Dienstag, 5. Dezember 2017

[Rezension] Kim Leopold - BlackHeart, Das Lachen der Toten

Verlag: Selfpublish
Reihe: Black Heart, Band 2
Seiten: 110
Kauf: eBook

Inhalt 

Alex führt seine neue Schülerin Louisa in eine Welt der Magie und zeigt ihr, wie sie ihre Kräfte benutzen kann. Dabei kommen sie sich unweigerlich näher, doch es ist nichts mehr verboten als eine Beziehung zwischen Wächtern und Hexen ...









Meine Meinung

Geschichte

Es geht in die zweite Runde mit der neuen Buchserie "Black Heart". Und das nicht weniger spannend, als schon der Auftakt der Serie.
Wenige Seiten bieten wenig Fläche. Der Inhalt muss besser verteilt werden, sollte aber dennoch nicht rasend abgehandelt werden. Genau das gefällt mir sehr gut bislang. Nach den ersten hundert Seiten des ersten Bandes hatte man schon einige gute Grundlagen, um sofort in die Geschichte einzusteigen. Dennoch nimmt sich die Autorin Zeit, diese Ideen erst einmal auszubauen. Und obwohl sie dies tut, kommt die Spannung bei Weitem nicht zu kurz.
Am Ende wollte ich einfach mehr haben und wissen, wie es weitergeht. In einem Buch mit "Normallänge", werden oft die Dinge noch im selben Buch geklärt. In einer Serie - besonders dieser - ist das anders und somit hat man fast immer einen Cliffhanger und das Gefühl, weiter lesen zu wollen.
Auch das Setting finde ich noch immer super. Einmal in einer vergangenen Zeit und einmal in der heutigen. Das gibt der Geschichte gleich zweimal einen besonderen Flair und lässt alles etwas mystischer wirken.

Charaktere

Am Anfang viel es mir schwer, mich an die Charaktere zu erinnern. Obwohl nur ein Monat zwischen beiden Büchern lag, so war ich mir teilweise nicht sicher. Klarer wurde das dann erst, als einige Dinge aus dem ersten Band angesprochen wurden. Ich würde das aber meinem nur halbwegs funktionierendem Namensgedächtnis in die Schuhe schieben.
Mir gefällt es gut, wie unterschiedlich die Charaktere doch sind und durch die Fakten, durch die es ausgezeichnet wird. Momentan bin ich noch ein wenig distanziert und habe noch keinen wirklichen Liebling, bin mir aber sicher, dass sich das noch ändern wird.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist an sich sehr packend, da vor allem Emotionen sehr gut beschrieben werden. Jedoch könnte es ein wenig detaillierter sein. Momentan ist es ein eher softer Schreibstil für die Fantasy-Schiene, aber das kommt natürlich auch immer auf das Leseralter an.
Geschrieben ist das Buch aus mehreren Sichten in der dritten Person. Männlich, sowie weiblich.

Cover & Titel

Oft passiert es, dass bei Serien die Cover gleich bleiben und sich nur kleine Details ändern. So ist es auch hier. Allerdings kann das Cover an sich und die schöne Farbwahl mich überzeugen.
Auch der Titel ist passend zum Buch. Man erfährt die Bedeutung erst gegen Ende, weshalb es hier spoilern würde.

Zitat

"Ich finde es beinahe schade, dass sich alles ändern wird, wenn wir erst im Palast angelangt sind und in unsere neuen Rollen schlüpfen müssen."
- Position 719

Fazit

Ein toller zweiter Band, der in einem passenden Tempo die Geschichte weiter einläutet und mit ordentlich Spannung punkten kann. 


Freitag, 1. Dezember 2017

[Rezension] Louis, Bohndorf, Stöcken, Weißdorn - Drei Dates mit Santa

Verlag: dp - Digital publishers
Reihe: Einzelband
Seiten: 182
Kauf Amazon: eBook

Inhalt

Die Übernahme des väterlichen Betriebs ist an sich schon eine große Sache, schließlich will man den Schlitten nicht im Schnee versenken. Wenn es sich dann jedoch um den Job von Santa Claus handelt und die Weihnachtsbriefe aus Deutschland unauffindbar sind, wird es wirklich kompliziert. Immerhin möchte CJ, als Weihnachtsmann auf Probe, keine Fehler machen. Da nützt es ihm auch nichts, dass Merry, die Oberelfe der Werkstatt, zum besorgten Kontrollfreak mutiert und Amor ihn als seinen nächsten Klienten ins Visier nimmt. Für die Liebe hat CJ im Vorweihnachtsstress wirklich keine Zeit … und Noelle, die Weihnachten mehr verabscheut als Schneematsch, ist ohnehin die vollkommen Falsche für ihn. Oder?

Meine Meinung

Geschichte

Eine Weihnachtsgeschichte der anderen Art. Noch zu Beginn habe ich eine seichte Liebesgeschichte erwartet, mit dem weihnachtlichen Flair. Doch was ich stattdessen bekommen habe war eine lustige, turbulente und überhaupt nicht kitschige Story, in der Zeit der Liebe und Vergebung.
Alles fängt an mit der weihnachtshassenden Noelle, die sich alle Mühe gibt, nichts mit W-Angelegenheiten zu tun zu bekommen. Schon zu Beginn gab es dadurch einige Schmunzelmomente, denen ich mich nicht entziehen konnte.
Doch Noelle ist nicht die Einzige. Insgesamt hat man vier Perspektiven und keine büßt das Lesevergnügen ein. Ob der Weihnachtsmann, die Chefelfe oder Amor, alle wollen doch nur ihren Job machen. Doch wenn sich dabei alle in die Quere kommen sorgt das für viel Chaos.
Besonders gefielen mir dabei die Botschaften, die nach und nach den Leser erreichten. Die Erinnerung, worum es um Weihnachten geht. Familie, Freunde. Alles andere als oberflächlich ist der Inhalt, der neben den Lach-Momenten auch für ernste Nachdenk-Momente sorgt.
Die Spannung hält sich in Grenzen, was der Geschichte keinen Abbruch tut. Man weiß schon von Anfang an, wer der Übeltäter ist und verfolgt somit nur das Rätsel, wie alles aufgedeckt wird.

Charaktere

Schwer fiel es mir, mich von diesen tollen Charakteren zu trennen.
Weihnachtsmann, Amor und Elfen. Wer stellt sie sich nicht manchmal vor. In diesem Buch bekommen sie alle eine ausdrucksstarke, facettenreiche Persönlichkeit
Der Weihnachtsmann tritt in die Fußstapfen seines Vaters und kann schon einmal stinkig werden, wenn die tägliche Dosis an Klimmzügen nicht erreicht wird. Muskeln konnten mich noch nie beeindrucken, doch CJ hatte noch viel mehr zu bieten. Mit der typischen männlichen Verwirrtheit versteht er oft nicht, was er falsch gemacht hat. Er ist süß und stark zur selben Zeit, praktisch alles, was Frau sich wünscht. Besonders schön waren seine Macken und seine unbeholfene Wortwahl, die mein Herz für ihn erwärmte.
Die Protagonistin Noelle hasst Weihnachten und setzt alles daran, den Menschen in ihrem Umfeld das zu zeigen. Dabei hat sie auch ihre verletzliche Seite, denn für alle Abneigungen gibt es einen Grund. Ihre taffe, sarkastische Art brachte mich oft zum schmunzeln und lachen und erinnerte mich ein wenig an mich selbst. Vor allem gefiel mir, wie sie sich dagegen werte, dass es den W-Mann wirklich gibt. Ihre perplexen Momente waren himmlisch.
Doch während es zwischen den beiden knistert gibt es ja noch Amor und die Chefelfe. Während die Elfe versucht, den Weihnachtsmann von Liebesangelegenheiten fernzuhalten, damit Weihnachten nicht ins Wasser fällt, versucht Amor dagegen zu halten, um seine 99,8%ige Trefferchance beizubehalten und Urlaub zu bekommen. Auch sie sorgten für viele Lacher und waren einzigartig.
Insgesamt wurden vier durch und durch authentische Charaktere geschaffen, die sich in mein Herz schleichen konnten. Gerne würde ich mehr von ihnen lesen.

Schreibstil & Sichtweise

Geschrieben ist das Buch von vier verschiedenen Autorinnen. Merken tut man das allerdings nicht. Alle vier harmonieren perfekt mit ihren Schreibstilen. Jede einzelne traf ihre Rolle perfekt. Ob nun grantig, romantisch oder zänkerisch, es war ein einziger Genuss, diese Geschichte lesen zu dürfen.
Geschrieben wurde das Buch aus der dritten Person von dem Weihnachtsmann, Amor und Noelle geschrieben. Einzig allein die Chefelfe hat eine Ich-Perspektive.

Cover & Titel

Das Cover gefällt mir gut. Obwohl ich Menschen nicht so gerne habe auf dem Cover - auch hier nicht so - finde ich es trotzdem hübsch, da sie im Hintergrund stehen und die weihnachtlichen Dekorationen im Vordergrund stehen. Glocke, Brief und Zuckerstange unter einer gehörigen Portion Schnee. Weihnachtsfeeling vorprogrammiert.
Auch der Titel passt zum Buch und muss nicht mehr groß erläutert werden.

Zitat

"Ein Land, das sich plötzlich entschlossen hatte, nicht mehr mit dem Weihnachtsmann zu kooperieren. Wer tat so etwas?"
- Position 176

Fazit

Eine humorvolle, turbulente und facettenreiche Weihnachtsgeschichte, die mich an sich gefesselt hat, wie ein Kleber. So war auch das Ende des Buches: Wieder davon los zu kommen, tat regelrecht weh.



Sonntag, 19. November 2017

[Rezension] Gisbert Haefs - Das Ohr des Kapitäns

Verlag: Heyne
Reihe: Einzelband
Seiten: 401
Kauf Verlag: Gebunden
Kauf Amazon: eBook - Gebunden

Inhalt

Nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekriegs im Jahr 1713 erhalten englische Händler das Monopol für die Belieferung des spanischen Kolonialreichs in Südamerika mit schwarzen Sklaven. Eines Tages weigert sich der »Händler« Jenkins (de facto wohl Schmuggler), sich von der spanischen Küstenwache vor Kuba kontrollieren zu lassen, worauf der spanische Kapitän dem Zeternden kurzerhand das linke Ohr abschneidet. Als Jenkins das Beweisstück in London vorlegt, ist das in der aufgeheizten Stimmung für England Grund genug, mit dem größten Flottenaufgebot seit der Armada zu reagieren. Es kommt zum Kolonialkrieg in der Karibik. Der später berühmte Romanautor Tobias Smollett nimmt als junger Assistenzarzt an Bord eines britischen Linienschiffs an der Unternehmung teil.


Meine Meinung

Geschichte

Das fatale Ereignis in den 1720ern mal ganz anders.
Der Einstieg war simpel und sollte uns noch mehr oder weniger verfolgen. Die Szene um das Ohr des Kapitäns wurde auf Papier gebracht und szenisch wunderbar beschrieben. Dadurch entstand die Illusion bei mir, dass auch die Geschichte dort spielen wird: Auf dem Meer.
Doch Autor Haefs ließ sich etwas ganz anderes einfallen: Er mischte die Fiktion mit der Non-Fiktion und plötzlich landete der Leser auf einer interessanten Schatzsuche, dessen Geschichte Generationen verknüpft und Distanzen überbrückt.
Erzählt wird die Geschichte einige Jahre später durch die Augen der Beteiligten. Während der Reise tritt der Protagonist in Kontakt mit dem Romanautor Tobias Smollett, der im damaligen Krieg Schiffsarzt war. Dieser ist von einer komischen Natur, aber immer auf der Suche nach neuen Geschichten und vermutlich weniger Einsamkeit. Somit kommt es dazu, dass die Geschichte des Krieges aus zwei Sichten erzählt wird...aus englischer und auch spanischer.
Zum einen war das eine wirklich tolle Idee. Man stellt sich somit auf keine Seite, erlebt beide Perspektiven und ist dennoch mittendrin. Durch die leicht säuerliche Art und Weise Smolletts hat man zudem einige Anekdoten. Leider wurde auch viel in der Zeit gesprungen. Von einem Tag zurück zu einem älteren. Es gab viele Unterbrechungen, wie sie bei einer Erzählung nur natürlich sind und viele griesgrämige Gefechte zwischen den Beteiligten. Manchmal wirkte alles nur verwirrend und unsortiert.

Charaktere

Die Charaktere passten alle hervorragend in die Zeit des Krieges. Doch weit weg vom "bösen Anführer"-Klischee, hat man hier einen gerechten und freundlichen Kapitän, den man dennoch nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.
Schön fand ich vor allem auch die ausführlichen Beschreibungen des Schwarzen Ortiz, der viel Talent aufwies und somit nicht nur ein schlichter Putzjunge war und das Deck schrubbte.
Schwierigkeiten hatte ich mit Romanautor Tobias Smollett. Die Zeit scheint ihn bitter gemacht zu haben. Ständig fallen herablassende Kommentare von ihm, die als Witz und Ernst gleichzeitig gehandhabt werden können. Es fiel mir als Leser schwer, ihn zu mögen - das war wohl auch nicht die Intention. Er war das Gewürz in der Suppe und gab dem Buch eine besondere Note.
Allgemein kam man den Charakterne nur geringfügig näher. Alles bleibt eher auf Distanz, was auch hilft, das Buch subjektiv zu sehen.

Schreibstil & Sichtweise

Oft habe ich Probleme mit Schreibstilen in historischen Romanen. Sie sollen informativ sein und den Leser trotzdem fesseln, doch oft geht der "fesselnde" Aspekt verloren unter Fakten. Hier jedoch war das ganz anders. Durch die Mischung mit der Fiktion wird das Buch lebendiger. Dadurch wird dem Schreibstil mehr Freiraum gelassen, der auch genutzt wurde. Langweilig wurde mir nie.
Geschrieben ist das Buch in erster Linie aus der Sicht des Kapitäns Belmonte. Doch auch andere Sichtweisen werden zwischendurch eingebunden.

Cover & Titel

In der oberen Hälfte sieht man eine Karte, während in der unteren die Schiffe schwimmen, mit dem Nebel von Kanonenfeuer. Durch die Farbe wirkt alles ein wenig veraltet, wie auf einem alten Stück Papier. Das gefiel mir sehr gut, da es ja ein historisches Buch ist. Das Cover gefällt mir sehr gut.
Auch der Titel ist anziehend und vielleicht der wichtigste Auslöser im Krieg. Weshalb er wohl auch gewählt wurde. Es wird zu Anfang und Ende erwähnt, doch verliert etwas an Bedeutung.

Zitat

" 'Muß ich etwas unterschreiben?' 'Das machen wir per Handschlag. Hände halten länger als Papier, hombre.' " 
- Seite 20

Fazit

Ein gelungener historischer Roman, der durch die Erzählperspektive beider Kriegsseiten und außergewöhnlichen Charakteren punkten kann. Jedoch sind die Sprünge und Einwände teilweise verwirrend.


*vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar. Dies beeinflusst meine Meinung nicht. 


Montag, 13. November 2017

[Rezension] Emily Thomsen - Flerya, Drachenschlaf

Verlag: Drachenmond
Reihe: Flerya, Band 1 von 3
Seiten: 340
Kauf Verlag: Taschenbuch
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt 

Einst verbannte der Drachenkönig Gardorath die Herrscherin der Ghul und bewahrte damit das Reich vor dem Niedergang. Nur die Trägerin des magischen Armbandes Kemantie kann Aine befreien. Nichts anderes will Yadiran, der oberste Feldherr der dunklen Herrscherin und dabei ist ihm jedes Mittel recht. Er entführt Gardoraths Tochter Flerya, die untrennbar mit Kemantie verbunden ist und zieht sie als sein eigenes Kind auf. Ohne Erinnerung an ihre wahre Herkunft schenkt sie ihm ihre ganze Liebe. Doch der kaltblütige Seelenfresser wartet nur auf Fleryas sechzehnten Geburtstag. Es ist der Tag, an dem der Drache in ihr erwacht und sie Aine befreien wird. Der Tag an dem Yadiran ihren Tod fordert. Gebrochen vom Verrat und auf sich allein gestellt, versucht Flerya ihrem Häscher zu entrinnen – und den Untergang Emireschas abzuwenden.


Meine Meinung

Geschichte 

Oft habe ich bei dem Verlag das Gefühl, dass die Geschichten einfallsreich und toll sind, jedoch die Umsetzung oft besser hätte sein können. Umso mehr überraschte es mich, als ich mit Flerya ein Buch gefunden hatte, was mich mal wieder richtig überzeugen konnte.
Zunächst fiel mir ein Einstieg in das Buch schwer. Es werden ziemlich viele Charaktere mit Namen in die Geschichte eingeführt, von denen ich noch nie in meinem Leben etwas gehört habe. Das prägt sich leider nicht so gut ein und wird mich wohl auch im nächsten Band noch begleiten.
Auch mit den Beschreibungen wurde ich am Anfang nicht allzu sehr warm. Das liegt weder daran, dass sie nicht detailliert gewesen wären oder nicht gut geschrieben, sondern eher daran, dass sie teilweise gefehlt haben. Verschiedene Kreaturen werden in das Buch eingeführt, die nur dürftig beschrieben wurden. Beispielsweise ist mir der Begriff "Undine" noch nie über den Weg gelaufen. Was können diese Wesen?
Ebenso erging es mir mit Beschreibungen der Welt. Dort, wo sich die Geschichte abspielte, wurde alles ausführlich und sehr bildlich beschrieben. Umso trauriger war ich, dass die Welt an sich, die oft erwähnt wird, kaum oder nicht bildhaft beschrieben wurden.
Doch so ausführlich ich diese Kritikpunkte nun beschrieben habe, umso mehr machten die positiven diese Aspekte wett. Denn die Geschichte gefiel mir außerordentlich gut. Zwei verfeindete Spezies, doch wer ist Gut und wer ist Böse? Hier entscheidet der Leser selbst, denn wie es eben realistisch ist, haben beide Seiten gute und schlechte Dinge getan.
Der Ort, an dem das Geschehen in erster Linie sich abspielt ist detailliert, geheimnisvoll und birgt eine Menge Enteckungen. Man lernt erneut fremde Wesen kennen, mit dessen Beschreibung ich diesmal zufrieden war. Auch die Ortschaft konnte ich mir bildlich vorstellen. Die Szenen dort waren spannend und ich bin nur so über die Seiten geflogen.
Das Ende konnte mein Fantasyherz höher schlagen lassen. Eine perfekte Portion aus Spannung, Action und Neugierde auf den Folgeband. Man kommt als Leser nicht zu kurz, es passiert richtig etwas.

Charaktere

Als Hauptcharakter hat man natürlich Flerya. Sie feiert in dem Buch ihren 16. Geburtstag und ist somit eine relativ junge Protagonistin. So kam es manchmal auch vor, dass sie etwas trotzig wirkte oder unerfahren. Definitiv realistischer, als wenn sie in ihrem Alter überreif wäre.
Dann haben wir das Krieger-Trio, die für den Drachenkönig arbeiten. Sie alle sind sympathisch und wachsen einem schnell ins Herz. Mit ihren Tierpartnern haben sie das außergewöhnliche Extra.
Nebst einigen Inselbewohnern, die alle eine einzigartige Geschichte zu erzählen haben, gibt es auch noch den Ghulkönig, dem auch eine Sicht gewidmet wurde, die endlich mal aufzeigt, wie denn herzlose Könige wirklich so denken.
Allgemein liebte und hasste ich die Charaktere, mich lies niemand kalt, alle hatten eine Rolle.
Auch die Liebesgeschichte schob sich nicht in den Vordergrund und lässt einiges offen, so wie ich es mag.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil schwankt zwischen einer Schnelllebigkeit und Detailliertheit. Weniger wichtige Stellen wurden schneller abgehandelt, als wichtige. Das half der Geschichte, besser voranzukommen, ohne sich an uninteressanten Stellen zu lange aufzuhalten.
Geschrieben wurde das Buch in erster Linie aus Fleryas Sicht, doch teilweise auch aus den Sichten von dem Krieger Liam, dem Ghoul- und Drachenkönig.

Cover & Titel

Wie so oft bei dem Verlag ist das Cover eine Augenweide. Durch die Abbildungen des Drachens und Flerya - zum Glück nur in einer kleinen Version - kann man sich schon einmal ein erstes Bild machen. Auch im Buch sind sehr schöne Zeichnungen vorhanden!
Der blaue Nebel, um den Drachen herum, verkörpert für mich ein wenig den "Schlaf", indem der Drache sich befand. Die obere Coverhälfte widmet sich mehr dem Setting.
Den Titel finde ich ebenfalls schön gewählt. Einerseits widmet er sich eher der ersten Hälfte des Buches, andererseits ist es der ausschlaggebende Faktor im Buch.

Zitat

"Das Herz eines Drachen musste viel größer sein als ein menschliches. Anders konnte ich mir den unsäglichen Schmerz, den ich beim Gedanken an diesen Verrate hatte, nicht erklären."
- Seite 93 

Fazit

Ein gelungener Auftakt, der mit den verschiedensten und ausgefallensten Wesen punkten kann. Sowie mit einem spannenden Finale und einem tolle Setting. Definitiv eine Überraschung.


Mittwoch, 8. November 2017

[Rezension] Elea Brandt - Opfermond

Verlag: Mantikore
Reihe: Einzelband
Seiten: 437
Kauf Verlag: eBook - Taschenbuch
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

In der Stadt des Blutigen Gottes herrscht das Recht des Stärkeren. Als der Assassine Varek angeheuert wird, einen Mord aufzuklären, klingt das nach einer willkommenen Abwechslung von seinem verhassten Tagewerk. Doch die einzige Zeugin, das Freudenmädchen Idra, weiß mehr, als sie preisgeben will. Um an ihre Informationen zu gelangen, geht Varek ein Bündnis mit ihr ein, das ihn schmerzhaft an bessere Zeiten erinnert. Die Spur des goldenen Skarabäus führt ihn schließlich zu einem grausamen Kult, der mehr als nur ein Blutopfer verlangt ...



Meine Meinung

Geschichte

Nach langer Zeit mal wieder ein Buch, welches mich richtig aus den Socken gehauen hat. Alles um mich herum konnte ich ausblenden, es gab nur das Buch und mich.
Doch puh, wo fange ich an? Das Setting war grandios. Ich liebe erfundene Städte, vor allem, wenn sie so komplex aufgebaut sind. Mit wenigen Worten konnte die Autorin mir die Stadt bildlich vor Augen erschaffen, so grausam und geheimnisvoll, wie die Geschichte.
Wie man schon auf dem Cover liest, ist das Buch eine Mischung aus Fantasy und Thriller. Somit basiert die Geschichte auf einem Mord, der aufgedeckt werden muss. Dieser ist so detailliert, birgt extrem viele Facetten und kann einen böse in die Irre führen. Bewundernswert war dieser rote Faden. Während des Buches wurde mir immer wieder bewusst, dass die Autorin nichts dem Zufall überlässt. Alles ist perfekt durchdacht und geplant. Jedes Detail holt einen früher oder später wieder ein. Dabei werden dem Leser immer wieder Informationen zugeworfen, aber nie zu viele.
Ein richtiger Pageturner. Mit jedem Detail, welches man erfährt, mehr. Das liegt aber vor allem auch an der düsteren Stimmung. Das Buch ist wohl nichts, für schwache Nerven. Hier wird niemand zimperlich behandelt. Ob Protagonist oder Nebencharakter. Hier schlägt der Realismus zu.
Vor allem das Ende setzt noch einmal einen auf die verdammt hohe Spitze des Spannungsberges. Es ist actionreich, blutig und schockierend.
Selten lese ich ein Buch, indem keine Frage offen bleibt und bei dem ich jedes Geheimnis erst am Ende erfahre und nicht schon vorher auflöse.

Charaktere

Das Buch hat zwei Hauptcharaktere, die nicht so schnell zusammengeführt werden, wie man erwarten mag. Beide sind von Grund auf verschieden.
Varek, der Assassine, lebt ein ansehnliches Leben. Wäre die Ursache dafür nicht ein Schicksal, welches er sich niemals gewünscht hat. Er soll den Mordfall klären und begibt sich dafür in schlimme Gefilde. Ich liebe seine radikale Art und vor allem, dass diesmal ein Erwachsener als Charakter ausgesucht wurde. Kein kleines Mädchen mit speziellen Kräften. Nein, Varek ist durchschnittlich und punktet alleine mit seinem geprägten Charakter.
Auch Idra ist sehr speziell. Als Hure trägt sie ihren Stolz sehr hoch und hat einen sehr egoistischen Charakter. Manchmal konnte sie mich zur Weißglut bringen, aber auch mit ihr wurde ein starker Charakter geschaffen und vor allem Verständnis.
Perfekt war einfach, dass man die Protagonisten hassen und lieben, aber sie nie loslassen konnte. Man muss sie einfach ins Herz schließen, denn ihre charakterlichen Wandlungen sind nachvollziehbar.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil macht das Buch zu einem Pageturner. Er ist sehr bildlich und zensiert nichts. Hart und ehrlich lernt man die Stadt und ihre Grausamkeiten kennen. Dabei werden auch verschiedene Akzente und Ausdrucksweisen berücksichtigt, die einfach zum Buch dazugehören. Obwohl ich kein Fan von grober Sprachweise in Büchern bin, so war sie hier perfekt, passend und wurde eins mit dem Text. Ich kann nur meinen Hut ziehen vor einer so tollen Sprachgabe.
Geschrieben wird das Buch aus der Sicht von dem Assassinen Varek und der Hure Idra in der dritten Person.

Cover & Titel

Eines der tollsten Cover, die ich kenne. Es spiegelt die Geschichte in den Farben und der Symbolik wieder, gibt Hinweise, aber löst nichts auf. Ich liebe den Skarabäus in der Mitte und bin gebannt von dem Mond.
Auch der Titel passt perfekt und verrät noch nicht zuviel. Zudem klingt er der Thematik entsprechend düster.

Zitat

"Wo weder Neid noch Eifersucht herrschten, konnte zumindest noch ein Hauch von Zuneigung entstehen."
- Seite 97

Fazit

Definitiv eines der Top-Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe. Unglaublich bildhafte und düstere Beschreibungen, eine tolle Genremischung und eine maximal durchgeplante Handlung.




Samstag, 4. November 2017

[Rezension] Kim Leopold - BlackHeart, Ein Märchen von Gut und Böse

Verlag: Selfpublish
Reihe: BlackHeart, Band 1 (Serie)
Seiten: 114
Kauf: eBook

Inhalt

„Es war einmal ein blindes Mädchen, welches in einem kleinen Dorf in Norwegen wohnte. Der Verlust der Mutter, die zu Unrecht als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, weckte in ihr alte, magische Fähigkeiten. Nur ein Wächter konnte sie aus dieser lebensbedrohlichen Situation befreien. Sein Name war Mikael ...“
Wie schnell Märchen wahr werden, erfährt Louisa an ihrem achtzehnten Geburtstag. Ihr Leben gerät aus dem Gleichgewicht, denn plötzlich begegnen ihr Gestalten, die keineswegs real sind. Wie gut, dass Alex sich auskennt und ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Aber ist sein plötzliches Auftauchen wirklich Zufall?


Meine Meinung

Allgemein

Bereits die "How to be happy"-Reihe von der Autorin habe ich geliebt. Mit "Black Heart 1" fängt nun der Auftakt einer monatlichen Reihe an, im Genre Fantasy. Und nach der letzten Seite musste ich merken... Auch in diesem Bereich schreibt die Autorin einzigartig schön.
Schon der Einstieg bietet eine gehörige Portion Spannung und leitet das Buch gebührend ein. Denn obwohl die Bücher nur wenige Seiten haben, bietet sich dem Leser schon eine Menge Stoff.
Begeistern konnte mich in diesem Buch der Zeitenwechsel. Wir haben einerseits ein etwas mittelalterliches Setting und ein modernes. Dadurch kommen verschiedene Spannungen und Gefühle auf.
Durch diese beiden Zeiten konnte die Autorin sich auch an altertümlichen und neueren Fantasy-Geschöpfen bedienen. Zeitlich hat alles perfekt zusammengepasst.
Der Leser bekommt zudem ordentlich Feuer unter dem Hintern. Keine Seite bleibt ungenutzt und so bleiben am Ende einig Fragen, die viel Potenzial für die Folgebände liefern und super neugierig machen, wie es weitergehen wird.

Charaktere

Die Protagonistin Lou ist außergewöhnlich. Nicht in dem Sinne, dass sie eine MissPerfect in jeder Hinsicht ist. Nein. Sie schraubt lieber an Flugmaschinen rum und bringt ihre Mum damit gehörig zur Weißglut. Sie war mir auf Anhieb sympathisch. Ihre Gedankengänge wirken so realistisch, überzeugend, unüberlegt. Sie kommen, wie sie kommen.
Auch das blinde Mädchen bot einige neue Aspekte. Ihre Sicht zu lesen war authentisch und berührend, da soviel Kraft in ihr mitschwebte.
Auch die anderen Charaktere sind schön ausgearbeitet, doch lernt man sie wohl noch näher in den Folgebänden kennen.

Schreibstil & Sichtweise

Wie ich schon bei anderen Büchern der Autorin feststellen musste: Der Schreibstil ist außergewöhnlich. Man darf hier keinesfalls mit Dark- oder Highfantasysätzen rechnen, doch entführt die Wahl der Wörter einen in genau die Situationen, die gewollt sind.
Geschrieben ist das Buch aus mehreren Perspektiven. Da das Setting auch an drei verschiedenen Orten stattfindet, ist das ein Muss, welches ich nicht missen möchte.

Cover & Titel

Ich liebe das Cover sehr. Die blaue Farbe mit der Symbolik im Hintergrund, die ein wenig wie eine Uhr für mich ausschaut. Symboliken symbolisieren für mich immer etwas Altes und somit die mittelalterliche Sichtweise. Auch fallende Blätter stehen oft für die vergehende Zeit.
Den Titel gilt es noch zu erforschen. Wer ist Gut, wer ist Böse? Wer hat das schwarze und rote Herz?

Zitat


"Mit dem Schicksal soll man nicht spielen, um das Leben von Menschen zu verändern." 
- Position 173

Fazit

Ein solider Auftakt, der viel verspricht. Zwei Zeiten, zwei Lebensstile, miteinander verknüpft. Ich finde die Grundidee super und die wenigen Seiten bieten schon viel Stoff, dessen Lösung ich wissen möchte.






Samstag, 28. Oktober 2017

[Rezension] Vivienna Norna - Timeless Chance

Verlag: SadWolf
Reihe: Timeless, Band 1 von 3
Seiten: 442
Kauf Verlag: eBook, Taschenbuch und signiert
Kauf Amazon: eBook - Taschenbuch

Inhalt

Die Welt liegt in Schutt und Asche. Grausame Wesen haben alles zerstört, was Caylor je geliebt hat. Ihre Heimat, Freunde und Familie existieren nicht mehr.
Doch sie hat eine Chance alles zu verändern. Mit Hilfe ihrer machtvollen Gabe flieht Caylor in die Vergangenheit vor der Vernichtung, doch der Preis ist hoch.
Wird es ihr gelingen, das ihr entgegengebrachte Misstrauen ihrer Geliebten zu besiegen und ihre Welt vor dem nahenden Krieg und der totalen Zerstörung zu bewahren?


Meine Meinung

Geschichte

Ein Zeitreise-Fantasy-Roman in der vier verschiedene Völker eng zusammen leben. Engel, Vampire, Menschen. Eine definitiv interessante Mischung, die mich neugierig gemacht hat.
Vor allem beim Thema "Zeitreisen" bin ich kritisch, da viele Bücher voll von Logikfehlern sind. In diesem Buch musste ich oft überlegen, wie die Zusammenhänge bestehen, wie die Veränderungen aussehen und ob alles logisch zusammenpasst. Mein Fazit: Ja, das tut es. Aber: In diesem Buch wird es noch leicht gehalten. Die Protagonistin reist in der Zeit und ändert riesige Geschehnisse. Allerdings bekommt man erst gegen Ende einen kleinen Einblick, wie sich das auf die eigentliche Gegenwart ausgewirkt hat. Somit fehlt der Vergangenheit-Gegenwart-Vergleich, wegen dem die Protagonistin eigentlich gereist ist. Den wird man wohl in Band 2 voll zu spüren bekommen.
Die Geschichte an sich fängt gleich rasant an. Man ist mitten im Geschehnis und hat einen kleinen "Kick-Start".
Auch während das Buch weiter fortschreitet ändert sich dies nicht. Immer wieder hat die Protagonistin Flashbacks aus einer grausigen Vergangenheit, die mitunter die Szenen bildeten, die mich am meisten packten.
Das Beisein bei Trainingseinheiten und das Kennenlernen eines anderen Volkes bildeten eine gute Mischung, sodass mir nie Langweilig wurde.
Während des Buches arbeitet die Protagonistin auf einen Kampf hin. Sie möchte die Zukunft, die sie erlebt hat, ändern. Zu Gunsten der Völker. Genau auf diesen Kampf fieberte ich das ganze Buch hin. Für mich war es das große Finale. Doch dieses große Finale viel sehr happig aus. Über ein paar wenige Seiten herrschte die Spannung des Kampfes und dann war schon alles vorbei. Beendet durch den für mich nervigsten Grund: Ohnmacht.
Doch die letzten Seiten des Buches konnten meine kleine Verstimmung wieder gerade biegen. Was vorher surreal erschien, wurde real. Die Protagonistin ist wieder in ihrer eigenen Hölle angelangt und als Leser fieberte und hoffte ich mit, dass ihr nichts geschieht. Es wird rückblickend auf die Träume zugegriffen, wodurch ein roter Faden entsteht, der die Geschehnisse im Buch miteinander verknüpft.

Charaktere

Die Charaktere hatten alle einen deutlich eigenen Charakter. Sie waren ausgeprägt und konnten viel bieten.
Caylor bringt schon viele Wunden mit und so erfährt man bei ihr keine wirkliche Entwicklung, da sie ihre Entwicklung praktisch schon in der Vergangenheit durchlaufen hat.
So ging es mir mit vielen Charakteren. Sie durchlaufen keine wirkliche Entwicklung und bleiben so, wie sie von Beginn an sind. Nur bei wenigen ändert sich was im Denken.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil gefiel mir gut. Er war detailliert und auch spannend. Jedoch brachte er mich teilweise nicht in den Lesefluss, den ich mir gewünscht hätte.
Geschrieben wurde das Buch aus der Sicht von Caylor in der Ich-Perspektive.

Cover & Titel

Der Hintergrund des Covers ist düster. Durch die fallenden Federn wirkt es ein wenig wie ein Untergang, was auch zu dem Buch passen würde. Es wirkt, als würde der Hintergrund brennen und schwarze Rauchwolken aufsteigen. Links sieht man Caylor. Dadurch, dass sie nur halb auf dem Cover ist, kommt der Hintergrund mehr zur Geltung. Ein Freund von Menschen auf Covern bin ich dennoch nicht. Trotzdem ist das Cover ansprechend und verkörpert den Inhalt sehr gut.
Auch der Titel gefällt mir sehr gut. Verbunden mit Caylors Fähigkeiten und dem Ende des Buches, trifft er den Inhalt des Buches.

Zitat

"Mein Spiel war mehr als riskant, aber ich wusste um ihre Natur. Um sich Anerkennung zu verschaffen, musste ich ihnen Stärke beweisen."
- Seite 210

Fazit

Eine starke Geschichte, die mit erschreckenden Geschehnissen und Kreaturen punkten kann. Definitiv ein gelungenes Debüt und eine schöne Verkörperung des Zeitreise-Effekts. Trotzdem fehlte mir manchmal der Moment, in dem ich das Buch nicht mehr Beiseite hätte legen wollen.