Montag, 26. Oktober 2015

[Rezension] Jennifer Wolf - Die Wiedererwählte der Jahreszeiten, Abendsonne

Verlag: Impress
Seiten: 267
Reihe: Die Wiedererwählte der Jahreszeiten, Band 2 von 4(?)
Kauf: Kindle

Inhalt

Niemals hätte sich Dahlia träumen lassen, dass sie einst zu den Auserwählten der Jahreszeiten gehören könnte. Als eine gewöhnliche Tochter der letzten bewohnbaren Stadt auf Erden gehört sie nicht in die Nähe von Göttern, sondern aufs Feld, wo sie von klein auf Lavendelblüten pflückt und ihre Familie unterstützt. Aber die Anweisung der Göttin Gaia hätte klarer nicht sein können: Dieses Mal soll ein Mädchen aus Hemera zu ihren vier Söhnen geschickt werden und sich ein Jahrhundert lang an einen von ihnen binden. Sollte Daliah die Auserwählte werden, für wen würde sie sich entscheiden? Den verspielten Frühling, den selbstsicheren Sommer, den tiefgründigen Herbst oder den verschlossenen Winter?


Meine Meinung

Allgemein

Zuerst war ich skeptisch, da es vom Prinzip her dieselbe Geschichte wie im ersten band darstellt. 
Doch die Autorin hat mich eines besseren belehrt. 
Wie wir schon in Band 1 erfahren durften, dass es zwei Orte gibt, wo die Menschen wohnen. Einmal Hemera - das Dorf für die normalen Arbeiter - und der Orden - dort, wo die Mädchen für die Jahreszeiten vorbereitet werden. Ging es im ersten Band um den Orden, so dürfen wir uns jetzt über Einblicke in das Leben der Einwohner Hemeras erfreuen. 
Positiv aufgefallen ist mir dabei, dass die Einwohner es gar nicht als wichtig erachten erwählt zu werden - da ja nur die Menschen im Orden zu den Jahreszeiten dürfen. Das Wichtigste für Hemeras Einwohner ist die Familie und die Arbeit und es ist interessant mitzuerleben, wie die Protagonistin sich mit Händen und Füßen wehrt, als es plötzlich heißt: "Dieses Jahr wird ein Mädchen aus Hemera erwählt." 
Schon dieser Part war anders, als im Vorgänger. Natürlich lässt es sich nicht verhindern, dass die Protagonistin Dahlia früher oder später bei den Jahreszeiten landet und somit geht es einige Seiten in das altbewehrte Schema. Doch dann finden Dahlia und einer der Jahreszeiten einen Weg auf die Erde - völlig unbeabsichtigt. Auch diese Variante gefiel mir sehr, da im ersten Buch der Gang zur Erde gewollt war. 
Dort fängt dann das Auf und Ab der Gefühle an. Schmerz, Dahinschmelzen, Freude, Hoffnung, Abenteuer. Alles mögliche und gegen Ende ließen sich meine Tränen erneut nicht zurückhalten. Die Autorin versteht sich drauf mit den Gefühlen der Leser zu spielen! 
Das Ende war vielfältig gestaltet. Auch hier findet man nicht nur das große HappyEnd vor. Traurig und mit Hoffnung lässt man neue Charaktere ziehen und der Epilog heizte mich schonmal gut auf den Folgeband (Erhältlich: Voraussichtlich Februar 2016) ein. 
Den Epilog fand ich besonders gut gestaltet. Er bestand aus ganz vielen kleinen Teilen aus den Sichten von bereits kennengelernten, neuen und baldigen Charakteren. 
Leider negativ aufgefallen ist mir jedoch, dass Dahlia das ganze Buch über seltsame Träume hat. Die Idee ans ich ist sehr interessant und einfallsreich, doch nachdem man den Vorgänger gelesen hat, weiß man bereits von Anfang an, welche Bedeutung ihre Träume haben. 

Charaktere

Die Charaktere waren richtig schön umgesetzt. 
Die neue Protagonistin benimmt sich genau so, wie sie immer sagt: Sie ist wild und ungezähmt. Zudem nimmt sie oftmals kein Blatt vor den Mund, was an ihrer Lebensweise liegt und der Art, wie sie aufgewachsen ist. Ihr Charakter wurde schon geformt, aber man erfährt, wie dieser geformt wurde. 
Die Jahreszeiten und die Mutter aller Dinge kennen wir schon aus dem ersten Buch und die Übernahme der Charaktere ist gut gelungen. Im Endeffekt hat sich nur der Winter geändert und dafür gab es ja schließlich gute Gründe.(siehe Band 1) Leider gab es erneut wieder viel zu wenig vom Sommer zu lesen. 
Auch die Familie von Dahlia wurde gut dargestellt. Man merkt ihre Fürsorge und den Schmerz über das Wissen, das ihre Tochter bald für immer weg sein wird.
Alles in allem: Die Autorin schafft einzigartige, gut ausgearbeitete Charaktere mit viel Gefühl. 

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist sehr tiefgründig und mitreißend und trotzdem recht simpel gestaltet. Das Buch lässt sich flüssig lesen und man kann weit abdriften in eine fremde und doch so bekannte Welt. 
Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive von Dahlia. 
Eine einzige Ausnahme bildet der Prolog, indem man nochmal aus der Ich-Perspektive von Aviv, Maya,  Mae und Sol. 

Cover & Titel

Von Impress ist man schöne Cover gewöhnt und so auch dieses. Ich liebe die Farben des Lavendels. Eine richtig schöne und kräftige Farbe, die einen zum träumen verleitet. Hinzugefügt ein weißes, hübsches Mädchen im Kontrast und fertig ist das perfekte Cover! Inhaltlich auch passend. 
Den Titel finde ich passender als beim ersten Buch. Er verrät nicht zu viel von dem Buch und passt doch auf das Pärchen dort, wie die Faust aufs Auge. 

Zitat

"Der Wunsch zu tanzen wächst in meinen Armen und Beinen. [...] Ich gebe ihm nach und beginne mich zu bewegen. Meine Augen schließen sich und mein Herz übernimmt. Ich tanze, bis der Regen aufhört." 
- Position 2614

Fazit

Eine schöne Geschichte, die mich ab der zweiten Hälfte komplett in den Bann ziehen und Tränen entlocken konnte. Die mysteriösen Träume waren von Anfang an klar und das war schade. Doch alles in allem ist das Buch gefühlsbewegend und mitreißend geschrieben. 



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