin, die mit Konsequenz versucht ihrer Freundin Verstand einzuhauchen. 

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen. Er ist mitreißend und lässt einen in jedem Kapitel mit einem Gefühlschaos zurück. Schöne Wortwahl, sehr emotional!
Geschrieben wurde das Buch in der Ich-Perspektive von Kai und Annabell. 

Cover & Titel

Das Cover sagt mir mehr zu als das erste. Jedoch sind beide schön gestaltet. Ich liebe den bräunlichen Ton. Neutral und ruhig. Die Personen sollen die Hauptcharaktere darstellen. 
Der Titel ist in erster Linie für Kai passend. Ebenso für Annabell, doch bei Kai merkte ich eher, wie er einfach nicht von Annabell loskam.

Zitat

"Mein Herz flattert. Asozialer ist eine andere Bezeichnung für die Liebe meines Lebens"
- Position 462

Fazit

Ein gelungenes und dennoch sehr trauriges Ende dieser Buchreihe. Extrem emotional und aufwühlend. Einfach nur zum mitfiebern und mitfühlen!



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