Montag, 19. Oktober 2015

[Rezension] Alex Marshall - Blut aus Silber

Verlag: Piper
Seiten: 864 - Taschenbuch
Reihe: Keine offizielle Info.Abschluss klang nach Folgeband
Kauf: Kindle - Broschiert

Inhalt

Sie gewann jede Schlacht. Sie war die bedeutendste Kriegerin ihrer Zeit - doch seitdem sind zwanzig Jahre vergangen, und Zosia will alles andere als wieder zu kämpfen. Als sie erneut zur Waffe greifen muss, um die Schatten der Vergangenheit zu besiegen, beginnt ein Kampf gegen dunkle Intrigen, falsche Verbündete und grausame Armeen, der die Welt erschüttern wird. Denn ihre Freunde werden zu Feinden, und die Vergangenheit ruht nie ...





Meine Meinung

Allgemein

Ich bin .... erleichtert! Endlich habe ich dieses Buch durch. Doch erstmal von Anfang an...
Die Inhaltsangabe des Buches klang mega spannend und so landete das Buch in meinem Regal. Schon das erste Kapitel des Buches lies mich nicht begeistert zurück, da mir die Person einfach auf Anhieb nicht zusagte und auch die Namensgebung sehr gewöhnungsbedürftig war. Dafür ging es positiv im zweiten Kapitel weiter und ich gab dem Buch eine Chance. 
Durch die vielen Perspektivenwechsel kam man nur langsam bis zum Hauptstrang der Geschichte voran. Mittlerweile konnte ich mich an die Namen gewöhnen. Doch auch, als ich endlich bei Zosia und ihren Plänen angelangt bin, nahm die Geschichte nicht wirklich Fahrt auf. Zosia hat mehrere Pläne, die sie in einer bestimmten Reihenfolge abarbeiten möchte. Dies betont sie mehrmals im Buch, doch erst ab Seite 550 fing sie an, ihre Pläne wirklich umzusetzen. Die Vorbereitungen müssen mir wohl entgangen sein. 
Die meiste Zeit besteht das Buch aus Dialogen und Gedanken. Mir fehlte oft - doch nicht immer - die Beschreibung der Umgebung und wie die verschiedenen Charaktere sich langsam ihrem Ziel nähern. Landete man durch den Perspektivenwechsel wieder bei dem Protagonisten von vor drei Kapiteln, so war dieser einfach so ein gutes Stück weiter gereist, hat jemanden getroffen und pallabert weiter.
Wenn dann dazwischen einfach mal ein paar Monate vergangen waren, musste der aufmerksame Leser sich das selber zusammenreimen. 
Einen großen Störfaktor fand ich, das oftmals die Charaktere am Ende eines jeden Kapitels "sterben." Sie geraten in eine heikle Situation und denken zum Schluss sie müssten sterben. Das im nächsten Kapitel was spannendes passiert, kann man damit aber leider nicht hoffen und mich hat es einfach nur genervt, den irgendwann wusste man einfach: Oh, er denkt er stirbt? Also passiert wieder nichts. 

Das Ende des Buches lies mich auf eine epische Schlacht mit viel Kämpferei hoffen, doch auch dem war nicht so. Die Lösung zur Beendigung der Schlacht war originell und eine ganz neue Idee, doch irgendwie fesselte mich dessen Umsetzung nicht. Zumal ich mich nie mit der Begründung "Die Gefallene Mutter (Glaubensmutter) wollte das so", zufrieden geben konnte. 
Es gab keine direkten Duelle. Die Verletzungen und Tode wurden einfach so dahingeschmissen. Eine kurze Situation von ein paar Zeilen und der Charakter lag blutend am Boden. 
Der Epilog weißt auf einen Folgeband hin und soll wohl auf diesen einheizen. Aus der Idee kann man eine Menge machen und sie klingt noch spannender, als die Inhaltsangabe zu diesem Band, doch wird das Buch nicht um die 300-400 Seiten weniger haben, wird es definitiv nicht in meinem Regal landen! Hätte ich dieses Buch nicht gewonnen, hätte ich es wohl abgebrochen. 

Charaktere 

Charaktere gab es viele. So gab es neben den sieben Personen, aus deren Sichten das Buch geschrieben wurde, auch genug andere sehr wichtige Rollenträger in der Geschichte. 
Allerdings konnte ich mich mit keinem wirklich anfreunden. Die meisten blieben mir undurchsichtig. Zwar bewies jeder von ihnen viel Charakter, doch wenn mal Gefühle ins Spiel kamen, so kamen sie jedenfalls nicht bei mir an. 
Nur der Schurke Frostfalle gefiel mir. Er bewies in vielen Situationen Witz und eine Lockerheit, die etwas anziehendes hatte. Er lockerte mir das Buch an einigen Stellen sehr auf. 

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist definitiv nur etwas für Leute, die einen ausgeprägten Wortschatz haben und das am Besten noch in der damaligen und heutigen Zeit. Es gab sehr viele Schachtelsätze und das Buch schnell zu lesen ist kaum möglich, da man irgendetwas immer verpasst oder über ein Wort stolpert. 
Großteils wurde das Buch altertümlich geschrieben, doch dann zwischendurch wiederum etwas moderner, was so gar nicht in die Geschichte passte. 
Der Autor benutzt zudem viele erfundene Wörter. So heißt die Sprache in seinem Buch zum Beispiel "Makellos." Oft brauchte es bei mir eine lange Zeit bis sich die neuen Wörter erklärten. Doch im Endeffekt wusste ich am Ende immer die Bedeutung. Aber bis dahin hieß es rätseln. 
Die Sichtweise erfolgte in der dritten Person aus den Sichten von Schwester Portolés, Sir Hjortt und Sir Domingo Hjortt, Prinzessin und Generalin Ji-Hyeon, dem Hornwolf Griesgram, Zosia und Maroto. 

Cover & Titel

Und nun kommen wir zum Besten am ganzen Buch: Das Cover! Mir gefällt es optisch sehr gut. Schlicht und doch aussagekräftig. Es könnte den Stern und seine Zacken darstellen. Das Imperium um das es im Buch geht. 
Der Titel gefällt mir im englischen eindeutig besser (A crown for cold silver.) Den mit dem deutschen Titel würde ich nicht sofort diesen Inhalt in Verbindung bringen. Jedoch kann man auch nicht sagen, das er komplett missgewählt ist. 

Zitat 

"Aber so war der Krieg nun einmal - die beste Taktik enthüllte sich einem erst im Augenblick der Verzweiflung, statt einem früh genug einzufallen, damit man seine Entchen schön in einer Reihe aufstellen konnte." - Seite 556

Fazit

Das Buch war extrem langatmig. Mehr Dialoge als Handlungen. Zudem eine sehr schlicht erklärte neue Welt und ein Ende, welches mich eher gähnend zurück lies. Leider konnte es mich weder fesseln, noch auf den Folgeband einheizen. 





 


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