Montag, 6. April 2015

[Rezension] Patrick Rothfuss - Die Furcht des Weisen 2

Verlag: Klett-Cotta (Hobbit-Presse)
Seiten: 519 - Broschiert
Reihe: Königsmörder Chronik, 2. Band
Kauf: Kindle - Gebunden - Hörbuch Download - MP3 CD

Inhalt (kann Spoilern)

Nach seinen Abenteuern mit den Banditen im Eld begegnet Kvothe der betörenden Fae Felurian. Durch ihre märchenhafte Schönheit erlangt sie fast unumschränkte Macht über seinen Willen und seine Sinne. Und nur durch eine List kann er sich aus ihren Armen befreien. Sein Weg führt ihn weiter zu den stillen Kriegern der Adem, von denen er die hohe Kunst des Lethani erlent und das Schwert Saicere verliehen bekommt. Mit diesem Schwert und einem von Felurian gewobenen Schattenmantel tritt er die Reise zurück zum Hof des mächtigen Maer an. Doch unterwegs wartet entsetzliche Unheil auf ihn...


Meine Meinung

Allgemein

Im englischen ist der erste Teil der Könisgmörder Chronik ein Buch und wurde im deutschen zweigespalten. Somit geht der erste Band nahtlos in den zweiten über. Nach den Abenteuern mit den Banditen gelangt Kvothe in das mystische Reich der Fae. Es fiel mir sehr schwer ein Bild von der Fae Felurian zu bekommen. Es soll Unmengen an Loblieder auf sie geben, die alle beschreiben, wie schön sie doch sei. Doch hat ihr Verhalten mir eher ein Bild von einer Art Medusa in den Kopf gezaubert. Während diesem Abenteuer kommen viele Dichtungen von Kvothe und Felurian vor und der Autor schafft es spielend zwischen normaler Sprache und Dichtungen zu wechseln.
Nach diesen neuen Erfahrungen kehrt er in das Reich von einem Mitreisenden ein. Die sogenannten "Adem" sind ein spezielles Volk, mit einer speziellen Sprache und speziellen Gesten und Bewegungen. Kvothe lernt viel davon und durch die ausführliche Beschreibung des Autors hat man das Gefühl selber mitzulernen und man entwickelt automatisch ein Gefühl dafür, wann Kvothe sich richtig und wann falsch verhält.
Kvothe verlässt das Reich der Adem und kehrt zurück. Ab da fängt das Buch an die Spannung zu verlieren und auf den letzten hundert Seiten pendelt sich sein Alltagsleben wieder ein. Zwar fädelt der Autor hier und da einige Anekdoten ein und lockert die Situationen auf, doch kommt der Spannungsbogen nicht erneut. Für ein Ende sehr ernüchternd.
Auch vom letzten Kapitel hätte ich mir weitaus mehr versprochen. Der Autor versucht auf den nächsten Band einzuheizen, doch gelingt ihm das kaum. Das Ende ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Es erweckt zwar Neugier, doch sind die Informationen so schwammig, dass man nicht unbedingt zum nächsten Band greifen würde.
Auch hat mir etwas ganz wichtiges gefehlt: Die Hauptstory. Bisher dachte ich immer, dass es darum geht, dass Kvothe die Mörder seiner Familie findet, doch gibt es kaum Informationen über diese. Und auch in diesem Buch erfährt er kaum Neues und sucht auch nicht sehr intensiv. Er fragt ein paar wenige Personen nach Geschichten und Erfahrungen, aber das war es auf 500 Seiten auch.
Die "Zwischenspiele" bekommen gegen Ende des Buches nun auch mehr Bedeutung, denn wie es scheint, ist die Gegenwart mit seiner Vergangenheit stark verknüpft.

Charaktere

Wie schon im ersten Teil gefällt es mir sehr gut, dass Kvothe nicht ein typisches Heldenleben führt. Seine Erfolge fliegen ihm nicht einfach entgegen, er arbeitet sehr hart an Ihnen. Und trotz seiner vielen Mühe erlebt er oft sehr große Rückschläge. Sein Gedächtnis ist zwar sehr gut, doch erscheint mir das ab und zu sehr übertrieben.Für sein Alter ist er durch seine Erfahrungen schon sehr weit, doch hin und wieder merkt man doch, dass er nicht der allwissende, weise, alte Mann ist. Das hat mir gut gefallen.
Über andere erfährt man wie immer nicht viel. Jedoch reist Kvothe auch sehr viel und was soll man auf kurze Zeit schon viel über andere lernen? Da das Buch aus der Sicht Kvothes geschrieben ist, finde ich es aber realistisch, dass man nur mitbekommt, was er wirklich durch das Verhalten anderer analysieren kann.

Schreibstil & Sichtweise

Patrick Rothfuss legt einen sehr ausführlichen Schreibstil an den Tag, wodurch viele Abenteuer eine Menge Spannung bekommen. Allerdings ziehen sich somit die langweiligen Passagen auch stark.
Die Welt um Kvothe herum ist erfunden, doch durch viel Logik lässt der Autor sie oft real wirken.
Doch auch der Humor kommt hier nicht zu kurz. Nicht an wenigen Stellen konnte ich mir ein Lachen und schmunzeln nicht verkneifen.
Geschrieben wurde aus der Sicht von Kvothe. Also in der Ich-Perspektive. Die Zwischenspiele jedoch sind allüberblickend geschrieben.

Cover & Titel

Das Cover finde ich farblich schön gestaltet. Es soll vermutlich Kvothe darstellen, der wie immer umher reist.
Den Titel finde ich auch passend gewählt, da die "Furcht des Weisen" in diesem Band ein wenig klarer wird.

Zitat

" 'Wenn ich je einen Menschen kennen gelernt habe, auf dessen Herz kein Schatten lag, war das gewiss ein Kind, das noch nicht sprechen konnte.' " - Seite 270/271

Fazit

Durch seinen wunderbaren Schreibstil, hat Rothfuss mich das ganze Buch über fesseln können, doch hat das Ende zu wenig Power gehabt... Wenn man es überhaupt Power nennen kann. Es war langweilig und hat mich nicht auf den Nachfolger einstimmen können.
Trotz diesem Punkt liebe ich die Ideen des Autors sehr und mir gefallen die Gedankengänge sehr gut.






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